MT-Trainingslager in Zahlen: Lichtleins Gummiplättchen und ein Kantersieg


Stand: 12.08.2026, 20:47 Uhr

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MT Melsungen in Doboj von links Kristof Palasics, Carsten Lichtlein und Nebojsa Simic

Der Torwarttrainer und seine beiden Schlussleute: Carsten Lichtlein (Mitte) wird eingerahmt von Kristof Palasics (links) und Nebojsa Simic. © Selina Rieger/MT

Die MT Melsungen gewinnt ihr erstes Spiel beim Vorbereitungsturnier in Bosnien-Herzegowina deutlich. Das Trainingslager der Nordhessen in Zahlen.

Trainingslager, Turnierteilnahme und Talkrunden: Handball-Bundesligist MT Melsungen macht in Bosnien-Herzegowina die nächsten Entwicklungsschritte. Am Mittwochabend hatte der amtierende European-League-Sieger seinen ersten Auftritt beim Vorbereitungsturnier in Doboj. Das Spiel gegen den gastgebenden MRK Sloga endete mit dem erwarteten 44:26 (24:16)-Kantersieg der Nordhessen. Heute ab 20.20 Uhr wartet die zweite Aufgabe gegen den ägyptischen Vertreter Al Ahly. Wir blicken auf das MT-Trainingslager in Zahlen.

MT Melsungen in Doboj mit Aaron Mensing sowie den Physiotherapeuten Jule Schröder-Junghans und Niklas Kern.

Die Physiotherapeuten Jule Schröder-Junghans und Niklas Kern (hinten von links) behandeln hier Aaron Mensing. © Selina Rieger/MT

3 Trainingseinheiten absolvierte die Mannschaft am Montag und Dienstag insgesamt. Vor dem Turnierauftakt gegen MRK Sloga gab es noch eine freiwillige Einheit im Fitnessraum. „Die Spieler sollen aber auch die Gelegenheit bekommen, sich zwischendurch ein bisschen zu erholen“, sagt Trainer Roberto Garcia Parrondo. Am Freitag ist der Spanier zusammen mit Uros Zorman, slowenischer Nationalcoach und Trainer von Teilnehmer Grosist Slovan, Gesprächspartner bei einem Handball-Talk. Im Anschluss ist Melsungens Torwart Nebojsa Simic Teil einer weiteren Runde, bei der auch Trainerlegende Veselin Vujovic (Coach von Katar) zu Gast ist. Am Sonntag geht es für die Melsunger Mannschaft zurück nach Deutschland.

4 Gummiplättchen gehören zur Ausrüstung von MT-Torwarttrainer Carsten Lichtlein. „Wenn du in einem Trainingslager nicht viele Möglichkeiten vor Ort hast, dann reichen sie für die Nummer-sicher-Übung“, sagt der Weltmeister von 2007. In Doboj nutzt Lichtlein die Plättchen für den sogenannten Kniehebelauf. Dabei bewegen sich die Torhüter Nebojsa Simic und Kristof Palasics seitlich erst zur einen, dann wieder zur anderen Richtung. Zum Abschluss müssen sie Lichtleins Wurf ins Eck parieren.

6 Mannschaften sind an dem traditionsreichen Turnier beteiligt, das zum 57. Mal ausgetragen wird. Die Gruppe zwei wird von Sporting Lissabon (mit den Costa-Brüdern) angeführt. Außerdem dabei: RD Grosist Slovan aus Ljubljana und die katarische Nationalmannschaft. Handball ist in Doboj äußerst populär. Dort sind aber auch Fußball, Basketball, Kajak- und Kanusport sowie Schach beliebt.

9 Buchstaben hat das landestypische Gericht Cevapcici, das in vielen Restaurants in und um Doboj auf der Speisenkarte steht. Es wird mit Fladenbrot und Zwiebeln angeboten. Zudem gibt es Burek – in Bosnien wird der Teig mit Hackfleisch gefüllt. Die MT-Profis stärkten sich am Montag in einem Lokal etwas außerhalb von Doboj gelegen mit Cevapcici.

10 Doppelzimmer stehen für die Spieler zur Verfügung. Kapitän Timo Kastening teilt sich wie in der deutschen Nationalmannschaft eines mit Kreisläufer Johannes Golla. Auch der Größte und der Kleinste sind wieder zusammen untergebracht: Dainis Kristopans (2,14 m) und Erik Balenciaga (1,68 m). Im Dänen-Zimmer wohnen Aaron Mensing und Nikolaj Enderleit. Spanisch gesprochen wird bei Daniel Dujshebaev und Ruben Marchan. David Mandic ist zusammen mit Kristof Palasics einquartiert. Die weiteren Zimmer: Adrian Sipos/Olle Forsell Schefvert, Dimitri Ignatow/Reynir Thor Stefansson, Florian Drosten/Luca Sigrist, Nebojsa Simic/Dariel Garcia, Leon Stehl/Leander Altena.

12 Tore erzielte MT-Linksaußen Florian Drosten zum Turnierauftakt gegen den MRK Sloga. Darunter war ein Siebenmeter-Treffer. Drosten und seine Mitstreiter lagen anfangs zwar 0:2 zurück, übernahmen aber recht schnell das Kommando. Nach einer Viertelstunde führte der Bundesligist bereits 14:7. Ignatow, Marchan und Stehl trugen dazu bei, dass der Vorsprung immer weiter anwuchs. Erst ab der 40. Minute nahm Parrondo gegen den bosnischen Vorjahresdritten einige Wechsel vor. Dann durften beispielsweise Golla, Kristopans und Forsell Schefvert ran. Melsungen gelangen viele Treffer aus der ersten und zweiten Welle.

60 Minuten dauert ein Handball-Spiel. Lichtlein hatte angekündigt, dass die Torhüter bei diesem Turnier nicht nach einer Hälfte getauscht werden. Gegen Doboj hütete Simic (14 Paraden) den Kasten.

188 Kilometer liegt Doboj von Belgrad entfernt. In der serbischen Hauptstadt wurde die deutsche U18-Auswahl am Sonntagabend Europameister. Unter den Zuschauern war auch Melsungens Sportvorstand Jesper Larsson, der am Montag dann weiter nach Bosnien reiste, um das MT-Team bei dessen Trainingslager auf dem Balkan zu begleiten. (Björn Mahr)