María Dueñas und die Bamberger Symphoniker in Wiesbaden – Sie lieben Brahms


Stand: 13.07.2026, 14:57 Uhr

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María Dueñas und Jakub Hrůša mit den Bamberger Symphonikern beim Rheingau Musik Festival.

Geigerin María Dueñas und Dirigent Jakub Hrůša mit den Bamberger Symphonikern beim Rheingau Musik Festival. © Ansgar Klostermann

Die Bamberger Symphoniker mit Jakub Hrůša und María Dueñas beim Rheingau Musik Festival im Kurhaus Wiesbaden.

Ein hochsommerliches Programm mit einem Abschied und einem Auftakt. Denn erstens schrieb Johannes Brahms seine 2. Sinfonie (1877) wie auch sein einziges Violinkonzert (1878) in der Sommerfrische in Pörtschach am Wörthersee. Er hatte jeweils nur ein paar Wochen Zeit und machte was draus.

Zweitens beendeten die Bamberger Symphoniker hiermit ihren im vergangenen Jahr gestarteten kleinen Brahms-Zyklus beim Rheingau Musik Festival im Kurhaus Wiesbaden.

Im Zentrum standen die vier Sinfonien – so etwas fällt angesichts der hohen Brahms-Dichte im Konzertbetrieb zwar gar nicht so auf, war aber doch eine Freude für alle, die es gelegentlich unvermischt mögen. Solistisch jeweils fein besetzte Konzerte ergänzten nämlich die Programme. Jetzt war es die 23 Jahre alte spanische Geigerin María Dueñas, die sich damit, drittens, als „Fokus“-Künstlerin des diesjährigen Festivals vorstellte.

Brahms’ Violinkonzert ist vielleicht ein besonders attraktives Stück für sehr junges Virtuosentum, technisch äußerst anspruchsvoll, aber kein Fall für Angeber oder auch Angeberinnen. So ging María Dueñas das auch an, schön und eigen versonnen, fast schon träumerisch im Ton, aber auch immer bereit, ein Teil des Ganzen zu werden.

Die Solistin und das Orchester bewegten sich eher wie Duettpartner durch die so vertrauten, aber immer wieder Konzentration und Akkuratesse einfordernden 40 Minuten. Den Bamberger Symphonikern ging das leicht von der Hand, zumal ihr Chefdirigent, der Tscheche Jakub Hrůša, mit Präzision und darstellerischem Minimalismus bestach.

Melancholisch wie aus einer anderen Jahreszeit María Dueñas’ Zugabe, Franz von Vecseys „Valse Triste“ – ohne Begleitung noch herbstlicher.

Auf der Suche nach dem Idealtypischen

Die 2. Sinfonie nach der Pause klang dann zunächst wie die Suche nach einem idealtypischen Brahms-Klang, mit gediegenem Bläser- und sahnigem Streicherklang versehen. Das war gesetzt, aber nicht pathetisch, das hatte Wucht, aber behielt doch eine Eleganz. Grazil huschten die Holzblasintrumente in den 3. Satz hinein. Wirklich überraschend allein die Schroffheit im 4. Satz, in dem es gelegentlich knattern durfte.

Kann man eigentlich etwas dagegen tun, dass immer öfter nach einem schmissigen ersten Satz einige Leute beharrlich applaudieren? Und beim zweiten Stück machen sie es wieder, unbelehrbar, unempfindlich gegen das Schweigen der anderen und die verlegenen Gesichter der Musiker sowie Musikerinnen. Kann man also etwas dagegen tun, jenseits der Bodenklappen, die dafür sicher gut wären – auch für die, die illegal mit dem Handy filmen und knipsen –, aber juristisch natürlich nichts als Ärger brächten?

Oder muss man hinnehmen, dass sich die Zeiten ändern?

María Dueñas tritt unter anderem am 23. August mit dem Pianisten Alexander Malofeev auf Schloss Johannisberg auf. rheingau-musik-festival.de