Mitten im Boykott: Sony-Mail sorgt bei PlayStation-Spielern für Ärger


Sony erinnert PlayStation-Spieler aktuell ungewöhnlich ausführlich daran, dass digitale Spiele lediglich lizenziert werden. Das trifft einen wunden Punkt, denn ab 2028 erscheinen neue PlayStation-Spiele nicht mehr auf Disc, während Fans bereits gegen diesen Kurs protestieren. Selbst Hideo Kojima warnt inzwischen vor einer Zukunft ohne physische Medien.

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PlayStation: Sony erinnert Spieler ausgerechnet jetzt daran, dass digitale Spiele ihnen nicht wirklich gehören

Mehrere Nutzer haben am 18. August eine ungewöhnlich ausführliche Mail von PlayStation erhalten. Darin verweist Sony auf verschiedene Nutzungsbedingungen, darunter die PlayStation Terms of Service, den Verhaltenskodex, die Endnutzer-Lizenzvereinbarung und die Datenschutzrichtlinie. In der Nachricht heißt es:

„Ihr habt kürzlich den folgenden PlayStation-Bedingungen zugestimmt. Zu eurer Information und zur späteren Verwendung haben wir vollständige Kopien der Bedingungen in diese E-Mail aufgenommen. Bitte bewahrt diese E-Mail für eure Unterlagen auf.“

Mehrere Empfänger berichten, dass sie die Mail bekommen haben, obwohl sie ihre PS4 oder PS5 seit Monaten nicht mehr genutzt hatten. Auffällig ist außerdem, dass Sony nicht nur auf die jeweiligen Dokumente verlinkt hat, sondern die Bedingungen direkt vollständig in die Nachricht gepackt hat. Darin findet sich auch die Software-Lizenzvereinbarung für digitale Käufe. Sony stellt dort klar:

„Die Software wird euch lizenziert und nicht verkauft.“

Wer ein digitales PlayStation-Spiel kauft, erhält damit also keine klassische Eigentumsware, sondern lediglich eine eingeschränkte, persönliche Lizenz zur Nutzung. Diese Lizenz ist nicht exklusiv und nicht übertragbar und gilt für die private, nicht kommerzielle Nutzung auf dem vorgesehenen System oder Gerät. Zusätzlich schränkt Sony unter anderem das Vermieten, Verändern und den Bezug von Spielen über nicht autorisierte Wege ein.

PlayStation-Boykott richtet sich gegen Sonys Ende physischer Spiele

Das Timing der Mail fällt genau in eine Phase, in der ein Teil der PlayStation-Community gegen Sonys Kurs bei physischen Spielen protestiert. Die Fan-Gruppe DoesItPlay hat unter dem Hashtag #PSBlackout zu einem Boykott vom 23. bis 30. August aufgerufen.

Teilnehmer sollen sich in diesem Zeitraum möglichst nicht bei PlayStation anmelden, keine Käufe tätigen und Abonnements kündigen. Damit wollen die Organisatoren ein Zeichen gegen Sonys geplanten Abschied von neuen Spielen auf Disc setzen.

Sony hatte zuvor bestätigt, dass Produktion und Verkauf physischer PlayStation-Spiele Anfang 2028 enden sollen. Bei der jüngsten Präsentation der Geschäftszahlen wurde das Unternehmen erneut auf diese Entscheidung angesprochen und hat seinen Kurs bekräftigt. Sony-Finanzchefin Lin Tao hat dazu erklärt:

„Es gibt verschiedene Gründe für diese Entscheidung. Der wichtigste ist, dass die Digitalisierung von Inhalten insgesamt weiter voranschreitet. Das ist der entscheidende Faktor.“

Laut Tao betrifft diese Entwicklung nicht nur PlayStation, sondern Medieninhalte allgemein. Gleichzeitig hat Sony eingeräumt, dass man verstehe, warum viele Spieler so deutlich auf das Ende physischer Spiele reagieren.

Gerade deshalb kommt die neue Erinnerung an die Lizenzbedingungen für digitale PlayStation-Spiele denkbar ungünstig. Während Fans um physische Versionen kämpfen, führt Sony ihnen noch einmal direkt vor Augen, dass ein digital gekauftes Spiel rechtlich nur über eine Nutzungslizenz verfügbar ist.

Kauft ihr Spiele ohnehin fast nur noch digital oder ist das Ende physischer PlayStation-Spiele für euch ein echtes Problem? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.