Witwe verschenkt Millionen-Villa mit Seeblick – und findet emotionale Worte zum überraschenden Schritt


Millionen-Haus am Comer See: Witwe schenkt Gemeinde ihr Anwesen mit Seeblick

Stand: 17.10.2026, 06:19 Uhr

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Der Ort Varenna am Ostufer des Comer Sees in der Lombardei (Italien).

Eine Witwe schenkt Varenna ihr Haus am Comer See zum Andenken an ihren Mann. Ein Geschenk mit Auflage und mindestens 1,6 Millionen Euro Wert. (Symbolbild) © IMAGO

Eine Witwe schenkt Varenna ihr Haus am Comer See zum Andenken an ihren Mann. Ein Geschenk mit Auflage und mindestens 1,6 Millionen Euro Wert.

Varenna – Eine Terrasse über dem Golf von Varenna, ein Garten, eine Veranda mit Blick aufs Wasser: Dieses Haus im Herzen des malerischen Ortes am Comer See soll künftig allen Bürgern und Gästen gehören. Loredana Spiga Venier hat die Immobilie der Gemeinde geschenkt – aus tiefer Verbundenheit und Liebe zu ihrem verstorbenen Mann. Für die Verwaltung der norditalienischen Gemeinde ist das ein historisches Novum.

Wie die italienische Regionalzeitung Corriere di Lecco und lokale Medien wie LeccoNotizie berichten, übergab die Witwe der Gemeinde ein Wohnhaus mit Nebengebäude und Garten in der Contrada del Prato. Das Haus erstreckt sich über zwei Etagen: Im Erdgeschoss liegen Küche, Essbereich, ein großer Wohnraum und eine Veranda, im oberen Stockwerk drei Schlafzimmer und zwei Bäder. Hinzu kommt eine Terrasse mit weitem Panoramablick über den gesamten See. Laut Schätzungen hat die Immobilie einen Marktwert von mindestens 1,6 Millionen Euro.

Auch das gesamte Mobiliar und sämtliche Einrichtungsgegenstände überließ die Witwe der Kommune. Bürgermeister Mauro Manzoni bestätigte, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Ortes ein Privatbürger der Verwaltung eine Immobilie dieser Größenordnung stiftet. „Es ist das erste Mal in der Geschichte unserer Gemeinde, dass ein Privatbürger der Verwaltung ein Gebäude schenkt – eine Geste, die man in den kommenden Jahren in Erinnerung behalten sollte.“

Witwe verschenkt ihre Villa: Gedenken an ihren Mann

Warum sie sich zu diesem außergewöhnlichen Schritt entschlossen hat, erklärte Spiga Venier mit bewegenden Worten: „Ich möchte das Andenken an meinen Mann, Gianmarco Venier, ehren. In einer Zeit, in der sich die Menschen immer mehr ins Private zurückziehen, halte ich es für gut, der Allgemeinheit viel Schönheit zu bieten.“

Ihr Mann habe Varenna seit seiner Kindheit geliebt. In den 1940er-Jahren kaufte sein Vater das Anwesen von einem Erben der bekannten Familie Venini. „Er verdient es, als der gute Mensch in Erinnerung zu bleiben, der er zu Lebzeiten war – für die vielen guten Dinge, die er ohne Aufhebens für andere getan hat.“ Das Haus sei stets ein offener Ort für Verwandte, Freunde und Bekannte gewesen. Gianmarco Venier sei bis zuletzt immer wieder an den Comer See zurückgekehrt.

Witwe stellt strenge Bedingung an die Gemeinde

Die Schenkung ist an eine klare Bedingung geknüpft: Die Gemeinde muss das Haus der gesamten Bevölkerung zugänglich machen und dort eigene Angebote im sozialen, kulturellen und touristischen Bereich schaffen. Diese Auflage wird für 90 Jahre verbindlich im Grundbuch eingetragen. Bürgermeister Manzoni lobte die Spenderin für diese Weitsicht: „Indem sie eine Zweckbindung im sozialen, kulturellen und touristischen Bereich verlangt hat, hat Frau Spiga den wahren Wert ihrer Geste über die Zeit geschützt und verhindert, dass ein künftiger Verwalter dieses Vermögen herabwürdigen könnte.“

Da Spiga Venier keine direkten Erben hat, wünscht sie sich, dass die gesamte Gemeinschaft das Haus pflegt: „Ich sehe niemand anderen als Sie, die Sie diese Gemeinschaft vertreten, dem ich die Erinnerung und die Pflege dieses Ortes meines Herzens anvertrauen kann.“

Varenna am Comer See: Ein Gegenentwurf zum Boom der Luxusimmobilien

Dass ein millionenschweres Anwesen an eine Gemeinde gestiftet wird, ist gerade in gefragten Urlaubs-Hotspots eine Seltenheit. Am Comer See steigen die Immobilienpreise seit Jahren rasant, angetrieben von internationaler Nachfrage. Während historische Fischerdörfer wie Varenna zunehmend um den Erhalt ihres authentischen Dorflebens kämpfen, setzt die Schenkung ein starkes persönliches Zeichen: Statt in ein anonymes Renditeobjekt verwandelt sich das traditionsreiche Haus in einen bleibenden Treffpunkt für Bürger und Kultur. (rd)