Missing Link: Barrierefreiheit mit Bluetooth – wie weit ist Auracast wirklich?
Dass eine Technik für Barrierefreiheit und Unterhaltung zugleich geeignet ist, passiert nicht alle Tage. Wir schauen uns den Stand der Auracast-Technik für Bluetooth-Kopfhörer und, ja, auch S-Bahnen an.
Bluetooths Auracast-Technik ist etwas Besonderes. Denn dass eine Funktechnik aus dem IT-Bereich etwa durch Schwerhörigenverbände unterstützt wird, ist selten. Gleichzeitig ist Auracast aber nicht per se eine Technik für Barrierefreiheit. Das zeigen die mittlerweile zahlreichen Auracast-Bluetoothboxen, die sich aber für Barrierefreiheit nutzen lassen.
Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.
- Mehr zum Feuilleton "Missing Link"
Doch was ist Auracast eigentlich? Vereinfacht ist es eine Broadcast-Technik wie beim Radio. Einer sendet, viele empfangen. Es ist ein Signalweg in eine Richtung, denn der Sender weiß nicht, von wem oder von wie vielen er empfangen wird.
Wir wollen in diesem Artikel einen Überblick zum Stand von Auracast geben und zeigen, wo die Technik schon zum Einsatz kommt. In den vergangenen Monaten sprachen wir dafür mit Industrievertretern, der Bluetooth Special Interest Group (SIG) und besuchten den Selbsthilfetag für Hörgeschädigte des Deutschen Schwerhörigenbundes in Berlin-Steglitz.
Hardware ist bereits in großer Auswahl im Markt
Es dürfte manchen sicher überraschen, dass Auracast sich mittlerweile in vielen Geräten findet. Ein schneller Preisvergleich auf heise.de listet beispielsweise 165 Kopf- und Ohrhörer zwischen 35 und 500 Euro (Stand: Freitag, 16. Oktober).
Hersteller bewerben Auracast aber nur selten, manchmal auch mit einem falschen Namen. Creative Labs nutzt etwa „Broadcast“ als Bezeichnung.
Wichtig bei jedem Auracast-Gerät: Es sollte eine App geben. Apple unterstützt Auracast beispielsweise nicht, arbeitet aber wohl im Stillen daran. Eine App hilft dann, das Smartphone zur Bluetooth-Fernbedienung für Auracast zu machen: Die Kopfhörer scannen den Raum nach Auracast-Sendern ab, und auf dem Smartphone wird der Sender (oder Kanal) ausgewählt. So können auch ältere Smartphones Auracast nutzen. Das gilt auch für Android. Hier kann die Unterstützung im Betriebssystem besser ausfallen.
Auch für Hörgeräte gibt es Auracast
Gut verbreitet ist die Technik auch in Hörgeräten. Namhafte Hersteller sind längst dabei. Ein Hörgerät mit Auracast hat auch die c't-Redaktion bereits getestet.
Wie wir auf dem Selbsthilfetag für Hörgeschädigte erfahren haben, verbreiten sich die Auracast-Hörgeräte zunehmend. Demnach werden dieses Jahr vermutlich Telecoil-Hörgeräte überholt. Telecoil (T-Coil) ist eine analoge Technik, oft auch als Telespule bezeichnet. Mithilfe von in Räumen verbauten Induktionsschleifen können sich Hörgeräte etwa in Sälen, Fahrstühlen oder Straßenbahnfahrzeugen einklinken, um Vorträgen latenzfrei zu lauschen oder Ansagen zu hören. Hierzulande ist das blaue Symbol mit einem weißen Ohr und dem T in der Ecke nur selten zu sehen. Diese T-Coil-Hörgeräte verkaufen sich daher nicht mehr so gut. Allerdings führen reine Bluetooth-Hörgeräte deutlich.
Lesen Sie auch
Euphorie ist jedoch nicht angebracht. Denn Auracast-fähige Hörgeräte machen diesen Zahlen zufolge weniger als zehn Prozent aus. Deswegen wird T-Coil nicht so schnell verschwinden und soll es auch nicht, worauf wir später noch eingehen. Neben klassischen Hörgeräten gibt es zudem Cochlear-Implantate, die für Auracast vorbereitet sind. Doch die Ankündigung des Herstellers ist bereits ein Jahr her, und das Hörprozessor-Update lässt weiter auf sich warten.
Bis auf diesen letzten Punkt ist Auracast aber gut auf Empfängerseite verfügbar. Aber wie sieht es auf der Sendeseite aus?
Auracast-Sender: Vom Fernseher bis zur Partybox
Auch hier ist das Angebot mittlerweile reichhaltig. Fernseher mit Auracast-Unterstützung sind viele erhältlich. So kann beim Heimkinoabend jeder in seiner Lautstärke hören, mitunter mit einer einfachen Hörhilfe in Form eines Kopfhörers, allerdings nur in Stereo. Wie bei Kopfhörern wird die Auracast-Funktion aber kaum beworben. Selbst Bluetooths offizielle Auracast-Liste mit 210 Einträgen ist diesbezüglich kaum hilfreich, weil die Hersteller ihre Geräte nicht melden.
Im Zweifel gibt es aber Aufrüstoptionen. Das aus dem Berliner Raum stammende Unternehmen Feintech bietet etwa mit dem BT200 eine günstige Senderbox für rund 60 Euro an, die auch ein Status-Display bietet. Diverse Dongles sind ebenfalls auf dem Markt wie etwa Creatives BT-W6 mit "Broadcast".
Im Notfall lässt sich eine Ad-hoc-Auracast-Installation übrigens auch mit Partyboxen aufspannen. Hersteller wie Hisense, JBL und LG bieten eine große Auswahl. Wir haben das mit einer JBL Flip 7 getestet, deren Auracast-Name sich früher nicht ändern ließ. Über die neue JBL-One-App gibt es eine Firmware (0.7.2.0), die eine Namensänderung und sogar ein Passwort zulässt.
JBLs One-App bietet über die neue Firmware 0.7.2.0 auch neue Einstellungen für Auracast.
(Bild: Andreas Sebayang)
Per Bluetooth-Verbindung zur Box kann so ein Windows-Laptop oder ein Macbook zu einer mobilen Auracast-Station für Vorträge werden, ganz ohne Auracast-Unterstützung. Ein Hinweis für Linux: Hier lässt sich mit Projekten wie BlueZ und Pipewire experimentieren. Wer schnell Auracast bereitstellen will, kann dies also günstig tun. Es gibt aber auch professionelles Equipment.
Auracast-Demo auf der Eisenbahnmesse Innotrans
Besonders im Transportwesen ist es aktuell spannend. Die erste Auracast-S-Bahn wird es wohl in München geben. In die Triebzüge der Baureihe 1420 von Siemens Mobility wird die Funktechnik vom Zulieferer Wabtec eingebaut. Der hat uns sein Ansagesystem auch auf der Innotrans vorgeführt, und wir konnten uns mit handelsüblichen In-Ear-Kopfhörern (Sennheiser Accentum TW) damit verbinden. Wie uns ein Wabtec-Vertreter auf der Innotrans sagte, ist Auracast jetzt eine reguläre Option. Die muss nur bestellt werden.
Musik und Auracast
Kann man in seiner S-Bahn während einer Auracast-Verbindung eigentlich seine eigene Musik hören? Das klingt selbstverständlich, ist aktuell jedoch nicht möglich. Dem Vernehmen nach ist der Entwicklungsaufwand dafür hoch. Henry Wong von der Bluetooth SIG bestätigte dies uns auf der Ifa auch noch einmal. Das Mischen eines Auracast-Empfangs mit Musik aus anderer Quelle ist technisch möglich, aber nicht einfach umsetzbar.
Auracast-Demo auf der Innotrans
(Bild: Andreas Sebayang)
Es ist nicht das einzige Projekt im ÖPNV. Auf dem Selbsthilfetag für Gehörlose wurden sogar Bahnhofsprojekte angedeutet. Hier ist derzeit vor allem England sehr weit. An zwei Bahnhöfen (Bristol Temple Meads und Brighton) wurde die Technik schon getestet. Im Flughafenbereich ist das Frankfurter Unternehmen Sittig Technologies sehr aktiv.
Nach dem ersten Testlauf in Frankfurt wird das System mittlerweile auf internationalen Messen den Flughäfen angeboten, etwa der Passenger Terminal Expo. Zudem ist es am Flughafen München an sechs Flugsteigen im Test. Panasonic arbeitet eigenen Angaben zufolge zudem daran, seine Astrova Inflight Entertainment Systeme für Flugzeuge mit Auracast auszustatten.
Lesen Sie auch
Für Veranstaltungen, Konzertsäle, Universitäten oder Kinos gibt es ebenfalls Anbieter. Ampetronic, Bettear, Opus und WilliamsAV sind sehr aktiv. Sie bieten Komplettlösungen inklusive spezieller Empfänger an. Das geht soweit, dass selbst Museumssysteme für Führungen per Auracast möglich sind.
Diese Unternehmen sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass Auracast in die Fläche kommt. Zur Verbreitung haben wir uns auf der Ifa mit Henry Wong im Detail unterhalten, Director of Market Development der Bluetooth SIG. Die Organisation kontrolliert Standards und Lizenzierung von Bluetooth. Wong ist hier vor allem für Auracast zuständig. Ihm zufolge kommt er selbst nicht mehr mit den neuen Ankündigungen hinterher. Er selbst weiß von gut 200 Installationen und beobachtet vor allem in Europa, den USA, Neuseeland und Australien viele Aktivitäten. Er verwies außerdem auf die Webseite hearfinder.com, die gut 360 Installationen weltweit listet (Stand: 8. Oktober 2026).
Erste Kinos in Deutschland dank Auracast T-Coil-tauglich
Doch es sind deutlich mehr. Nach unseren Informationen gibt es allein im Vereinigten Königreich mittlerweile 150 Kinosäle, die Auracast bieten. In Deutschland sind es bisher nur zwei Kinos: Das erste war das Camera Zwo in Saarbrücken. Es bietet sogar eine Hörgeräte-Kompatibilitätsseite auf der Webseite. Camera Zwo verleiht zudem Auracast-Kopfhörer, sodass jeder Gast in seiner gewünschten Lautstärke hören kann. Es braucht nicht mal ein Smartphone oder besonderes Wissen. Der Kopfhörer von Humantechnik ist vorkonfiguriert und wird für 5 Euro verliehen. Wer ein Smartphone hat, kann sich kostenlos einen Kopfhörer von Creative Labs ausleihen und ihn selbst konfigurieren.
Noch recht frisch ist das Scala-Programmkino in Lüneburg, das alle vier Säle mit Auracast ausgestattet hat. Das Scala erwähnt übrigens explizit eine Kompatibilität mit dem T-Coil-System, ohne Induktionsspulen im Kino verbauen und einmessen zu müssen. Im Scala werden dafür mobile Auracast-Empfänger mit induktiver Halsringschleife verliehen, die wir auch auf dem Selbsthilfetag gesehen haben:
Mit dieser Schleife wird Auracast auf T-Coil umgesetzt
(Bild: Andreas Sebayang)
Diese Schleifen sind dann der Übersetzer von Auracast zu T-Coil. Die Übersetzung sorgt für etwas zusätzliche Latenz, sollte in einem Kino aber kein Problem darstellen. Damit sind T-Coil-Hörgeräte nutzbar. Das setzt allerdings voraus, dass T-Coil aktiviert wurde. Wir haben häufiger erfahren, dass viele Anwender gar nicht wissen, dass sie T-Coil haben, auch weil die Einheit nicht aktiv ist.
Ein Smartphone ist für Auracast kein Zwang, Infinium bietet beispielsweise Empfängergeräte an, die man den Zuhörern des Senders aushändigen kann.
(Bild: Andreas Sebayang)
Übrigens: Auracast kann in Kinos auch Sehbeeinträchtigten helfen. Die Audiodeskription, häufig erkennbar an einem AD-Symbol, lässt sich prinzipiell auf einen Auracast-Kanal legen.
Bestehende Probleme: Die Bedienung und die Latenz
Die Kinos zeigen gut, dass man Auracast einbauen kann, ohne allzu große technische Hürden aufzubauen. Trotzdem: Aktuell braucht es in vielen Fällen eine App, auch wenn es mittlerweile Consumer-Kopfhörer gibt, die mit einer Auracast-Fernbedienung kommen. Das gilt auch für Auracast-Hörgeräte.
Im Vergleich zu T-Coil ist das komplizierter. Bei T-Coil reicht im einfachsten Fall ein Umschalten, und man ist eingeklinkt. Allerdings gibt es dann keine Kanäle für andere Sprachen oder entfernte Orte, wie das Gate am Flughafen, dessen Durchsagen als Reisender mitverfolgt werden sollen.
Lesen Sie auch
Auracast bringt nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch Komplexität, mit der ein Anwender teilweise umgehen muss. Zur Barrierefreiheit gehört aber auch, dass nicht technikaffine Menschen nicht zurückgelassen werden. Komplettlösungen oder auch Kompatibilitätslösungen wie Halsringschlaufen helfen hier.
Ein weiteres Problem, das bei Betroffenen oft Ängste auslöst, ist die Latenz. Im Profibereich konzentriert man sich explizit darauf und will entwarnen. Wie wir bei der Gehörlosenhilfe erfahren haben, ist das Ziel einer Latenz unter 50 Millisekunden (ms) mit dem Profiequipment erreichbar, damit passen die Lippenbewegungen für die vorderen Reihen eines Vortragssaals noch zum Audiosignal. Viele Menschen brauchen dieses optische Signal, das sie mit dem Gehörten für ein besseres Verständnis kombinieren. Hohe Latenzen können viel Stress auslösen, wie wir öfter gehört haben.
Lesen Sie auch
Mitunter bieten Broadcast-Systeme aber sehr geringe Latenzen für die höheren Ansprüche von Hörgeräteträgern. Das geht allerdings zulasten der Reichweite und manche Endkundengeräte haben Empfangsschwierigkeiten. Das fiel mit Sennheisers Accentum-TW-Kopfhörern beim Selbsthilfetag auch auf. Wir konnten wir uns zwar mit Ampetronics Auri-Transmittern verbinden, hörten aber nichts.
In der Industrie kennt man die Problematik. Günstige Empfängergeräte scheitern teilweise an den geringen Latenzen, welche die Sendergeräte erfordern. Für Broadcast-Geräte der Infinium-Reihe des Anbieters WilliamsAV gibt es daher seit Anfang September eine neue Einstellung: Presentation Delay. Die lässt sich zwischen 5 und 40 ms einstellen, sodass auch Empfängergeräte in diesem Latenzbereich das Signal empfangen können.
Presentation Delay: zwischen 5 und 20 ms kann es Probleme mit Consumer-Hardware geben.
(Bild: Andreas Sebayang)
Bei den Infinium-Geräten hatten wir bei 20 ms Latenz keine Probleme, die Accentum-Kopfhörer zu verwenden. Das Problem kann übrigens auch mit Endkunden-Hardware auftreten. Bei einem anderen Test mit den Accentum TW traten auch Verbindungsprobleme mit JBLs neuem Cove-WLAN-Lautsprecher auf.
Wir haben Sennheiser übrigens schon vorigen Monat nach einer Stellungnahme zu unseren Erfahrungen mit Auracast und den Accentum-Kopfhörern gefragt. Bis zuletzt äußerte sich das Unternehmen dazu aber nicht (Stand: 16. Oktober). Aus der Branche erfuhren wir aber von diversen anderen Stellen, dass dies aber ein äußerst komplexes Feld ist und die Entwicklungsressourcen selbst im Profimarkt klein sind. Fehlende Informationen gehören zu den Problemen von Auracast. Fehlende Datenblätter oder Schwierigkeiten, an Detailinformationen zu kommen, sind eher die Regel als die Ausnahme.
Im Allgemeinen funktioniert die Technik aber mit Consumer-Geräten ganz gut. Auf dem EUHA-Hörkongress in Hannover hatten wir noch die Gelegenheit mit dem Sennheiser-Muster und den Kopfhörern Tour Pro 3 von JBL zu testen. Letztere haben den Vorteil, dass Auracast-Streams über das Display im Ladecase ausgewählt werden können. Das funktionierte mit beiden Kopfhörer-Paaren problemlos und ohne spürbare Latenz bei professionellen Sendern. Consumer-Sender, wie etwa Partyboxen, sorgen hingegen für etwas Latenz.
Auracast-Auswahl im Ladecase bei den Kopfhörern vom Typ Tour Pro 3 von Hersteller JBL
(Bild: Andreas Sebayang)
Auracast oder T-Coil? Verbände wünschen beides
Die Zeichen für eine schnelle Auracast-Verbreitung stehen gut. Das zeigen erste Versuche, wie etwa an deutschen Flughäfen. Gerade hier ist das eine enorme Entwicklung, denn T-Coil-Installationen sind selten. Ein Beispiel: Der Flughafen Berlin-Brandenburg gehört zu den wenigen mit Induktionsschleifen. Die gibt es an drei Stellen in den Sammelbereichen für Passagiere mit reduzierter Mobilität (PRM-Sammelbereichen), aber nicht an den Flugsteigen. Am Flughafen Dublin sind hingegen Flugsteige mit T-Coil ausgestattet, genauso wie die Straßenbahnen der Stadt. Im Bereich der Barrierefreiheit hat Deutschland viel aufzuholen, und Auracast bietet hier Chancen, Defizite abzubauen.
Dieser Fortschritt sorgt aber auch für Ängste: Werden die T-Coil-Systeme plötzlich abgeschafft? Das soll nicht passieren, wie sehr oft betont wird. Ein Positionspapier verschiedener deutscher Verbände fordert die Beteiligten zudem dazu auf, eine Übergangszeit einzuhalten, und macht auf das Thema Latenz aufmerksam.
Aktuell erwarten wir nicht, dass T-Coil von heute auf morgen abgeschaltet wird. Hierzulande kann ein Hörgerät alle vier bis sechs Jahre bezuschusst werden und Auracast kostet mehr.
Neue T-Coil-Installationen sind aber fraglich, und die Wartung ist auch ein Problem. Eine Auracast-Installation lässt sich kurz durchtesten. Das Einmessen einer Induktionsschleife in einem Fahrstuhl ist komplizierter – falls sie überhaupt gewartet wird.
Auracast bietet einfach viele Vorteile für Menschen. Auch für jene, die zwar Hörprobleme haben, sich deswegen aber nicht sofort ein Hörgerät anschaffen wollen. Während eine Brille vom Hilfsgerät zum modischen Accessoire wurde, ist das bei Hörgeräten noch nicht der Fall. Hier gibt es gesellschaftliche Hürden, die durch einen Auracast-Kopfhörer unsichtbarer werden. Das einzige was noch fehlt, ist, dass den Menschen bewusst wird, dass sie eigentlich eine integrierte Hörhilfe haben – und sei es, des Lärms eines lauten Gesprächs im Zug zu entgehen und trotzdem nicht die Ansage zu verpassen. Denn nicht jeder unterbricht rücksichtsvoll sein Gespräch für andere, wenn eine Ansage ertönt.
(nen)