Nach Ausladung bei „Die Anstalt“: ZDF widmet Song von Danger Dan eine Sondersendung
Eine Sonderausgabe des ZDF-Kulturmagazins „Aspekte“ wird sich mit dem Song „Keine Angst“ des Rappers Danger Dan beschäftigen. Text und Aussage des Liedes erforderten eine gründliche journalistische Einordnung, teilte das ZDF mit. Diese wolle man nun in der Sendung an diesem Samstag (18. Juli) leisten – ausgestrahlt wird sie um 23.35 Uhr.
Ursprünglich sollte Danger Dan den Song mit Starpianist Igor Levit in der 100. Ausgabe der Satiresendung „Die Anstalt“ präsentieren, die am Dienstag (21. Juli um 22.15 Uhr) gezeigt wird. Doch die beiden Künstler wurden kurz vor der Aufzeichnung ausgeladen. Der Sender begründete das damit, dass der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. Das stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des ZDF.
Man sei zu der Bewertung gekommen, dass dieser Widerspruch im Anschluss an die mehr als siebenminütige Live-Performance auf der Bühne nicht mehr aufzulösen gewesen wäre, erklärte das ZDF bereits am Donnerstag. Vor diesem Hintergrund sei entschieden worden, „sich zeitnah dokumentarisch-journalistisch mit dem Lied von Danger Dan zu befassen und an einer anderen Stelle im Programm aufzuarbeiten“.
Gesprächsangebot des ZDF an Danger Dan
Die Sonderausgabe von „Aspekte“ werde sich mit dem Lied und dessen Thema „Widerstand gegen Rechtsextremismus“ befassen, teilte das ZDF mit. Das Team der „Anstalt“ werde sich dabei kritisch mit der Ausladung auseinandersetzen. Das Veto gegen den Auftritt in der Sendung sei ganz kurz vor der Aufzeichnung gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Promotion-Agentur Check Your Head.
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Den Unmut Danger Dans über die Kurzfristigkeit der Absage könne man nachvollziehen, teilte das ZDF mit. Ein Gesprächsangebot an ihn zur Erläuterung der Entscheidung sei bisher unbeantwortet geblieben.
Das ZDF habe sich die Entscheidung der Absage nicht leicht gemacht, teilte der Sender weiter mit. „Aber nach intensiver redaktioneller Bewertung, in die auch das Justitiariat des ZDF eingebunden war, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der Text des Liedes als Anleitung zum politischen Extremismus verstanden werden kann, der Selbstjustiz propagiert und rechtswidrige Taten und Gewalt nicht ausschließt.“ Vier Vornamen, die am Ende des Songs mit „lieben Grüßen“ bedacht werden, seien identisch mit Vornamen einschlägig bekannter, zum Teil schon rechtskräftig verurteilter Linksextremisten.
Danger Dan schrieb am Donnerstag auf Instagram, er und Igor Levit hätten einen wunderschönen freien Tag in München gehabt, allerdings unverhofft, eben wegen der Absage. Eine offizielle schriftliche Begründung des ZDF für die Ausladung habe man zu diesem Zeitpunkt nicht erhalten. Das Lied habe dem Sender seit Wochen vorgelegen. Danger Dan sprach von einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. (Tsp/dpa)