Medienberichte: Putin könnte Entschlossenheit der Nato laut US-Berichten testen


US-Geheimdienste sollen Berichten zufolge davon ausgehen, dass Putin die Nato testen will. Szenarien reichen von Cyberattacken bis zu einem Eindringen in Nato-Gebiet.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

dar

Aktualisiert am 8. August 2026, 23:31 Uhr

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Medienberichte: Der russische Staatschef Wladimir Putin
Der russische Staatschef Wladimir Putin © Alexander Kazakov/​via REUTERS

Russlands Staatschef Wladimir Putin könnte US-Medienberichten zufolge die Nato mit einem begrenzten Angriff auf ein Mitgliedsland testen. Das berichteten das Wall Street Journal (WSJ) und der Sender CNN übereinstimmend. Sie berufen sich dabei auf US-Geheimdienstberichte, deren Inhalte ihnen US-Beamte und mit den Berichten vertraute Quellen geschildert hätten.

Mögliche Szenarien reichen demnach von einer Cyberattacke bis hin zu einem klein angelegten Eindringen in ein Nato-Land. Nach Informationen des WSJ waren die USA zwar zuvor davon ausgegangen, dass Putin kein Nato-Land provozieren wolle, während er noch Krieg gegen die Ukraine führe. Diese Einschätzung habe sich jedoch dieses Jahr geändert, zitierte die Zeitung US-Beamte.

Ziel eines möglichen Angriffs Putins auf ein Nato-Land während des andauernden Ukrainekriegs wäre demnach eine Spaltung des Bündnisses. Als weiteres mögliches Szenario nannte die Zeitung das Entsenden von Soldaten in nicht gekennzeichneten Uniformen zur Besetzung von Gebieten.

Eindringen in Nato-Ostflanke sei noch unwahrscheinlich

Die Wahrscheinlichkeit für das Extremszenario – ein Eindringen in ein Gebiet der Nato-Ostflanke – sei gering, steige aber mit fortschreitender Zeit, schrieb das WSJ über die Befunde der Geheimdienstberichte. Der geschätzte Zeitrahmen für jegliche möglichen Angriffe reicht demnach von diesem Herbst bis zum Jahr 2029.

Nach Informationen von CNN ist es am wahrscheinlichsten, dass ein wie auch immer gearteter Angriff baltische Staaten oder Polen ins Visier nehmen würde. Litauens Regierung hatte jüngst mitgeteilt, dass dem eigenen Militärgeheimdienst Informationen vorlägen, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten unter Einsatz ukrainischer Drohnen erwägen könnte.

Russland wird bereits für hybride Kriegsführung gegen europäische Länder verantwortlich gemacht. Dazu gehören etwas jüngste russische Versuche der Einflussnahme auf Wahlen in Deutschland oder Frankreich. Vor wenigen Tagen berichtete die ZEIT zudem etwa über mutmaßliche Attentatspläne gegen den Chef des deutschen Drohnenherstellers Donaustahl. Am Flughafen Halle-Leipzig wurde am Dienstag zudem eine mit Sprengstoff beladene Drohne gefunden.