Reeperbahn Festival: So war der erste Tag auf der MOPOP-Bühne
Hamburg
Musik-Mix auf der MOPO(P)-Bühne: Ein Tag auf dem Reeperbahn-Festival
Von rockig bis emotional: Auf der MOPO(P)-Bühne zeigen sich auf dem Reeperbahn-Festival junge Talente. Da hüpfen sogar die Lautsprecher mit.
Sänger Karim Lakhdar rappt in einem Affenzahn-Tempo, eine Musikerin mit Querflöte unterstützt den treibenden Beat. Der Kanadier springt auf der Bühne, einige Fans im Publikum und die Lautsprecher auf der Bühne hüpfen mit. Mit einem Satz landet Lakhdar vor der MOPO(P)-Bühne und schreit einen Mann im Liegestuhl schon fast an. Die kleine Bühne auf dem Reeperbahn-Festival ist gut versteckt, doch bietet musikalische Überraschungen – und das umsonst.
Ein kühler Wind weht durch die Zeltreihen der Festival-Village auf dem Heiligengeistfeld. Es ist Donnerstagmittag und am MOPO(P)-Mobil hat sich eine kleine Menschentraube versammelt, die heute nicht arbeiten muss. Mit dabei sind Nils (55) aus Altona und Ulrich (50) aus Eimsbüttel. Die beiden Freunde haben sich den Auftritt der Band „Boutique Feelings“ um Karim Lakhdar angesehen und fanden die Beats sehr spannend. Es war nur „ein bisschen zu viel Querflöte“, findet Nils.
Reeperbahn-Festival: Das läuft auf der MOPO(P)-Bühne
Die beiden Freunde gehen jährlich auf das Reeperbahn-Festival, denn im Musikgeschmack sind sie sich einig und machen „diesen Festivalquatsch gerne zusammen“. Dabei sind sie auch richtige „Nerds“ und zeigen der MOPO riesige Excel-Tabellen mit allen Auftritten, die stattfinden. Dann werden die Highlights markiert und Tetris gespielt – irgendwie müssen sie ja zu allen Highlights kommen. Kommentare wie „Hier früher gehen“ helfen dabei.
Der MOPOP-Tag startet mit dem rockigen Lana-Del-Ray-Sound von Sängerin Jewls. Ihr macht es nichts aus, dass es noch ein bisschen leer ist. „Es kommt darauf an, ob die Menschen, die da sind, das fühlen“, erzählt der MOPO nach dem Auftritt. Und das war der Fall! Von jung bis alt zieht sich ein Kopfnicken durch die Menge. Die ein oder andere schüchterne Tanzeinlage ist Donnerstagmittag auch dabei. Als Jewls dann in die Menge springt und ihre Zuschauer:innen zum gemeinsamen Tanzen auffordert, springen die Menschen mit ihr zur Musik.
Acts auf der MOPO(P)‑Bühne: von Rock bis zu emotionalem Operngesang
Ein anderer Auftritt wird richtig emotional und persönlich. Melani zeigt mit ihrer Musik einen ganz eigenen Mix. Bei einem selbstgeschriebenen Song über ihren Großvater Antonio singt sie einen poppigen Refrain mit Elektrobeats. Die hohen Parts singt sie in einer bemerkenswerten Opernstimme. „Da klirren ja die Gläser“, sagt ein Zuschauer.
Die Menschentraube ist im Laufe des Tages gut größer geworden. Immer mehr entspannen in den Liegestühlen vor der MOPO(P)-Bühne und lauschen aufmerksam der Musik. Mit dabei sind Gabi (45) und ihre Tochter Luise (4) aus Eimsbüttel. Mama Gabi freut sich, wieder hier zu sein – wegen ihrer Tochter musste sie länger aussetzen. Jetzt lernt sie das Reeperbahn-Festival noch einmal anders zu schätzen: „Wo kann man mit Kind schon einfach mal so hingehen?“ Mit dabei sind deswegen dicke Kopfhörer für Luise. Und wie hat es der 4-Jährigen gefallen? „Schön“, sagt sie zur MOPO.
Es ist dunkel geworden, die Lichterketten leuchten, die Bäume werden bunt angestrahlt. Nach der Jan-Delay-Party nebenan hallt ruhige Musik über das Heiligengeistfeld. Die walisisch-ghanaische Sängerin Adjua singt gefühlvoll und begleitet sich selbst mit einer elektrischen Gitarre. Die Zuschauer:innen vor der MOPO(P)-Bühne schwelgen mit der Sängerin in der Musik, genießen die Ruhe und die gemütliche Atmosphäre, die sie ausstrahlt.
Bis einschließlich Samstag findet das Reeperbahn-Festival noch statt und bietet verschiedenste musikalische Neuheiten. Viele internationale Newcomerinnen und Newcomer treten auf den Bühnen auf und geben eine Kostprobe von ihrer Kunst. Und auch auf der MOPO(P)-Bühne ist ein spannendes Programm. Den Überblick gibt es hier. Am Samstag geht es hier um 14.30 Uhr los.