Musk pumpt 276 Millionen Dollar in die Zwischenwahlen – Experte urteilt: „Zu wenig und zu spät“


Musk mischt Midterms auf: Gewaltige Finanzspritze soll Republikaner aus Umfragentief retten

Stand: 14.10.2026, 07:20 Uhr

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Elon Musk pumpt 276 Millionen Dollar in die US-Zwischenwahlen – doch Experten zweifeln, ob das den Republikanern noch helfen kann.

Washington, D.C. – Elon Musk greift tief in die Tasche, um den Republikanern bei den Zwischenwahlen zu helfen, während sie in der Schlussphase des Wahlkampfs mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben. Einem neuen Bericht der New York Times zufolge hat Musk seit Juli mehr als 276 Millionen Dollar für politische Zwecke zugunsten republikanischer Organisationen ausgegeben. Die Spenden kommen gut ein Jahr nachdem der reichste Mann der Welt angesichts eines Zerwürfnisses mit Präsident Donald Trump angekündigt hatte, seine politischen Ausgaben zurückfahren zu wollen.

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Dieser Artikel von Jenni Fink und Gray R. Thomas entstand in Kooperation mit newsweek.com

Die Republikaner hoffen, dass ihnen die beträchtlichen Ausgaben Auftrieb geben. Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten zunehmend gute Chancen haben, bei den Wahlen am 3. November nicht nur die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zu übernehmen, sondern auch um die Mehrheit im Senat zu kämpfen. Die Republikanische Partei steht landesweit vor schwierigen Bedingungen. Historisch hat die Partei im Weißen Haus bei den Zwischenwahlen Sitze verloren, wenn die Zustimmungswerte des Präsidenten niedrig waren. Trumps Werte sind seit seiner Rückkehr ins Oval Office gesunken, während der Frust der Wähler über die Wirtschaft und die Lebenshaltungskosten wächst.

Elon Musk und US-Präsident Donald Trump

Elon Musk pumpt 276 Millionen Dollar in die US-Zwischenwahlen – doch Experten zweifeln, ob das den Republikanern noch helfen kann. © dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson

Die jüngste Welle von Ausgaben kam Organisationen wie dem Senate Leadership Fund zugute, nicht einzelnen Kandidaten. Bei der US-Wahlkommission FEC eingereichte Unterlagen, die Newsweek ausgewertet hat, zeigen jedoch, dass Musk in den vergangenen Jahren auch mehreren konservativen republikanischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus Geld gespendet hat, die sich um eine Wiederwahl bemühen. Newsweek bat Musk über die Presse-E-Mail-Adressen von SpaceX und Tesla um eine Stellungnahme.

Kann Elon Musk die Republikaner retten?

Die Wirkung dieser Ausgabenwelle für die Republikaner könnte „ziemlich begrenzt“ sein, sagte Todd Belt, Professor für politisches Management an der George Washington University, am Montag gegenüber Newsweek. „Ich denke, für diese Art von Ausgaben wird es zu wenig und zu spät sein. Ich meine, man wird die Menschen nicht davon abbringen können, was sie für die eigentlichen Themen dieser Wahl halten. Und das ist die Wirtschaft“, sagte er.

Die Wirtschaft sei „normalerweise“ bei jeder Wahl das wichtigste Thema, und viele Wähler hätten wirtschaftliche Probleme bereits mit Trump in Verbindung gebracht, sagte er. „Ich sehe nicht, wie eine Menge Ausgaben ganz am Ende noch viele Menschen umstimmen soll“, sagte er. Dabei wies er darauf hin, dass es bei politischer Werbung einen „Sättigungspunkt“ gebe.

Wofür Elon Musk sein Geld ausgibt

Die Times berichtete von politischen Ausgaben Musks in Höhe von 276 Millionen Dollar. Der größte Teil davon, 158 Millionen Dollar, ging an den Senate Leadership Fund, der republikanische Kandidaten in wichtigen Senatswahlkämpfen unterstützt. Im Sommer spendete er außerdem 76 Millionen Dollar an America PAC. Musk selbst gründete dieses politische Aktionskomitee, das verschiedene republikanische Kandidaten bei Wahlen zum Repräsentantenhaus und zum Senat unterstützt hat. Nach Angaben der FEC meldete es seit Januar 2025 Auszahlungen auf Bundesebene von mehr als 52 Millionen Dollar.

Seine Vertreter erklärten der Times, er habe außerdem 20 Millionen Dollar an den Congressional Leadership Fund, zehn Millionen Dollar an das Lone Star Liberty PAC, das den republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton unterstützt, zehn Millionen Dollar an die Republican Governors Association und zwei Millionen Dollar an die Republican Attorneys General Association gegeben. Im Mai spendete er laut FEC-Daten fünf Millionen Dollar an V-PAC: Victors Not Victims, das den Republikaner Vivek Ramaswamy im Gouverneurswahlkampf in Ohio unterstützt.

Er spendete zehn Millionen Dollar an Fight for Kentucky, ein politisches Aktionskomitee, das den Republikaner Nate Morris unterstützte. Morris zog sich letztlich zugunsten des Abgeordneten Andy Barr aus der republikanischen Vorwahl für den Senatssitz in Kentucky zurück. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 leistete Musk mehrere Spenden an sein America PAC und den Senate Leadership Fund. Im Juni 2025 spendete er zudem fünf Millionen Dollar an MAGA Inc., ein Trump nahestehendes politisches Aktionskomitee.

Welche republikanischen Kandidaten Musk unterstützt

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr 2025 spendete er auch an mehrere Republikaner. Hier ist eine Liste aller Republikaner, denen er laut FEC Geld gespendet hat.

• Lauren Boebert (CO-04)

• Eric Burlison (MO-07)

• Ken Calvert (CA-40)

• Buddy Carter (GA-SEN)

• Andrew Clyde (GA-09)

• Mike Collins (GA-SEN)

• Eli Crane (AZ-02)

• Warren Davidson (OH-08)

• Brandon Gill (TX-26)

• Abe Hamadeh (AZ-08)

• Mark Harris (NC-08)

• Anna Paulina Luna (FL-13)

• John McGuire (VA-05)

• Mary Miller (IL-15)

• Barry Moore (AL-SEN)

• Andy Ogles (TN-05)

• Michael Rulli (OH-06)

• Keith Self (TX-03)

• Marlin Stutzman (IN-03)

• Derrick Van Orden (WI-03)

• Tony Wied (WI-08)

Er spendete auch an den Abgeordneten Darrell Issa, der später beschloss, sich aus der Politik zurückzuziehen, nachdem Kalifornien seine Wahlkreisgrenzen neu gezogen hatte und Issa dadurch einem weniger konservativen Wahlkreis zugeordnet worden war. Carter und Ogles verloren beide ihre Vorwahlen. Die meisten dieser Republikaner vertreten fest konservative Wahlkreise, und nur wenige dürften sich in diesem Jahr einem umkämpften Wahlrennen stellen müssen. Viele gehören dem konservativen House Freedom Caucus an. Seine Spenden an republikanische Organisationen könnten jedoch danach verteilt werden, wo diese Aktionskomitees das Geld am wirkungsvollsten zur Stärkung der Republikaner einsetzen können.

Bernie Sanders kritisiert Musks Ausgaben

Senator Bernie Sanders, ein parteiloser Politiker aus Vermont, kritisierte die Ausgaben in einem Beitrag auf X. „Elon Musk gab 290 Millionen Dollar aus, um Trump zur Wahl zu verhelfen. Es hat sich ausgezahlt. Seit dessen Wahl wurde Musk um 696 Milliarden Dollar reicher und zum ersten Billionär der Welt. Aber das reicht nicht. Jetzt gibt Musk 366 Millionen Dollar aus, damit die Republikaner die Kontrolle über den Kongress behalten. STOPPT MUSK. STOPPT DIE OLIGARCHIE“, schrieb er am Montag.

Musk und Trump hatten in den vergangenen Jahren eine turbulente Beziehung. Musk unterstützte Trump 2024, doch die beiden zerstritten sich, nachdem Trump sein Amt angetreten hatte und Musk zum Leiter des Department of Government Efficiency (DOGE) ernannt worden war. In den vergangenen Wochen hat sich ihr Verhältnis jedoch entspannt: Anfang Oktober verlieh Trump Musk und anderen führenden Persönlichkeiten der Technologiebranche die National Medal of Science. Hier folgt ein Überblick darüber, wie sich ihre Beziehung im Laufe der Jahre verändert hat.

Elon Musks Beziehung zu Donald Trump und den Republikanern im Zeitverlauf

• 2016: Elon Musk unterstützte bei der Wahl 2016 die frühere Außenministerin Hillary Clinton statt Trump. Im November 2016 sagte er CNBC, Trump sei seiner Meinung nach „nicht der Richtige“, um das Land zu führen.

• 2017: Während Trumps erster Amtszeit trat Musk einigen Beratungsgremien des Weißen Hauses bei, verließ diese aber später, nachdem Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen beschlossen hatte.

• 2020: Musk lehnte es auch 2020 ab, Trump zu unterstützen, und unterstützte bei der Wahl in jenem Jahr stattdessen den früheren Präsidenten Joe Biden.

• Mai 2022: Musk kündigte an, bei den Zwischenwahlen 2022 die Republikaner zu unterstützen, und bezeichnete die Demokraten als „Partei der Spaltung und des Hasses“.

• Juni 2022: Musk sagte, er sei „unentschlossen“, ob er bei der Wahl 2024 Trump statt des Gouverneurs von Florida, Ron DeSantis, unterstützen werde.

• Mai 2023: Musk unterstützte zunächst DeSantis in der republikanischen Präsidentschaftsvorwahl.

• Juli 2024: Nach dem Attentatsversuch auf Trump sprach sich Musk offiziell für dessen Präsidentschaftskandidatur aus. In den folgenden Wochen wurde er zu einem wichtigen Spender und gab mehr als 250 Millionen Dollar für den Präsidentschaftswahlkampf und andere republikanische Wahlkämpfe aus. Außerdem machte er in umkämpften Bundesstaaten Wahlkampf für Trump.

• November 2024: Nach Trumps Sieg wurde Musk eine zunehmend sichtbare Rolle beim Übergang zur neuen Regierung zugeschrieben. Musk spielte eine Schlüsselrolle dabei, einen von den Republikanern unterstützten Gesetzentwurf zur Finanzierung der Regierung zu Fall zu bringen. Viele sahen darin einen Beleg für seinen Einfluss auf den Präsidenten.

• Januar 2025: Trump gründete DOGE, dessen Leitung Musk übernehmen sollte. In den ersten Monaten von Trumps zweiter Regierung wurde Musk zu einem der bekanntesten Mitglieder der Regierung. Seine Empfehlungen für Kürzungen der Bundesausgaben sorgten häufig für Aufmerksamkeit und heftige Kritik. Trump sagte, er wolle, dass Musk „so lange wie möglich“ weiter mit ihm zusammenarbeite.

• April 2025: Musk erklärte, er wolle sich bei DOGE zurücknehmen und seine Arbeit wieder stärker auf Tesla konzentrieren. Hintergrund waren finanzielle Schwierigkeiten des Unternehmens sowie Proteste von Verbrauchern, die seine Rolle in der Regierung kritisierten.

• 3. Juni 2025: Musk brach wegen des One Big Beautiful Bill Act öffentlich mit Trump und bezeichnete das Gesetz in einem Beitrag auf X als „widerliche Abscheulichkeit“.

• 5. Juni 2025: Musk verschärfte seinen Streit mit Trump und schrieb, der Präsident hätte ohne ihn „die Wahl verloren“. Trump antwortete ihm auf Truth Social, sie hätten einmal eine „großartige Beziehung“ gehabt, doch er sei sich nicht sicher, ob sie diese „noch einmal“ haben würden.

• Juli 2025: Musk brachte die Gründung einer neuen „America Party“ ins Gespräch.

• Ende 2025: Bis Ende 2025 hatte sich der Streit weitgehend gelegt. Im November 2025 nahm Musk an Trumps Staatsbankett mit dem saudischen Kronprinzen teil, berichtete Reuters.

• Dezember 2025: Laut dem Magazin Time traf sich Musk im Dezember 2025 mit Trump und sprach mit ihm über KI.

• Juli 2026: Bis Juli hatte Musk begonnen, größere Summen an Republikaner bei Wahlen zum Repräsentantenhaus und zum Senat zu spenden, berichtete die Times.

• Oktober 2026: Trump ehrte Musk und andere führende Persönlichkeiten der Technologiebranche im Weißen Haus.

Wie wahrscheinlich die Republikaner ihre Mehrheiten verlieren

Die Republikaner lagen in den vergangenen Wochen in wichtigen Umfragen zurück, während die Sorgen um die Wirtschaft zunahmen. Im Repräsentantenhaus müssen die Demokraten den Republikanern nur eine Handvoll Sitze abnehmen, um dort eine Mehrheit zu gewinnen. Am Montag hielten die Republikaner 218 Sitze und die Demokraten 214 Sitze. In der jüngsten Umfrage von Reuters/Ipsos vom 30. September bis zum 5. Oktober lagen die Demokraten bei der allgemeinen Frage nach der bevorzugten Partei um sieben Punkte vor den Republikanern. Diese Frage ist ein wichtiger Indikator für das Rennen um die Kontrolle über das Repräsentantenhaus.

Von 3526 registrierten Wählern erklärten 44 Prozent, sie wollten für einen demokratischen Kandidaten stimmen, während 37 Prozent vorhatten, republikanisch zu wählen. Die Fehlermarge betrug plus oder minus 1,7 Prozentpunkte. Der Senat, in dem die Republikaner eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen halten, gilt als schwierigere Aufgabe für die Demokraten: In diesem Wahlzyklus stehen in traditionell umkämpften Wahlgebieten nur wenige republikanisch gehaltene Sitze zur Wahl. Umfragen deuten jedoch darauf hin, dass die Demokraten in Bundesstaaten wie Alaska, Iowa, Kansas, Ohio und Texas konkurrenzfähig sind, in denen Trump 2024 mit zweistelligem Vorsprung gewann.

Prognosemärkte sehen die Demokraten vorn

Auf den Prognosemärkten waren die Demokraten im Rennen um die Mehrheit im Repräsentantenhaus favorisiert: Ihre Gewinnchance lag bei Kalshi bei 90 Prozent und bei Polymarket bei 91 Prozent. Am Montagnachmittag hatten die Demokraten zudem bei Kalshi eine Chance von 62 Prozent, den Senat zu gewinnen, und bei Polymarket von 64 Prozent. Auf Prognosemärkten können Händler Kontrakte kaufen und verkaufen, die an politische Ergebnisse und aktuelle Ereignisse gekoppelt sind. Dabei werden Einsätze mit echtem Geld zu Wahrscheinlichkeitsschätzungen zusammengeführt.

Die Preise schwanken, wenn Händler auf Umfragen, eingeworbene Wahlkampfspenden, Entwicklungen bei Kandidaten und allgemeinere politische Trends reagieren. Sie messen die Stimmung der Händler zu einem bestimmten Zeitpunkt, sagen die Zukunft aber nicht immer zutreffend voraus.

Wie es weitergeht

Wie sich Musks umfangreiche finanzielle Unterstützung auf wichtige Wahlrennen auswirkt, könnte sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Kandidaten werden ein letztes Mal um die Stimmen der Wähler werben, während die vorzeitige Stimmabgabe in mehreren Bundesstaaten bereits läuft.