Migration: Frontex meldet ein Drittel weniger illegale EU-Grenzübertritte


Mehr als 74.000 unerlaubte Einreisen in die EU hat Frontex in diesem Jahr bis Ende August registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Zahlen deutlich.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

edd

Aktualisiert am 10. September 2026, 18:20 Uhr

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Spanische Soldaten stehen am 1. August in Ceuta Wache. © Pedro Nunes/​Reuters

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat seit Jahresbeginn mehr als ein Drittel weniger illegale Grenzübertritte an den Außengrenzen der EU verzeichnet. Mehr als 74.000 unerlaubte Einreisen in den ersten acht Monaten bedeuteten einen Rückgang von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte die Behörde mit. Der Rückgang auf fast allen wichtigen Migrationsrouten sei auf die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Partnerländern und auf Präventivmaßnahmen in den wichtigsten Herkunftsländern der Migranten zurückzuführen.

»Die europäische Migrationswende wirkt – die Zahlen sprechen für sich«, sagte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner. »Seit 14 Monaten gehen die illegalen Grenzübertritte konstant zurück.« Die EU müsse dranbleiben, die Außengrenzen weiter stärken und die bisherigen Fortschritte im Umgang mit Migration fest verankern.

Ceuta nicht vollumfänglich abgebildet

Allerdings räumte Frontex in dem Bericht ein, dass die genannten Zahlen die »großangelegte Migrationsbewegung« von Marokko zu der spanischen Exklave Ceuta Ende Juli nicht widerspiegelten. Eine endgültige Gesamtzahl lasse sich wahrscheinlich nicht ermitteln, da die meisten Migranten nach Marokko zurückgekehrt seien, bevor sie registriert werden konnten.

Ende Juli waren nach Angaben der spanischen Regierung zeitweise rund 80.000 Menschen in die Exklave in Nordafrika gelangt. Marokko selbst hatte die Zahl der Ankünfte mit rund 40.000 angegeben. 83 Menschen starben bei dem Versuch, nach Ceuta zu gelangen. Der Vorfall löste eine Debatte über den Schutz der Außengrenzen der EU und die Verantwortung Spaniens aus.

Aus Frontex-Kreisen hieß es dazu laut Nachrichtenagentur dpa, dass die Situation an den EU-Außengrenzen insgesamt während des Sommers ruhig gewesen sei. Gleichzeitig habe Ceuta deutlich gemacht, dass sich auch eine ruhige Grenzlage innerhalb weniger Stunden ändern könne. Schleusernetzwerke würden nicht verschwinden, wenn die Zahlen der Grenzübertritte sinken würden. Frontex müsse daher nach eigenen Angaben bereit sein für den nächsten Moment, den die Schleuser für sich nutzen wollen würden.

Mittelmeer weiterhin tödlich

Laut Frontex-Daten führen die Hauptfluchtrouten weiterhin über das Mittelmeer, wo Migranten versuchen, mit Booten in die EU überzusetzen. Die Route über das östliche Mittelmeer von der Türkei nach Griechenland sowie die über das zentrale Mittelmeer von Libyen und Tunesien nach Italien und Malta machten insgesamt fast 60 Prozent der registrierten irregulären Einreisen aus. Während es auf beiden Strecken einen deutlichen Rückgang gab, stellte die Grenzschutzbehörde auf der Migrationsroute über das westliche Mittelmeer nach Spanien einen Anstieg von 34 Prozent fest.

Laut Daten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kam es in diesem Jahr zu deutlich mehr Todesfällen auf den beiden Hauptrouten über das Mittelmeer. Demnach sind in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr doppelt so viele Menschen auf der zentralen Mittelmeerroute gestorben und dreimal so viele Menschen auf der östlichen Route über das Mittelmeer.

Als Hauptgründe für steigende Gefahr auf den Mittelmeerrouten nennt die IOM Unwetter, Konflikte, steigenden wirtschaftlichen Druck und sich ändernde Migrationspolitik. »Weniger Ankömmlinge bedeuten keine sichereren Reisen«, sagte der stellvertretende Generaldirektor der IOM, Ugochi Daniels. »Da die Reisen länger und gefährlicher werden, bleibt die Rettung von Menschenleben auf See und an Land eine gemeinsame Verantwortung.«