Mexiko stellt Strafanzeigen wegen Tötung von Mexikanern bei US-Einsätzen


Menschenrechte

Mexiko stellt Strafanzeigen wegen Tötung von Mexikanern bei US-Einsätzen

Laut dem mexikanischen Außenministerium wurden insgesamt 20 Strafanzeigen bei den zuständigen Staatsanwaltschaften der USA eingereicht

Mexiko-Stadt – Mexiko geht in den USA rechtlich gegen zahlreiche Todesfälle mexikanischer Migranten vor, die im Zusammenhang mit Einsätzen oder im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörden gestorben sind. Das mexikanische Außenministerium teilte am Mittwoch mit, dass es insgesamt 20 Strafanzeigen bei den zuständigen Staatsanwaltschaften der USA eingereicht habe. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte den Schritt Anfang Juli angekündigt.

Die Todesfälle im Zusammenhang mit den Einsätzen der US-Behörden ereigneten sich in den acht Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Florida, Georgia, Illinois, Louisiana, Missouri und Texas. Der Mitteilung zufolge reichte Mexikos Regierung acht Strafanzeigen bei den Staatsanwaltschaften der Bundesstaaten und zwölf bei den Bezirksstaatsanwälten ein.

Mexikos Botschafter in den USA, Roberto Lazzeri, habe bei Treffen mit dem US-Heimatschutzministerium und der Einwanderungsbehörde ICE gefordert, "dass jeder Fall aufgeklärt wird", hieß es in der Erklärung weiter. Zudem habe der Chefdiplomat die "Bedenken" Mexikos hinsichtlich der Bedingungen in den Haftanstalten für Migranten "vorgebracht".

Ein Mann hält während einer Beerdigung im Tzotzil-indigenen Dorf San Juan Chamula, Chiapas, Mexiko, ein Holzkreuz mit der Aufschrift „Royer Pérez Jiménez“ in den Händen. Das Kreuz erinnert an einen 19-jährigen Mexikaner, der am 16. März 2026 in einem US-Haftzentrum gestorben ist. Im Hintergrund sind Trauernde zu sehen.
Laut dem mexikanischen Außenminister Roberto Velasco kamen seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump mindestens 17 mexikanische Staatsbürger bei Razzien oder in Gefängnissen der Einwanderungsbehörde ICE oder anderer US-Behörden zu Tode.

Forderung an Türk

Mexikos Außenminister Roberto Velasco forderte überdies den UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, auf, von Washington Informationen zu diesem Thema einzuholen und "technische Empfehlungen zum Verhindern solcher Vorfälle" zu formulieren.

Laut Velasco kamen seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump Anfang 2025 mindestens 17 mexikanische Staatsbürger bei Razzien oder in Gefängnissen der Einwanderungsbehörde ICE oder anderer US-Behörden zu Tode. Sheinbaum hatte bei einer Pressekonferenz Anfang Juli gesagt, sie werde die privaten Betreiber von Haftanstalten in den USA dazu drängen, die "Menschenrechte der Mexikaner zu achten".

US-Präsident Trump hatte nach seinem erneuten Amtsantritt im Jänner 2025 ein deutlich verschärftes Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen irreguläre Migranten angeordnet. Tödliche Schusswaffeneinsätze von ICE-Mitarbeitern heizten im Jänner die Proteste gegen Massenabschiebungen der Trump-Regierung an. Der US-Präsident entließ daraufhin Heimatschutzministerin Kristi Noem. (APA, 22.7.2026)

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