Mehr als 40 Jahre nach Falkland-Krieg: Milei eskaliert Streit und will Inseln zurück


Stand: 04.09.2026, 13:17 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Milei fordert die Falklandinseln erneut für Argentinien und kündigt Sanktionen an.

Buenos Aires – Mehr als 40 Jahre nach dem Falkland-Krieg verschärft Argentinien den Streit mit Großbritannien um die Inselgruppe im Südatlantik. Präsident Javier Milei fordert die Falklandinseln erneut für sein Land und kündigt Sanktionen gegen Ölunternehmen an, die vor dem britischen Überseegebiet tätig sind.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

In einer Fernsehansprache in der Nacht zum Freitag (4. September) bezeichnete Milei die Inseln als argentinisches Gebiet, wie der britische Sender Sky News berichtet. Sie stünden unter „britischer Besatzung“, sagte der Präsident. Argentinien müsse die Falklandinseln zurückgewinnen, dafür gebe es „keinen anderen Weg“.

Mehr als 40 Jahre nach Falkland-Krieg: Milei eskaliert Streit und will Inseln zurück

Milei fordert die Falklandinseln erneut für Argentinien und kündigt Sanktionen an. © © IMAGO / Aton Chile / Archivbild

Milei kündigte zugleich ein Dekret gegen Unternehmen an, die vor den Inseln nach Öl suchen oder dort fördern. Wegen der Rohstoffvorkommen müsse Argentinien „schnell handeln“, erklärte er. Die Falkland-Frage stehe über innenpolitischen Differenzen. Milei rief die Bevölkerung deshalb dazu auf, gegenüber der Welt geschlossen aufzutreten.

London weist den argentinischen Anspruch zurück. Die britische Regierung bekräftigte diese Woche ihre bisherige Haltung: Die Souveränität liege beim Vereinigten Königreich, ausschlaggebend sei der Wille der Bewohner der Falklandinseln.

London kontert Mileis Vorstoß

Auch der britische Verteidigungsminister Wes Streeting wies Mileis Aussagen zurück. Die nächtliche Ansprache sage mehr über die Innenpolitik Argentiniens aus als über die Falklandinseln, schrieb er auf der Plattform X. „Die Falklandinseln sind britisch, weil ihre Bewohner britisch sein wollen.“ Londons Verpflichtung gegenüber den Inseln sei „absolut und unerschütterlich“.

Für zusätzliche Spannung sorgt die Haltung von US-Präsident Donald Trump. Er hatte zuvor offengelassen, ob die USA Großbritannien bei einem möglichen neuen Konflikt um die Inseln unterstützen würden. Trump verwies nach Angaben von Sky News darauf, dass London die Vereinigten Staaten im Krieg gegen Iran nicht unterstützt habe.

Ex-Spitzendiplomat fordert neue Debatte

Gleichzeitig wird in Großbritannien auch über die Kosten der Falklandinseln diskutiert. Simon McDonald, von 2015 bis 2020 höchster Beamter im britischen Außenministerium, stellte die bisherige Linie Londons öffentlich infrage.

Die Inseln kosteten Großbritannien rund eine halbe Milliarde Pfund pro Jahr, sagte McDonald dem Sender BBC Radio 4. Bei nur etwa 2.000 Einwohnern hätten diese praktisch keinen Anreiz, ihre Haltung zur Zugehörigkeit zu Großbritannien zu ändern. „Diese absolute Festlegung muss noch einmal überprüft werden“, sagte der frühere Spitzendiplomat.

Auch beim Selbstbestimmungsrecht sieht McDonald Grenzen. Wenn eine kleine Bevölkerungsgruppe von einer wesentlich größeren dauerhaft sehr hohe Ausgaben verlange, könne dieses Recht nicht uneingeschränkt gelten. Großbritanniens strategische Interessen seien Mitte des 21. Jahrhunderts andere als 1982, als beide Länder im Falkland-Krieg gegeneinander kämpften.

Damals war es zwischen Argentinien und Großbritannien zu einem Krieg gekommen, bei dem Hunderte Menschen auf den Inseln starben. Die USA stellten sich auf die Seite der Briten, die die argentinischen Angreifer aus dem Überseegebiet vor Argentiniens Küste vertreiben konnten. Quellen: BBC, Sky News, Wes Streeting / X, nif/red.