Mette-Marit in neuer Rolle als Königin: Norweger überraschen mit neuem Urteil über ihre Regentin
Mette-Marit als Königin: Norwegens Volk überrascht mit neuem Urteil über seine Regentin
Stand: 20.09.2026, 06:20 Uhr
Lange war Mette-Marit umstritten – nun zeigt eine repräsentative Umfrage: Fast die Hälfte der Norweger hält ihre neue Königin plötzlich für die Rolle geeignet.
Oslo – Es ist eine Zahl, die aufhorchen lässt: Fast jeder zweite Norweger hält Mette-Marit (53) inzwischen für geeignet, das Amt der Königin auszufüllen. Das norwegische Meinungsforschungsinstitut „Respons Analyse“ ermittelte diesen Wert in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der norwegischen Tageszeitung Aftenposten. Befragt wurden 1.003 Personen im Zeitraum vom 10. bis 14. September – unmittelbar nach dem Staatsbegräbnis von König Harald V. († 89) am 9. September. 1.003 Befragte gelten in Norwegen als repräsentativ. Anlass der Erhebung war die veränderte öffentliche Lage nach dem Tod des Monarchen und der damit verbundenen Frage, wie das Volk zur neuen Königin steht.

Das Ergebnis dieser Mette-Marit-Umfrage ist bemerkenswert: 47 Prozent der Befragten gaben an, in sehr hohem oder ziemlich hohem Maße Vertrauen in die neue Königin zu haben. Lediglich 25 Prozent äußerten sich skeptisch und sagten, sie hielten Mette-Marit in sehr geringem oder eher geringem Maße für die Rolle geeignet. Zum Vergleich: Bei einer gleichlautenden Befragung, die Respons Analyse im Vorjahr ebenfalls im Auftrag von Aftenposten durchführte, sah nur jeder Fünfte die damalige Kronprinzessin als geeignet an. Innerhalb von rund einem Jahr hat sich das Stimmungsbild damit grundlegend gewandelt – auch wenn 47 Prozent im historischen Vergleich skandinavischer Königshäuser noch immer ein vergleichsweise verhaltener Wert sind.
Königin Mette-Marit: Repräsentative Umfrage zeigt dramatischen Stimmungswandel in Norwegen
Der Hintergrund dieser Mette-Marit-Kehrtwende ist vielschichtig. Die vergangenen Jahre waren für die gebürtige Stavangerin eine Abfolge schwerer Prüfungen: Seit 2018 leidet sie an einer chronischen Lungenfibrose, die in diesem Jahr eine Lungentransplantation notwendig machte. Parallel dazu erschütterten die Enthüllungen rund um ihre jahrelange Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein († 66) das öffentliche Ansehen der Kronprinzessin massiv – sie soll in den freigegebenen Dokumenten mehrere Hundert Mal namentlich erwähnt worden sein. Und schließlich wurde ihr Sohn Marius Borg Høiby (29) im Juni wegen zweier Vergewaltigungen und Körperverletzung zu vier Jahren Haft verurteilt, ein Urteil, gegen das er Berufung eingelegt hat und das im Februar 2027 zur Verhandlung kommen soll.

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Dass ausgerechnet jetzt die Sympathiewerte steigen, erklärt die norwegische Königshausexpertin Tove Taalesen gegenüber Nettavisen mit dem besonderen emotionalen Klima nach dem Tod König Haralds: „Ich glaube, viele empfinden große Fürsorge und Sympathie für sie als Person, und wir befinden uns in einer Phase, in der wir uns nach einer gemeinsamen Trauerzeit wieder in das Königshaus ‚verliebt‘ haben.“ Große Ereignisse im Königshaus – Trauerfeiern ebenso wie Hochzeiten – haben in Norwegen traditionell einen merklichen Einfluss auf die Stimmung gegenüber dem Herrscherhaus. Auch das norwegische Meinungsklima zum Mette-Marit-Thema folgt offenbar dieser Gesetzmäßigkeit.
Dennoch warnt die Expertin vor voreiligem Optimismus. Die aktuelle Mette-Marit-Umfrage bilde eine Momentaufnahme ab, keine Garantie. Taalesen formuliert es nüchtern: „Das Vertrauen in sie ist dünn, und es braucht nicht viel, bis die Umfragewerte wieder nach unten zeigen.“ Das norwegische Königshaus selbst kommentierte die Ergebnisse auf Anfrage von Aftenposten nicht – man äußere sich grundsätzlich nicht zu Meinungsumfragen, ließ ein Sprecher des Hofes ausrichten. Verwendete Quellen: aftenposten.no, nettavisen.no