Max Verstappen gibt zu: Habe vor dem Crash einfach zu früh Gas gegeben!


(Motorsport-Total.com) - So hatten sich die niederländischen Fans den letzten Formel-1-Grand-Prix in Zandvoort (hier live im Ticker verfolgen) nicht vorgestellt: Nicht einmal eine Runde war absolviert, als das Rennen von Lokalmatador Max Verstappen schon wieder beendet war. Der Niederländer verunfallte in der Schlusskurve ziemlich hart, konnte aber unverletzt aussteigen.

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Max Verstappen schied beim letzten Zandvoort-Rennen aus Zoom

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Vor dem Rennen hatte Regen die Piste teilweise feucht gemacht. Trotzdem waren alle Piloten auf Slicks unterwegs und kamen auch gut durch den ersten Teil der Runde. In der letzten Steilkurve kam Verstappen jedoch etwas weit nach unten und wohl auf einen feuchten Teil der Strecke, sodass er die Kontrolle über sein Heck verlor.

Der Red Bull bog nach links ab und schlug halbfrontal in die Streckenbegrenzung ein. "Ich wurde einfach überrascht", gibt Verstappen zu. "In dieser Kurve war es noch ziemlich nass, und sobald ich die trockene Stelle kommen sah, dachte ich mir: 'Jetzt kannst du aufs Gas gehen.' Aber das hat offensichtlich nicht funktioniert. Es war also wahrscheinlich einfach noch ein bisschen zu früh."

Gefragt, ob er bei einer erzwungenen Energiereduzierung im Nassen das Auto noch abgefangen hätte, winkt er ab: "Ich weiß nicht, wahrscheinlich nicht. Ich glaube, uns fehlt im Vergleich zu einigen anderen Jungs einfach Grip oder Balance", so der Niederländer. "Es ist nun mal so, wie es ist. Das wäre im Nassen genauso gewesen."

Der Rest des Feldes konnte dem Crash glücklicherweise ausweichen und traf den austrudelnden Niederländer nicht. Weiter hinten im Feld erwischte es lediglich Gabriel Bortoleto (Audi), der sich an der gleichen Stelle drehte, im Gegensatz zu Verstappen aber nicht einschlug.

Das Rennen wurde mit einer roten Flagge unterbrochen und nach einer rund halbstündigen Pause wieder aufgenommen.

Lawson: "Unmöglich", die Bedingungen einzuschätzen

Laut Teamkollege Liam Lawson, der direkt hinter Verstappen lag und die beste Sicht auf den Vorfall hatte, sei es in der ersten Runde "unmöglich" gewesen, die Bedingungen auf der Strecke einzuschätzen. "Ich meine, die gesamte erste Hälfte der Runde war trocken, und die letzten paar Kurven waren dann völlig durchnässt", schildert er.

"So etwas passiert also verdammt leicht, wenn du auf einem Slick-Reifen so viel Leistung hast." Der Neuseeländer sei "wirklich vom Gas gegangen, weil ich ehrlich gesagt keinerlei Vertrauen darin hatte, wie viel Grip wir dort haben würden."

"Und ich denke, Max hat wahrscheinlich versucht, näher ranzukommen und ein Überholmanöver zu setzen, und hat das Auto dabei einfach verloren."

Verstappen musste aufgrund des Einschlags kurz ins Medical-Center, blieb ansonsten aber unverletzt. "Das ist das Wichtigste", sagt Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies bei Sky. Nach Isack Hadjar, der Zandvoort aufgrund einer Handverletzung verpasste, muss der Rennstall somit keinen weiteren Ersatz suchen. "Max geht es gut und er wird nächste Woche im Auto sitzen können."

Drei heikle Szenen in einer Runde

Für Verstappen verlief schon die ganze erste Runde turbulent. Bereits am Start war der viermalige Weltmeister in einer Kettenreaktion leicht ins Gras gedrängt worden, weil beide Ferraris vor ihm Oscar Piastri ausgewichen waren und Verstappen ganz außen dann der Leidtragende war.

"Der Start war einfach eine Folge von dem, was da auf der rechten Seite passiert ist. Das ist schon in Ordnung, so was passiert", sieht er diese Szene gelassen - genau wie die anschließende leichte Kollision mit Teamkollege Liam Lawson in der ersten Steilkurve, als der Neuseeländer aggressiv außen um Verstappen herumfahren wollte.

"Ich meine, wir dürfen ja gegeneinander fahren. Von daher finde ich das völlig normal", sieht er auch darin kein Problem.

Enttäuschendes Wochenende mit körperlichen Problemen

Mit dem Unfall endete dann Verstappens schlimmes Zandvoort-Wochenende, bei dem er sich schon von Anfang an körperlich nicht gut gefühlt hatte. "Ich denke, insgesamt hatten wir von der Pace her ein enttäuschendes Wochenende", fasst er zusammen. "Wir konnten einfach nicht wirklich mit den Jungs da vorne mitkämpfen, das ist wahrscheinlich der enttäuschendste Teil."

"Aber klar, ich hätte mir gewünscht, dass wir im Rennen etwas mehr hätten ausrichten können. Wenn man sich aber die Pace anschaut, die wir gezeigt haben, glaube ich nicht, dass das überhaupt möglich gewesen wäre", sagt der Niederländer.

"Aber ja, ich wäre trotzdem gerne gefahren, hätte es gerne weiter versucht und eine gute Leistung gezeigt. Na ja, hoffentlich können wir in Monza wieder ein bisschen konkurrenzfähiger sein."

Erst einmal freut er sich jetzt auf eine Woche Pause, in der er sich erholen möchte, "weil es mir wirklich nicht gut ging", wie er sagt. "Ich hätte mir mehr gewünscht, aber man muss in dieser Saison realistisch sein. Wir sind das viertschnellste Team, es ist also nicht so, dass man in Zandvoort ankommt und plötzlich zaubern kann."

"Es ist einfach, wie es ist. Andere Teams haben Upgrades gebracht, wir nicht. Wenn man ohnehin schon hinterherfährt, wirft einen das noch weiter zurück. Es gibt also keine Überraschungen, das ist einfach die Realität, in der wir leben."