MINI Countryman Offroad: Unterwegs zur Erprobung in den Rocky Mountains
Mini will wieder etwas frecher, etwas wilder werden. Bestes Beispiel ist die neue Offroadversion des Mini Countryman (U25), die in diesem Herbst ihre Premiere feiern wird. Wir waren bei der finalen Erprobung in den Rocky Mountains hinter dem Steuer dabei. Viel Staub, überraschend viel Wasser, Temperaturen von über 40 Grad und Höhen bis 4.300 Meter – ein Marterprogramm, bevor es zum Kunden geht.
Die Tarnfolie ist so auffällig, dass dem Mini Countryman in Denver, Vail und selbst im Offroad-Paradies Moab fast jeder hinterherschaut. Nachdem die letzten Mini-Editionen wie Paul Smith oder Untamed eher die urbane Damenwelt lockten, geht es jetzt ins echte Gelände. Dabei ist der Mini Countryman in der geplanten Offroad-Edition zugegeben niemand für den harten Geländeeinsatz, aber auch kein Weichspüler, mit dem es nur auf den seichten Feldweg vorwärts geht.

Das zeigt der getarnte Countryman-Prototyp nicht allein durch seine Ausstattung mit Offroad-Bereifung, mehr Bodenfreiheit, Anhängerkupplung und auf Wunsch einem Dachzelt, sondern auch als es rund um das amerikanische Klettermekka Moab im US-Bundesstaat Utah auf unbefestigte Pfade, staubige Sandpisten und ins rutschige Geröll geht. Per Taster an der Mittelkonsole das Geländeprogramm eingelegt und der an sich zahme Familiencrossover mutiert zum echten Geländegänger und lässt sich auf von Wasserdurchfahrten und felsigen Bergabpassagen nicht aufhalten, um zur Wandertour oder zum Zelten zu kommen. Das Dachzelt ist gleich mit an Bord.
Dabei sind die Bedingungen bei den Testfahrten in den Rocky Mountains alles andere als einfach. Das wild getünchte Vorserienmodell kraxelt bei Temperaturen von durchweg über 40 Grad Celsius im Schatten nicht allein auf dem anspruchsvollen Onion Creek Trail unweit des schlammigen Colorado River, sondern schlägt sich auch im Areal rund um den Shafer Trail, dem nächtliche Regenfälle zugesetzt haben, überzeugend.

Ebenso wichtig wie die Feinabstimmung von Federn und Dämpfern ist in der finalen Erprobung die Auswahl der Geländereifen, die trotz aller Kletterfähigkeit auch auf den mehr als 1.800 Kilometern zwischen Denver und Los Angeles auf Highways und kleineren Landstraßen überzeugen müssen. Schließlich dürfte kaum ein Offroad-Countryman allein abseits befestigter Pisten eingesetzt werden. So führen einen die Testfahren mit einer Maximalbeanspruchung für Triebwerk, Bremsen, Kühlung und Klimaautomatik zum Beispiel auch auf den 4.300 Meter hohen Pikes Peak oder im flotten Galopp auf die 3.400 Meter hohe I-70 Richtung Vail – der höchste Punkt des amerikanischen Interstatesystem.
Kaum weniger anspruchsvoll sind bei der Abnahmetour durch sechs Bundesstaaten die kleineren Rocky-Mountainpässe oder der Abstecher ins grandiose Monument Valley, wo selbst die ausgefahrenen Touristenpfade nur mit Allrad-Geländewagen in Angriff genommen werden dürfen. Die steile Abfahrt Richtung North Window nimmt der durch die Tarnfolien entstellte Countryman trotz Dachzelt ebenso entspannt wie den Ausritt zum bekannten Gebirgsmassiv der Three Sisters inklusiv blutroter Wasserdurchfahrt, die weder Staub noch Wasser in Motor oder Innenraum dringen lässt.
Bleibt abzuwarten, ob das Serienmodell Ende des Jahres einen Unterfahrschutz und Zusatzscheinwerfer bekommt, denn wer den Countryman in der zukünftigen Offroadversion artgerecht einsetzt, möchte sich auf tiefen Feldwegen tags wie nachts über spitzen Steinen und Geröll nicht den Unterboden aufreißen. Das gilt zumindest für die Verbrennerversionen, denn auch wenn wir mit dem zwei Liter großen Turbobenziner unterwegs sind, wird es die Offroadversion des Mini Countryman auch mit einem Elektroantrieb geben. Allein die 300 PS starke John-Cooper-Works-Variante bleibt außen vor. Auf dem Niveau des JCW soll sich nach der Weltpremiere im Oktober jedoch der Basispreis des Klettermaxen einpendeln und bei rund 54.000 Euro liegen.
Jean-Philippe Parain (Head of MINI): “MINI stand schon immer dafür, jede Fahrt zu einem Abenteuer zu machen. Genau dieser Gedanke hat das Projekt von Beginn an geprägt. Ganz im Sinne der Marke verbindet das Fahrzeug hohe Leistungsfähigkeit mit unverwechselbarem Charakter und eröffnet neue Möglichkeiten für außergewöhnliche Erlebnisse.”
(Fotos: MINI, Bernhard Filser / Text: Stefan Grundhoff; press-inform)
