„Schande“: Doping-Kontrollen mitten in der Nacht sorgen für Wirbel bei der Tour de France


Stand: 22.07.2026, 20:32 Uhr

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Bei der Tour de France sollen Doping-Fälle der Vergangenheit angehören. Dafür tauchen die Kontrolleure sogar mitten in der Nacht im Fahrerlager auf.

Paris – Die Tour de France 2026 steuert auf das Finale zu. Am Sonntag erreichen die Fahrer die französische Hauptstadt. Nicht mehr mit dabei ist der deutsche Superstar Florian Lipowitz. Der 25-Jährige hat sich bei seinem Sturz am Dienstag einen Schlüsselbeinbruch zugezogen und wurde bereits operiert. Der Tour-Dritte des Vorjahres will 2027 wieder bei der Tour angreifen. Immerhin wird er fortan nicht mehr von nächtlichen Doping-Kontrollen geweckt.

Tadej Pogacar fährt bei der Tour de France in Gelb.

Die Rad-Stars um Tadej Pogacar werden bei der Tour de France rund um die Uhr Doping-Kontrollen unterzogen. © picture alliance/dpa/AP | Mosa‘ab Elshamy

Um mögliche Sünder aufzuspüren, finden die Tests zu willkürlichen Uhrzeiten statt – auch mitten in der Nacht. An dieser Vorgehensweise hatte es Kritik gehagelt, schließlich würden die plötzlichen Schlafunterbrechungen die Leistungsfähigkeit der Spitzensportler in Gefahr bringen. Der Radsport-Weltverband UCI jedoch verteidigt die Kontrollen vehement.

Radsport-Weltverband verteidigt nächtliche Doping-Kontrollen bei Tour de France

Die Organisation teilte mit: „Obwohl sich die UCI der Belastung für die Fahrer bewusst ist, unterstreicht sie dennoch, dass diese Kontrollen einem übergeordneten Interesse dienen: dem Kampf gegen Doping.“ Dieser Kampf habe höchste Priorität. Die UCI gab immerhin zu, „dass nächtliche Dopingkontrollen die Erholung der Fahrer beeinträchtigen können“.

Die Kontrollen außerhalb der regulären Trainingszeiten sollen zudem eine absolute Ausnahme sein, der Großteil der Tests würde zu „normalen“ Zeiten stattfinden. Die UCI hat es sich zur Aufgabe gemacht, die International Testing Agency (ITA) „uneingeschränkt bei der Nutzung aller ihr zur Verfügung stehenden Mittel zur bestmöglichen Erfüllung ihrer Aufgabe“ zu unterstützen.

Die ITA führt die nächtlichen Kontrollen durch. Genehmigt hat sie ein Gericht in Paris, dies berichtete die französische Sportzeitung L'Equipe. Bereits 2015 wurde diese Bestimmung im französischen Recht vereinigt, doch erst jetzt kommt die Regel auch tatsächlich zum Tragen. So gab es am Montagabend gegen 22 Uhr eine Doping-Kontrolle für das gesamte Red-Bull-Team, dem auch Florian Lipowitz angehört.

Der Mann in Gelb, Tadej Pogacar, wurde vor der 15. Etappe, die als besonders anstrengend gilt, um fünf Uhr morgens aus dem Bett geklingelt. Bei Jonas Vingegaard zeigte die Uhr zwei Uhr an – am kommenden Tag schied er nach einem Sturz aus der Tour aus. Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel hatte die nächtlichen Kontrollen als „unmenschlich“ und „Schande“ bezeichnet. (is)