„Maschine“ Marten Hørger bei Parookaville: Lasst die Guten gewinnen
Marten Hørger war lange Zeit international ein größerer Star als in Deutschland. Jetzt gehört der Stuttgarter auch hierzulande zur DJ-Elite. Bei Parookaville in Weeze trat Hørger nicht nur auf der Mainstage auf, er hatte auch die Hymne „Rave“ für das Festival produziert. Kurz nach seinem Auftritt traf die Redaktion auf einen überglücklichen Künstler. Im Interview berichtet der 45-Jährige von seinem „Men Machine“-Projekt mit Superstar David Guetta. Zudem erklärt Hørger, warum Parookaville für ihn ein besonderer Ort ist und warum es so wichtig ist, dass die Guten im Leben gewinnen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Hallo Marten … oder soll ich lieber „Maschine“ sagen?
Hey man – jawohl! (lacht) Marten reicht weiterhin völlig aus. (lacht)
„Men Machine“ ist der Titel eines Musik-Projektes von dir und David Guetta. Das hat in den letzten Monaten für viel Aufsehen und positive Reaktionen in der internationalen Dance-Szene gesorgt … – wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem französischen Superstar?
Wir kennen uns schon sehr lange und hängen tatsächlich relativ viel herum, wenn wir Zeit haben – auch online via FaceTime. Wir mögen uns sehr und reden ganz viel über das Leben und Musik. Bei „Men Machine“ gab es keinen großen Plan. Wir wollten zusammen Musik produzieren, die uns glücklich macht. Als es dann auch noch beim Test vor Publikum live funktionierte, musste einfach mehr daraus werden.
Was ist die musikalische Intention?
Auch wenn das auf den ersten Blick nicht so aussieht, sind wir beide krasse Musik-Nerds. Und es gab so eine Ära im Elektro vor einer sehr langen Zeit, die ihn sehr bewegt hat und mich auch. Es ist etwas sehr Rares, dass sich Leute treffen, die dann in diesem Mikrokosmos, der schon so lange her ist, so viel Wissen haben. Und in diesem Kaninchenbau haben wir festgestellt, dass es dieses musikalische Feeling aktuell nicht gibt. Also beschlossen wir, es selbst zu kreieren.
In den Instagram-Videos von dir mit David Guetta sieht man, wie viel Spaß ihr zwei bei der Produktion hattet – und offenbar liebt er dein „deutsches Organisationstalent“…
(lacht) Ja, das stimmt – aber ich mag auch seine französische Art.
Kannst du sie beschreiben?
David ist nicht so verkopft wie wir Deutsche. Während ich noch überlege, ob etwas funktionieren könnte, sagt David: „Einfach mal machen.“

Marten Hørger: „Die Guten müssen gewinnen“© PRESSEBILD | Marten Horger
Wird es eine Fortsetzung von „Men Machine“ geben?
Klar, das ist jetzt ein langfristiges Projekt – die zweite EP machen wir übrigens gerade fertig.
Marten Hørger: „Ich liebe das Festival Parookaville“
Kommen wir zu deinem Auftritt vor einer Stunde auf der Mainstage von Parookaville – hat sich dein Adrenalinpegel wieder gesenkt?
Ja, langsam geht es wieder. Das war hochemotional. Ich liebe das Festival Parookaville. Und ich bin total stolz, dass ich jetzt auch so viel in meinem Heimatland Deutschland auflegen kann. Das war lange Zeit nicht so, weil ich meine ersten Erfolge in Amerika und dem Rest der Welt hatte. Deutschland kam da tatsächlich als Letztes. Jetzt hier bei Parookaville zu einer so schönen Zeit am frühen Abend auf der Hauptbühne zu spielen… und dann wird es auch noch so voll. Die Leute kamen wie aus dem Nichts und haben gefeiert. Das war crazy.
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Du hast in diesem Jahr bei Parookaville zusätzlich eine besondere musikalische Rolle, indem du die Festival-Hymne „Rave“ produziert hast. Wie kam es dazu?
Ich mag die Menschen, die hinter dem Festival stehen, sehr, sehr gern. Da hat sich eine Freundschaft entwickelt. Irgendwann kam die Frage, ob ich nicht Lust hätte, eine Hymne für Parookaville zu machen. Wie gesagt, ich bin in allererster Linie Musik-Nerd und habe noch nie ein Anthem gemacht. Deshalb fand ich die Herausforderung total crazy und habe sofort zugesagt. Bernd Dicks (Parookaville-CEO) war auch auf Tour in Hawaii mit dabei, wo ich die „Men Machine“-Tracks fertig gemacht und am Pool an „Rave“ gearbeitet habe. Das war der letzte Song, den ich heute bei meinem Auftritt gespielt habe – die Mädels auf den Schultern der Jungs zu sehen und dazu nur glückliche Gesichter und gute Vibes. Das war richtig schön.

Marten Hørger gehörte bei Parookaville zum Line up auf der Mainstage.© FUNKE Foto Services | Lars Heidrich
Vor der Mainstage standen mehrere zehntausend Fans bei deinem Auftritt, dabei hast du 2017 hier nur vor 20 Leuten gespielt…
Daran kann ich mich noch gut erinnern. Das war auf einer kleinen Jägermeister-Bühne. Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt und durch die Stadt läuft, ist es auch schön, diese kleinen Bühnen zu sehen.
Parookaville: „Die besten Menschen machen die besten Orte“
Du bist weltweit auf Festivals unterwegs – was macht denn Parookaville im Vergleich zu anderen Groß-Events aus?
Es sind die Menschen, die die Orte machen. Das war schon immer so. Und die besten Menschen machen die besten Orte. Da geht es sowohl um die Menschen hinter der Bühne, wie die vor der Bühne und auch um die diejenigen unter der Bühne. Und das sind hier alles ganz tolle Menschen. Deswegen ist Parookaville so ein besonderer Ort.

75.000 Menschen sind täglich beim Festival Parookaville zu Gast.© FUNKE Foto Services | Lars Heidrich
Du hast kürzlich deine Familie deinen Fans via Instagram vorgestellt – was hat dich zu diesem Schritt bewogen?
Ich hatte immer sehr große Angst davor, meine Familie zu zeigen, weil ich dachte, ich müsste sie schützen. Ich habe die Leute ja nicht angelogen, aber trotzdem hatte ich irgendwann das Gefühl: Wenn ich sie nicht zeige, dann fehlt etwas ganz Wichtiges von mir. Das war ein seltsames Gefühl. Gerade am Künstler-Dasein ist ja das Coole, dass ich einfach ich selbst sein kann. Und dann schaue ich auf mein eigenes Insta-Profil und stelle fest: Das bin ich ja gar nicht wirklich. Da habe ich angefangen, auch aus meinem Privatleben zu erzählen, was den Leuten sehr gefallen hat. Jetzt zeige ich das öfter, und es fühlt sich sehr gut an. Meine Frau ist übrigens auch heute mit nach Parookaville gekommen. Wir sind eigentlich schon unser ganzes Leben zusammen und sie versteht natürlich ganz genau, was in meinem öffentlichen Leben passiert. Aber sie ist sonst nur sehr selten sichtbar.
Stimmt es, dass du deine Uhr nicht umstellst und weiter nach deutscher Zeit lebst – egal, wo du dich gerade auf Tour befindest?
Ich lebe das ganze Jahr nach deutscher Zeit – egal, wo wir sind auf der Welt. Das mache ich, damit ich keinen Jetlag habe, wenn ich heimkomme. Denn dann will ich sofort zu 100 Prozent für meine Familie da sein.
Marten Hørger: „Hier, um zu sehen, wie die Guten gewinnen“
In deinem Instagram-Profil steht ganz oben „Hier, um zu sehen, wie die Guten gewinnen“ – warum hast du das zu deinem Motto gemacht?
Ich glaube, dass es sehr lange, sehr rar war, dass die Guten gewonnen haben. Es gab immer dieses Stigma, dass man ein Arschloch sein muss, damit man es irgendwohinbringt. Bei vielen Erfolgs-Gurus da draußen gibt es sehr viel toxische Männlichkeit und sehr viel toxisches Verhalten – dass man sich durchboxen muss mit Ellbogen und allem Drum und Dran. Aber ich war nie so und bei mir hat doch alles geklappt. Ich habe gemerkt, dass es den Leuten etwas bedeutet, dass ich so bin, wie ich bin. Es gibt so viele von den Guten da draußen, die gewinnen. Allerdings sind das nicht unbedingt die lautesten, weißt du? Es sind immer die Lauten, die gehört werden. Aber jetzt wird es immer mehr so, dass die Guten gewinnen. Und es ist gerade richtig nice und ich will, dass die Leute das sehen. Das macht die Welt,… (stockt) … das klingt jetzt voll cheesy,… es macht die Welt einfach zu einem besseren Ort.
Hier gibt es das DJ-Set von Marten Hørger bei Parookaville 2026 in voller Länge: