HSV-Debakel im Volkspark: Diese Zahlen schocken


HSV

„Wirklich gar nichts“: Desolater HSV schickt seine Fans vorzeitig nach Hause

So hatte sich Fábio Vieira sein Comeback-Spiel beim HSV nicht vorgestellt.
IMAGO / Beautiful Sports

0:5 – der HSV erlebt gegen Mainz ein Heimspiel zum Vergessen. Kapitän Nicolai Remberg findet nach der historischen Pleite klare Worte.

Das 0:2 in Dortmund hatte nur bedingt auf die Stimmung gedrückt. Jetzt gab es für den HSV aber den ersten heftigen Dämpfer der neuen Bundesliga-Saison, und das zu Hause im Volksparkstadion. Die Hamburger waren beim 0:5 (0:2) gegen den 1. FSV Mainz 05 am Sonntag chancenlos und hinterher schwer frustriert. Die desolate Pleite bei der Heimspiel-Rückkehr nagte an den Profis.

„Wir waren so gut in dieser Woche, wir haben so gut trainiert und die Abläufe waren drin“, berichtete Nicolai Remberg, der deshalb umso enttäuschter war. „Dann spielen wir hier ein Spiel, in dem nichts davon geklappt hat. Wirklich gar nichts. Ich bin auf jeden Fall überrascht, wie wir aufgetreten sind. Das kann ich nicht leugnen.“ Der HSV-Kapitän beklagte „Eiertore“ der Gäste, die aber völlig verdient gewannen.

HSV verliert das Heimspiel gegen Mainz

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Vereinzelte Pfiffe hatte es schon zur Halbzeitpause gegeben. Beim HSV war bereits in den ersten 45 Minuten wenig bis nichts zusammengelaufen, er hatte zu diesem Zeitpunkt null Schüsse (Mainz 14) und dementsprechend auch einen x-Goals-Wert von 0,0. Die Zugänge David Møller Wolfe und Zakaria El Ouahdi standen direkt in der Startelf. Ihnen wie auch Stürmer Terem Moffi und Zehner Martin Adeline fehlte jedoch die Bindung zum Spiel. Zudem konnte Bilal Nadir den Ausfall von Albert Sambi Lokonga (Rückenprobleme) im Mittelfeldzentrum nicht kompensieren. Comebacker Fábio Vieira saß zunächst auf der Bank.

HSV-Spieler und Trainer Merlin Polzin stehen nach dem 0:5 gegen Mainz auf dem Rasen.
Der HSV hat das Spiel gegen Mainz in den Sand gesetzt.
Witters

Der HSV-Kader ist auf dem Papier zuletzt noch mal deutlich besser geworden, eingespielt ist diese Mannschaft aber längst nicht. Davor hatte Merlin Polzin bereits vor dem Heimspielauftakt in die neue Saison gewarnt. Es waren aber auch die etablierten Stammkräfte, die mehrere Fehler produzierten. Remberg spielte Kaishu Sano vor dem 0:1 in die Füße, der dann den in die Tiefe gestarteten Sheraldo Becker bediente – Torwart Daniel Heuer Fernandes war im Eins-gegen-eins mit dem Mainzer Stürmer machtlos (20.).

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Sheraldo Becker und Kaishu Sano von Mainz 05 feiern das 0:1 beim Hamburger SV.
Sheraldo Becker (r.) und Kaishu Sano von Mainz 05 feiern das 0:1 gegen den HSV.
WITTERS

Eine offensive Reaktion der Hamburger folgte nicht. Stattdessen verlor Jordan Torunarigha einen Zweikampf mit Phillip Tietz, Møller Wolfe war auf seiner linken Seite zu hoch aufgerückt und El Ouahdi war am zweiten Pfosten schlecht positioniert, sodass Phillipp Mwene den Ball nach Querpass von Becker zum 0:2 über die Linie drückte (42.). Der HSV-Rückstand gegen souveräne Mainzer war zur Pause folgerichtig. Er hätte sogar noch ausfallen können, wenn Nadiem Amiri nach einer frühen Ecke nicht knapp vorbeigeschossen hätte (14.).

Kaum Struktur im Hamburger Spiel

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Der frisch verstärkte HSV wirkte unstrukturiert, spielte nicht sauber, war hinten anfällig und nach vorn hin teils ideenlos. Und der Eindruck änderte sich auch mit Polzins Dreifachwechsel vor dem Seitentausch nicht. Vieiras Hereinnahme sorgte für einen kurzen Jubelsturm, doch ehe er oder Patson Daka nennenswert in Szene kamen, hatte sich Abwehrtalent Shafiq Nandja überspielen und Becker ungestört flanken lassen: Tietz vollendete frei stehend zum 0:3 (48.).

Terem Moffi vom HSV und Dominik Kohr von Mainz 05 kämpfen im Bundesliga-Spiel um den Ball.
Stürmer Terem Moffi (l.) spielte bei seinem ersten HSV-Heimspiel glücklos.
WITTERS

Ein großes Aufbäumen blieb aus. „Wir sind nicht wirklich mit Power herausgekommen aus der Halbzeit“, räumte Remberg ein. Das Pressing funktionierte nicht, fand trotz des deutlichen Zwischenresultats teilweise nicht mal so richtig statt. Moffi musste bei seinem Heimdebüt dennoch entkräftet vom Platz, offenbar mit Krämpfen (64.). Wie Daka blieb auch Joker Otto Stange blass. Die angepassten Abläufe sitzen bisher nicht. Ein abgeblockter Versuch von Møller Wolfe (75.), kurz darauf eine gute Eckballvariante, sonst kam wenig. Albert Grønbæk trat einen direkten Freistoß in die Mauer (78.).

HSV-Kapitän Remberg: „Wird keine coole Analyse“

Amiri vergab erst das 0:4 (80.), Tietz holte es per Linksschuss wenig später nach (83.). Danach verließen Hunderte HSV‑Fans aus fast allen Bereichen das Stadion vorzeitig. Sie sahen nicht mehr, wie Vieira sein Comeback-Tor bei einem weiteren Freistoß verpasste (85.). Und dann traf auch noch Ransford Königsdörffer und jubelte provokant (90.+1). Es war der Schlusspunkt eines HSV-Nachmittags zum Vergessen.

„Das wird morgen keine coole Analyse“, ahnte Remberg. „Fünf Gegentore, das ist viel zu billig, viel zu einfach in den Zweikämpfen. Ich nehme mich da mit rein. Es ist auch meine Verantwortung. Das ist schon hart jetzt.“ Am Ende steht die höchste Heimniederlage des HSV in seiner Bundesliga-Geschichte, gemeinsam mit einem 0:5 gegen die Bayern im Jahr 1974.

Und es wird nicht einfacher: Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker bei MOPO.de) geht es auswärts gegen RB Leipzig. Aber Remberg gab sich kämpferisch: „Wir werden uns einspielen und eingrooven – und dann sind wir da. Da bin ich mir ganz sicher. Es ist ein Nackenschlag, aber kein Beinbruch. Egal, was jetzt auf uns einprasselt: Ich kann jetzt nicht alles schlechtreden.“ Polzin hielt sich in einem Fazit kurz: „Jeder hat das Spiel gesehen. Maximal beschissener Nachmittag für uns. Deshalb: verdient verloren.“