Mit Drohnen und Spürhunden: Vermisstensuche in Geretsried – Großübung der Polizei
Stand: 11.10.2026, 17:00 Uhr
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Mit Drohnen und Spürhunden werden in Geretsried acht Menschen gesucht. So üben Polizei, Feuerwehr, BRK und weitere Hundestaffeln am Samstag die Vermisstensuche.
Geretsried – Eine französische Bracke mit Brustgeschirr und Leine, die Nase am Boden, führt ihre Halterin zielstrebig vom Eisstadion über die Jahnstraße und Waldstraße zum Rehsteig. In dem kleinen Anwohnerweg hebt sie den Kopf und nimmt Witterung auf. Kurz darauf hat sie einen jungen Mann, versteckt hinter einem Vorgartengebüsch, entdeckt. Verena Molnar, die Frau am anderen Ende der Leine, lobt ihre sechsjährige „Eva“ und lässt sie zur Belohnung aus einer Tupperdose mit Frischkäse und Fleischstückchen schlabbern. Die beiden gehören zur Rettungshundestaffel Zugspitz-Karwendelregion. Die Gruppe hat am Samstagvormittag an einer Großübung von Polizei, Feuerwehr, Feuerwehrschule, BRK und weiteren Hundestaffeln aus der Region teilgenommen. Ausgangspunkt war das Eisstadion.
Großübung der Polizei: Vermisstensuche in Geretsried
Malinois „Amber“ von Gabi Röder suchte ohne Leine im Wald nach einem weiteren Opfer. Sie ist ein Flächensuchhund, während „Eva“ zum Mantrailer ausgebildet wurde. Der Unterschied: Mantrailer bekommen eine Geruchsprobe des zu suchenden Menschen und führen ihren Halter dann an der Leine zu ihm. Sie werden vor allem in Städten und Wohngebieten eingesetzt. Flächensuchhunde spüren vermisste Personen frei laufend vorwiegend im Wald auf. Oft werden sie zusätzlich zu Hubschraubern und Drohnen eingesetzt.
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Im gesamten nördlichen Stadtgebiet und am Karl-Lederer-Platz waren die auffallenden Mensch-Hund-Teams bis zum Mittag unterwegs. Insgesamt fanden sie acht gut versteckte Mitglieder der teilnehmenden Hundestaffeln, die sich als Opfer zur Verfügung gestellt hatten.
Mit feiner Nase auf der Suche nach Vermissten
„Wir werden in ganz Bayern angefordert und solche Übungen unter realen Bedingungen sind für uns sehr wichtig“, erklärt Kristina Rid von der Hundestaffel des BRK-Kreisverbands Bad Tölz-Wolfratshausen. Mit ihrer Hündin „Mira“ werde sie zu etwa 20 Einsätzen im Jahr gerufen. Oft müssen sie nachts los, etwa wenn an Demenz erkrankte Pflegeheimbewohner abends nicht zurückgekehrt sind. Mindestens zweimal die Woche wird trainiert. An Großübungen wie der in Geretsried nimmt Rid regelmäßig teil, diesmal allerdings als Einsatzleiterin ohne Hund. Alle Hundeführer arbeiten ehrenamtlich.

Analog zu den tierischen Spürnasen am Boden waren in der Luft drei Drohnen des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd mit Sitz in Rosenheim unterwegs. Die hochmodernen, von ausgebildeten Drohnenpiloten gesteuerten Modelle der Marke DJ I Matrice 4 sind mit Wärmebildkameras ausgestattet, sodass sie auch von Gebüsch oder Bäumen verdeckte Personen erkennen. Sie fliegen in einer Höhe von 120 Metern. Regen, wie am Samstag, macht den Quadrocoptern nichts aus. Nebel und Schnee bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hingegen lassen die Propeller vereisen.
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24 Stunden warten? „Das ist Quatsch“
Suchhunde und Drohnen ergänzten sich gut, sagt Polizeihauptkommissar Christian Redl. Während für das Steuern einer Drohne nur ein vierzehntägiger Kurs nötig ist, dauert die Ausbildung eines Hundes zum Mantrailer etwa drei Jahre. Geeignet ist im Prinzip jede robuste Rasse mit gutem Geruchssinn und Arbeitsfreude. Redl zufolge werden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd rund 2000 Suchaktionen pro Jahr durchgeführt. Das reiche vom Schulkind, das mittags nicht nach Hause komme, bis zum psychisch Erkrankten mit Suizidgefahr. Allein 400 Aktionen wegen aus Altenheimen vermissten Bewohnern fänden jährlich statt. Melden solle man eine abgängige Person möglichst schnell, so der Hauptkommissar. Wenn Polizisten besorgte Angehörige in Fernsehkrimis mit dem Satz vertrösteten: „Jetzt warten Sie erst mal 24 Stunden ab“, sei das „Quatsch“. Sobald ein Kind sich nicht mehr in seinem normalen Lebensumfeld befinde, gelte es als vermisst. Je früher gehandelt werde, desto besser, so Redl. Lieber rückten die Blaulichtorganisationen einmal zu viel aus.
(tal)