Tessiner Gemeinde verkauft früheres Rathaus mit Mega-Rabatt
Seit 2023 ohne Interessent
Tessiner Gemeinde verkauft früheres Rathaus mit Mega-Rabatt für nur 650'000 Franken
Niemand will das ehemalige Rathaus in der Tessiner Gemeinde Capriasca kaufen – trotz sattem Rabatt. Nach zwei erfolglosen Ausschreibungen senkt die Gemeinde den Preis um über 30 Prozent. Bei anderen Immobilien greifen Verkäufer zu kreativen Ansätzen.
Publiziert: 18:14 Uhr
|
Aktualisiert: 18:17 Uhr
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Capriasca senkt Auktionspreis für altes Rathaus auf 650'000 Franken
- Bisher keine Gebote für anfänglichem Preis von 940'000 Franken
- Marktwert 2020: 1,25 Millionen Franken, Gebäude seit 2023 leer
Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft
Die Tessiner Gemeinde Capriasca braucht Geld. Einige ihrer Liegenschaften müssen saniert werden, darunter auch das Schwimmbad. Darum kommt das ehemalige Rathaus im Dörfli Lugaggia – nur 20 Autominuten nördlich von Lugano – unter den Hammer. Blöd nur, dass bisher niemand die Immobilie kaufen will.
Die erste öffentliche Ausschreibung endete im Dezember 2024 ohne Gebot. Damals erhoffte sich die Gemeinde noch einen Erlös von mindestens 940'000 Franken. Auch bei der zweiten Vergabe – zum selben Startpreis – flatterte kein einziges Kaufangebot in den Briefkasten der Tessiner Kommune.
Jetzt greift sie zu einer drastischen Massnahme, wie «La Regione» zuerst berichtete. Gemäss einer Mitteilung will die Verwaltung den Mindestauktionspreis für das Rathaus auf nur 650'000 Franken senken. Ein satter Rabatt von mehr als 30 Prozent.
Seit 2023 leer
Der Gemeinderat muss den Vorschlag noch überprüfen. Nach den ersten zwei erfolglosen Ausschreibungen wird aber kaum ein Weg an der Preisschraube vorbeiführen. Die Verwaltung hofft, durch den tieferen Startpreis den Wettbewerb unter den Interessenten anzukurbeln. So soll der Endpreis doch noch etwas steigen.
Zum Vergleich: Im Jahr 2020 wurde der Marktwert der Immobilie auf 1,25 Millionen Franken geschätzt. Seit 2023 steht das Gebäude leer. Zuvor diente die Liegenschaft als Zentrale der Landespolizei Torre di Redde. Gemäss Gemeinde lässt sie sich als Wohnung umnutzen.
Kreative Ansätze sind gefragt
Nicht immer gehen Immobilien so schnell über den Tisch, wie es die Verkäufer gerne hätten. Einige greifen darum auf kreative Ansätze zurück, so wie Remo Kaufmann (32). Er sucht dringend nach einem Abnehmer für sein Hotel-Restaurant Ronalp in Bürchen VS. Der ursprüngliche Preis: 2,2 Millionen. Seit diesem Frühling lässt er für die Vermittlung eines Nachfolgers satte 100'000 Franken springen. Weil er bislang noch niemanden gefunden hat, bietet er den Betrieb jetzt als Mietkauf an.
Der Kaufwillige zahlt Kaufmann dabei jeden Monat 15'000 Franken – bis der Kaufpreis erreicht ist. Das tut man fast zwölf Jahre lang, dann ist das Hotel-Restaurant gänzlich abbezahlt und die Ronalp wechselt den Eigentümer – ähnlich, wie das bei geleasten Autos funktioniert. Mit einem wesentlichen Unterschied: Der Käufer bezahlt nicht nur keine Zinsen, sondern «der Verkaufspreis reduziert sich so auf 2,1 Millionen Franken», wie der Gastwirt erklärt. Ob Kaufmann mit diesem Ansatz einen Interessenten findet, wird sich zeigen.
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.