Mit Pfeil, Bogen und Kamera: Zwei Schwestern füllen eine YouTube-Lücke
Stand: 19.09.2026, 19:00 Uhr
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Als „Archery Girls“ sind die Schwestern Lea und Luzie Rebhan aus Gelting auf YouTube bekannt. Mit ihren Videos wollen sie Bogenschießen bekannter machen.
Gelting – Nach einem regnerischen Spätsommermorgen kann das Treffen mit unserer Zeitung auf der Bogenwiese in Gelting doch noch bei Sonnenschein stattfinden. Lea und Luzie Rebhan laden ihre Bogen und das Equipment aus dem Kofferraum. Die beiden 21 und 19 Jahre alten Schwestern haben sich dem Bogensport verschrieben. Ihre Begeisterung dafür teilen sie als Archery Girls auf ihrem YouTube-Kanal.
Wie Radfahren – das verlernt man nicht
Zum Bogenschießen sind die beiden vor vielen Jahren über ein Spielefest des SV Gelting gekommen. Da konnte man in verschiedene Sportarten reinschnuppern, erzählt Lea. Praktischerweise ist ihr Vater Helmut Weiss auch gleichzeitig ihr Trainer beim SV Gelting. Der sagt: „Bogenschießen ist wie Radfahren – das verlernt man nicht.“ Da sind sich Luzie, Lea und er einig. „Aber wenn man es nicht mehrmals pro Woche trainiert, dann ist man schnell raus“, so Weiss.
Vor allem vor Wettkämpfen und Meisterschaften kann es schon mal vorkommen, dass die beiden erfolgreichen jungen Sportlerinnen an sechs Tagen in der Woche auf der Bogenwiese oder in der Halle stehen. Zuletzt war das aber nicht so häufig der Fall. Luzie studiert Medizin, und Lea hat das ebenfalls vor. Deshalb bereitete sie sich in den vergangenen Monaten intensiv auf ihre hervorragend bestandenen Abiturprüfungen vor.
Während sie Bogenschießen als Leistungssport betrieben haben, suchten sich die Geltingerinnen parallel noch andere Sportarten wie Schwimmen oder Leichtathletik. Denn ein wenig körperlich anstrengend durfte es für die sportlichen Schwestern dann doch sein. Das änderte aber nichts an ihrer Begeisterung für Pfeil und Bogen, die sie gerne an andere weitergeben. Aber was bringt’s eigentlich? „Manche machen es zur Entspannung“, erzählen die beiden. „So wie andere Yoga machen oder meditieren.“ Man kann viel fürs ganze Leben mitnehmen: Versemmelt man etwa den ersten Pfeil, dann lernt man, den zweiten Pfeil wieder als ersten zu schießen – und nicht als den, mit dem man den Fehler korrigieren muss. Auch für Kinder, die hibbelig sind, sei es ein guter Ausgleich.
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„Man kann schnell Verbesserungen sehen – vor allem am Anfang“, sagt Lea. Möchte man an Meisterschaften teilnehmen, dann kommt man am Technischen nicht vorbei. Was mit „technisch“ gemeint ist, wird an Leas Bogen schnell deutlich. Es dauert ein paar Minuten, bis sie das lilafarbene Hightech-Teil aufgebaut hat. „Während Corona hätte ich eigentlich an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen“, erzählt sie währenddessen. „Aber dann hatte ich selbst Corona.“ Zwei Jahre später trat sie dann an – und wurde Dritte.
Bei Leas Bogen handelt es sich um einen sogenannten Compoundbogen. Er hat Rädchen und ein Visier und sieht eigentlich gar nicht so aus, wie man sich einen typischen Bogen vorstellt. Der Blankbogen, mit dem Luzie schießt, hat so etwas nicht. Und für den Anfang tut es auch eine einfache Ausrüstung. „Vieles an Extra-Technik bringt nichts“, sagen die beiden. Helmut Weiss ergänzt, dass viele Anfänger mit einem „Top-Bogen“ ins Training kommen würden, „aber die können ihn dann nicht einstellen“.
Vor einigen Jahren haben die jungen Frauen einen Youtube-Kanal ins Leben gerufen. „Erst wollten wir in Richtung Lehrvideos gehen“, erzählt Lea. „Zum Beispiel, wie man sich auf einem Bogenparcours verhält.“ Während Corona, als das öffentliche Leben weitgehend stillstand und auch keine Wettkämpfe stattfanden, produzierten sie dann mehr Videos. Darin geben sie etwa Tipps für die Ausrüstung oder posten Impressionen von Meisterschaften. Die Zuschauer würden über die Kommentarfunktion mitteilen, was sie interessiert. „Wir planen, demnächst eine Parcours-Runde zu machen, bei der wir die Zuschauer dann mitnehmen.“
Mit Youtube-Kanal Neuland betreten
Mit ihrem Youtube-Kanal haben die Geltingerinnen Neuland betreten. „Vor uns gab es keine Frauen, die Videos übers Bogenschießen machen“, sagt Luzie. Allgemein würden sich die Schwestern wünschen, dass mehr Frauen zum Bogenschießen finden. „Das ist schon sehr männerlastig.“ An mangelnder Treffsicherheit kann es jedenfalls nicht liegen – das sieht man an Lea und Luzie.
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