BASF-Tochter verklagt Apple wegen Face ID
Der deutsche Chemiekonzern BASF – respektive eine Tochterfirma – steht im Patentclinch mit Apple. Die trinamiX GmbH mit Hauptsitz in Ludwigshafen hat bei einem Gericht in Texas Klage gegen den iPhone-Hersteller eingereicht, weil dieser geschützte Technologien bei der Umsetzung seiner Face-ID-Bilderkennung verwendet habe. Verwirrend an dem Rechtsstreit: Er kommt reichlich spät. Apple hatte Face ID bereits 2017 mit dem iPhone X auf den Markt gebracht und nutzt es seitdem in allen aktuellen iPhones sowie diversen iPads. BASF geht es bei der Klage insbesondere um Schutzfunktionen, die man innerhalb einer Dekade entwickelt habe, um die Bilderkennung vor Angriffen etwa durch Fotos oder Masken zu schützen. Apple verstoße gegen diese Schutzrechte.
Gerichtsstand: Midland, Texas
Die trinamiX-/BASF-Klage wurde vor dem Gericht in Midland eingereicht, das den Ruf hat, eher aufseiten von Patentrechteinhabern zu urteilen und Patentklagen vergleichsweise schnell zu bearbeiten. Vor dem U.S. District Court fordern die Kläger von Apple nicht näher ausgeführten Schadenersatz, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zudem solle Apple die weitere Rechteverletzung unterlassen – denkbar ist hier auch eine Verkaufseinstellung. Apple setzt mit dem iPhone den Löwenanteil seiner Erlöse um – in neun Monaten waren es fast 200 Milliarden US-Dollar. Der iPhone-Umsatz liegt bei rund 20 Milliarden.
BASF zufolge klagt man nur deshalb so spät, weil Face ID erst mit Einführung des iPhone 15 im Jahr 2023 sowie späteren Modellen auch des iPad Pro die patentierte Technik verwende. Dabei handele es sich um eine spezielle Material- und Hauterkennung. Insgesamt sieben trinamiX-Patente betreffe dies.
Verfahren bei der Entwicklung von Solarzellen entdeckt
Interessanterweise wurden die Verfahren bei der Arbeit an organischen Solarzellen entdeckt, was zur Entwicklung neuartiger 3D-Kameras führte. BASF gründete daraufhin trinamiX aus, um Sensorverfahren zu entwickeln. Laut Reuters verfügt das Unternehmen über 800 Patente, die entweder bereits genehmigt oder offiziell eingereicht wurden. Von Apple war zunächst nichts zu der Klage zu hören.
Der Konzern hat regelmäßig mit Patentklagen zu kämpfen. Zuletzt ging es unter anderem um LTE-Technik oder VPN-Systeme. Apple selbst hatte kürzlich einen großen Rechtsstreit mit OpenAI wegen des angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen angestrengt.
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(bsc)