Atomabkommen zwischen USA und Saudi-Arabien: Warum jetzt?
Mitten im Iran-Krieg Atomabkommen zwischen USA und Saudi-Arabien: Warum gerade jetzt?
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Die USA wollen Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen. Die beiden Länder haben dazu ein Abkommen unterzeichnet. US-Korrespondentin Barbara Colpi zu den Hintergründen.
Barbara Colpi
USA-Korrespondentin
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Barbara Colpi berichtet seit Juli 2022 als Korrespondentin für Radio SRF und News Digital aus den Vereinigten Staaten. Sie ist seit 2005 bei Radio SRF und begann als Redaktorin in der Sportredaktion, wo sie 2008 die stellvertretende Leitung übernahm. Im Frühling 2016 wechselte die studierte Sozialanthropologin auf den Korrespondentenposten nach Lausanne.
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Geht es dabei nur um den Bau von Atomkraftwerken?
Der genaue Wortlaut wurde nicht veröffentlicht, doch das Atomabkommen bildet zunächst den rechtlichen Rahmen dafür, dass US-Unternehmen überhaupt mit Saudi-Arabien im Nuklearbereich zusammenarbeiten dürfen. Das betrifft den Bau von Kernkraftwerken, aber auch die Lieferung von Technologie, Ausrüstung und Know-how sowie die Ausbildung von Fachkräften. Dahinter steckt ein Markt, der über Jahrzehnte Milliarden Dollar wert sein dürfte.
Gleichzeitig enthält die Vereinbarung flankierende Sicherheitsauflagen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass das saudische Atomprogramm ausschliesslich friedlichen Zwecken dient, also der Stromerzeugung, und nicht für den Bau von Atomwaffen genutzt wird. Wie streng diese Auflagen am Ende ausfallen und welche Rechte Saudi-Arabien etwa bei der Urananreicherung erhält, dürfte in Washington noch genau diskutiert werden.
Noch ist das Abkommen nicht in Kraft. Es muss erst vom Kongress geprüft werden, ein Scheitern gilt aber als unwahrscheinlich. Klar ist: Für die USA und Donald Trump ist das Abkommen nicht nur ein Energieprojekt, sondern auch ein wirtschaftliches und strategisches Geschäft.
Was sagt dieses Abkommen über die US-amerikanische Nahostpolitik aus?
Das Abkommen zeigt, dass die USA ihren Einfluss in einer für sie wichtigen Region sichern wollen, und zwar nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich und technologisch. Dahinter steckt auch der Gedanke, Saudi-Arabien enger an die USA zu binden und zu verhindern, dass Saudi-Arabien beim Aufbau seines Atomprogramms stattdessen auf China oder Russland setzt. Das Abkommen ist deshalb auch ein Ausdruck eines geopolitischen Wettbewerbs um Einfluss, Partnerschaften und Technologien und ein Zeichen dafür, dass Washington den Nahen Osten trotz aller früheren Rückzugsankündigungen weiterhin als strategisch bedeutsam betrachtet.
Ein Atomabkommen mitten im Krieg der USA gegen den Iran – gibt es einen Zusammenhang?
Zufall ist es kaum: Das Abkommen muss vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs gesehen werden. Der Konflikt hat gezeigt, wie instabil die Region ist und wie gross die Sorge der arabischen Golfstaaten vor einem nuklear bewaffneten Iran bleibt. Mit dem Abkommen senden die USA gleich mehrere Botschaften.
Erstens wollen sie Saudi-Arabien als wichtigsten Partner am Golf noch enger an sich binden. Zweitens zeigen sie Iran, dass sie trotz des Kriegs ihre Verbündeten langfristig sicherheitspolitisch und technologisch unterstützen. Und drittens wollen die USA verhindern, dass Saudi-Arabien sich stattdessen an China oder Russland wendet, um ein Atomprogramm aufzubauen.
Aber das Abkommen ist genau deshalb auch umstritten in Washington, weil ausgerechnet während eines Kriegs, der sich um das iranische Atomprogramm dreht, nun Saudi-Arabien die Möglichkeit erhält, Uran selbst anzureichern. Das könnte andere Staaten der Region dazu bewegen, ebenfalls nach solchen Fähigkeiten zu streben und einen nuklearen Wettbewerb im Nahen Osten auslösen. Befürwortende politische Stimmen entgegnen, gerade weil Saudi-Arabien sein Atomprogramm ohnehin aufbauen wolle, sei es besser, dies unter amerikanischer Aufsicht und mit vertraglichen Sicherheitsauflagen zu tun als mit russischer oder chinesischer Hilfe.
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Heute Morgen, 23.07.2026, 06:00 Uhr ; srf/busr