Meta: 17-Milliarden-Vergleich reiht Konzern in Reihe mit Enron und WorldCom ein


Der Technologiekonzern Meta hat sich in dieser Woche bereit erklärt, im Rahmen eines Vergleichs rund 17 Milliarden US-Dollar zu zahlen, um einen richtungsweisenden Jugendschutzprozess abzuwenden. Es handelt sich um einen der größten Vergleiche dieser Art überhaupt.

Dabei entspricht die Summe nur einem Bruchteil der rund 60,5 Milliarden US-Dollar Gewinn, die das Unternehmen allein im vergangenen Jahr verbuchte. Und einem Bruchteil der 1,4 Billionen Dollar Strafe, die der Konzern angeblich befürchtete.

Hier ein Überblick über einige weitere bemerkenswerte Vergleiche von Unternehmen.

BP und die Deepwater-Horizon-Kathastrophe

Schadensfall: Brand der Ölplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010

Schadensfall: Brand der Ölplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010

Foto: Gerald Herbert / AP

2015 erklärte sich der Ölkonzern BP bereit, 20 Milliarden US-Dollar für die Katastrophe der Deepwater Horizon zu zahlen, die zur schwersten Ölkatastrophe vor der Küste in der Geschichte der Vereinigten Staaten wurde.

Der Vergleich, der erstmals 2016 angekündigt wurde, umfasste 5,5 Milliarden US-Dollar an zivilrechtlichen Strafzahlungen nach dem Clean Water Act sowie weitere Milliarden zur Deckung von Umweltschäden und anderer Forderungen der fünf Bundesstaaten an der Golfküste und lokaler Regierungen. Das Geld soll über einen Zeitraum von etwa 16 Jahren ausgezahlt werden.

Der Enron-Bilanzskandal

Verurteilt: Ex-Enron-Chef Jeff Skilling bekam 24 Jahre Gefängnis – später wurde seine Haftstrafe aber deutlich reduziert

Verurteilt: Ex-Enron-Chef Jeff Skilling bekam 24 Jahre Gefängnis – später wurde seine Haftstrafe aber deutlich reduziert

Foto: © Richard Carson / Reuters/ REUTERS

Enron, einst das damals siebtgrößte Unternehmen der Vereinigten Staaten, beantragte 2001 Insolvenzschutz, nachdem jahrelange Bilanztricks Schulden in Milliardenhöhe nicht länger verschleiern und gescheiterte Geschäftsbereiche nicht mehr als profitabel erscheinen lassen konnten. Der Zusammenbruch des Energieunternehmens kostete mehr als 5000 Menschen den Arbeitsplatz und vernichtete mehr als zwei Milliarden US-Dollar an Betriebsrenten und Sparanlagen.

Mehr als 20 Enron-Manager, darunter der frühere Vorstandschef Jeffrey Skilling, wurden wegen ihrer Rolle in dem Betrug verurteilt. Eine Sammelklage führte zur Rückgewinnung von mehr als sieben Milliarden US-Dollar.

Der WorldCom-Skandal

Geriet ins Visier der Behörden: Ex-WorldCom-Chef Bernard Ebbers 2004

Geriet ins Visier der Behörden: Ex-WorldCom-Chef Bernard Ebbers 2004

Foto: © Reuters Photographer / Reuters

Die WorldCom Inc. meldete 2002 Insolvenz an, nachdem ein Bilanzbetrug in Höhe von elf Milliarden US-Dollar aufgedeckt worden war. Dazu gehörte, dass führende Manager ihre Untergebenen unter Druck setzten, Zahlen aufzublähen, um das Unternehmen profitabler erscheinen zu lassen. Der Zusammenbruch führte zu massiven Verlusten für Aktionäre, darunter auch für Menschen, die über Altersvorsorgepläne investiert hatten.

Jahre später erklärte sich das Unternehmen bereit, den Aktionären rund 750 Millionen US-Dollar in Form von Bargeld und Aktien zu zahlen. Große Banken und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften schlossen Vergleiche über insgesamt etwa sechs Milliarden US-Dollar.

Finanzkrisendebakel von JPMorgan und BoA

Dauerbrenner: JP Morgan-Chef Jamie Dimon

Dauerbrenner: JP Morgan-Chef Jamie Dimon

Foto: Julia Demaree Nikhinson / AP

JPMorgan Chase & Co. erklärte sich 2013 in einem richtungsweisenden Vergleich bereit, 13 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Das Unternehmen räumte ein, Anleger über die Qualität riskanter hypothekenbesicherter Wertpapiere vor der Finanzkrise von 2008 getäuscht zu haben.

Die Vereinbarung umfasste auch Vergleiche mit den Bundesstaaten New York, Kalifornien und weiteren Staaten.

Ein Jahr später schloss die Bank of America mit der US-Regierung einen Vergleich in Höhe von 16,65 Milliarden US-Dollar wegen desselben Sachverhalts. Die Vereinbarung sah vor, dass die zweitgrößte Bank der USA eine Strafzahlung von fünf Milliarden US-Dollar in bar leistet, weitere 4,6 Milliarden US-Dollar für Ausgleichs- und Sanierungsmaßnahmen bereitstellt und angeschlagenen Hauseigentümern mit rund sieben Milliarden US-Dollar Entlastung hilft.

Johnson & Johnson und der Talkum-Streit

Hoch umstritten: Babypuder von Johnson & Johnson

Hoch umstritten: Babypuder von Johnson & Johnson

Foto: Matt Rourke/ AP

Johnson & Johnson erklärte sich im Juli 2026 bereit, 5,5 Milliarden US-Dollar zu zahlen, nachdem der Konzern fast zwei Jahrzehnte lang gegen Klagen im Zusammenhang mit Talkumprodukten gekämpft hatte, von denen Klägerinnen behaupteten, sie hätten Eierstockkrebs verursacht.

Der Pharmakonzern, der sich seit mehr als einem Jahrzehnt gegen Klagen im Zusammenhang mit Talkumprodukten wehrt, erklärte, der Vergleich stehe unter dem Vorbehalt, dass sich mindestens 95 Prozent der noch offenen Anspruchstellerinnen und Anspruchsteller daran beteiligen.

Ein Richter eines US-Insolvenzgerichts hatte im vergangenen Jahr einen Vergleich über neun Milliarden US-Dollar abgelehnt, den die Unternehmenstochter Red River Talc vorgeschlagen hatte. Er wäre einer der größten Vergleiche in einem Massenschadensfall in der Geschichte gewesen.

Auch Bayer setzt auf einen Vergleich

Glyphosathaltig: Unkrautvernichter Roundup der Bayer-Tochter Monsanto

Glyphosathaltig: Unkrautvernichter Roundup der Bayer-Tochter Monsanto

Foto: Regis Duvignau / REUTERS

Auch der Pharmakonzern-Bayer strebt im Streit um seinen angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Roundup einen Vergleich an. Und zwar in Höhe von bis zu 7,25 Milliarden Dollar.

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Durch ist die Entscheidung aber noch nicht. Nachdem mehrere Krebspatienten sich gegen die Vereinbarung wehrten, ist nun für September in den USA ein "Final Approval Hearing" geplant.