Where to Credit: Wo soll ich meine Meilen gutschreiben lassen?
Bei jedem Flug taucht die gleiche Frage auf: Welche Vielfliegerkartennummer trägt man eigentlich in die Buchung ein? Die naheliegende Antwort, „das Vielfliegerprogramm der Airline, mit der ich fliege“, ist dabei erstaunlich oft die falsche. Innerhalb einer Allianz wie der Star Alliance, Oneworld oder SkyTeam könnt ihr in der Regel frei wählen, bei welchem Partnerprogramm ein Flug landet. Und die Unterschiede zwischen den Programmen sind teilweise gewaltig, von 0 bis über 300 Prozent der Distanzmeilen für ein und denselben Flug.
Vor fast zehn Jahren haben wir euch dafür schon einmal ein Tool namens Where to Credit vorgestellt. Seitdem ist einiges passiert: Die Meilenwelt ist komplizierter geworden, und WtC gehört inzwischen zu Travel-Dealz. Grund genug für ein ordentliches Update.
Warum die Wahl des Programms überhaupt wichtig ist
Fluggesellschaften innerhalb einer Allianz akzeptieren sich zwar gegenseitig für die Meilengutschrift, behandeln sich dabei aber keineswegs gleich. Wie viele Meilen ihr für einen Flug bekommt, hängt inzwischen von einigen Faktoren ab, wie z.B.:
- der Fluggesellschaft, die den Flug durchführt
- der Fluggesellschaft, die den Flug vermarktet
- der Buchungsklasse
- dem Tarif
- dem Preis
- der Strecke
Ein teures Flexticket in Buchungsklasse Y bringt bei praktisch jedem Partnerprogramm 100 Prozent oder mehr. Ein stark rabattiertes Schnäppchenticket kann bei einem Programm noch ordentlich Meilen bringen, und bei einem anderen exakt null.
Genau hier liegt der Denkfehler, dem viele Vielflieger erliegen: Sie schreiben automatisch beim eigenen Stammprogramm gut, obwohl ein anderes Programm für genau diese Buchungsklasse deutlich mehr hergibt. Gerade bei Billigtickets, die öfters 0 Meilen geben, muss man sehr genau hinschauen, ob das bevorzugte Programm dafür überhaupt Meilen gutschreibt.
Prämienmeilen und Statusmeilen: Kein Gleichlauf mehr
Vor zehn Jahren gab es für einen Flug meist die gleiche Anzahl an Prämien- und Statusmeilen. Ihr konntet also mit einer einzigen Prozentzahl rechnen. Das hat sich spürbar geändert. Immer mehr Programme sind zu zonen- oder umsatzabhängigen Modellen übergegangen, bei denen Prämienmeilen (die ihr später einlöst) und Statusmeilen (die euch Richtung Vielfliegerstatus bringen) unterschiedlich schnell wachsen. Ein Programm kann also bei den Prämienmeilen vorne liegen, während ein anderes für den Status attraktiver ist. Wer nur die alte Faustregel im Kopf hat, verschenkt hier unnötig Potenzial.
Lösung: Where to Credit
An dieser Stelle kommt Where to Credit ins Spiel. Für alle, die das Tool noch nicht kennen: Ihr wählt eine Fluggesellschaft und eine Buchungsklasse aus und bekommt sofort angezeigt, bei welchem Vielfliegerprogramm sich die Gutschrift am meisten lohnt.
Wir haben die deutsche Übersetzung der Seite schon vor zehn Jahren mitgestaltet und Where to Credit seither intensiv genutzt, um euch bei unseren Flugdeals die besten Gutschrift-Optionen zu zeigen. Weil das alte Tool weder unterschiedliche Prämien-/Statusmeilen noch umsatzbasierte Vergütung abbilden konnte, haben wir im Hintergrund eine eigene Datenbank aufgebaut, zunächst unter miles.travel-dealz.com. Als sich der ursprüngliche Gründer Adam beruflich neu orientiert hat, haben wir uns mit ihm auf eine Übernahme geeinigt: Seit November 2025 betreiben wir wheretocredit.com selbst weiter.
Das bringt spürbare Verbesserungen: Neben Prämienmeilen zeigt das Tool jetzt auch Statusmeilen an, deckt über 50 Vielfliegerprogramme ab und ist in 14 Sprachen verfügbar.
So findet ihr das beste Programm für euren Flug
Nun habt ihr einen konkreten Flug im Kopf, und wollt wissen, wie viele Meilen euch dieser bringt. Dann habt ihr auf WtC zwei Optionen:
Buchungsklasse direkt nachschlagen
Auf der Startseite wählt ihr eure Fluggesellschaft und die Buchungsklasse. Dann bekommt ihr eine Liste aller Programme mit ihrem jeweiligen Prozentsatz. Alternativ geht es auch direkt über die URL, etwa wheretocredit.com/de/LH/K für Lufthansa in Klasse K. Wer sich noch nicht sicher ist, welche Klasse gebucht wurde, kann sich über die Airline-Übersichtsseite auch gleich alle verfügbaren Buchungsklassen eines Carriers anzeigen lassen.
Oben habt ihr dann auch die Möglichkeit, direkt eure Routen- und Ticketdetails einzugeben:

Klickt ihr auf „Berechne“, so wird euch in der Tabelle die genaue Anzahl der zu erwartenden Meilen angezeigt. Auch Statusboni könnt ihr somit einsehen.

Der neue Meilenrechner
Für alle, die nicht nur einen Flug nachschlagen wollen, sondern evtl. mehrere mit verschiedenen Airlines und/oder Buchungsklassen, gibt es jetzt den Rechner. Hier gebt ihr eure Route und, wichtig für umsatzbasierte Programme, den Ticketpreis ein und bekommt auf einen Blick berechnet, wie viele Prämien- und Statusmeilen ihr bei den verschiedenen Programmen sammeln würdet. Das ersetzt das mühsame Nachrechnen von Distanz mal Prozentsatz und funktioniert auch bei Programmen, die inzwischen unabhängig von der Flugstrecke abrechnen.

Praxisbeispiel: Lufthansa in Buchungsklasse K
K ist bei Lufthansa eine der Economy-Buchungsklassen, in der häufig besonders günstige Angebote landen. Ein guter Praxistest also. Aktuell zeigt Where to Credit hier folgendes Bild:

An der Spitze liegt ANA Mileage Club mit 30 Prozent, dicht gefolgt von Miles&More und United MileagePlus mit jeweils 25 Prozent oder 4 Meilen pro Euro. Bei vielen anderen Partnerprogrammen, etwa Aegean Miles+Bonus, Air Canada Aeroplan oder Air China PhoenixMiles, geht ihr in dieser Klasse dagegen komplett leer aus.
Info
Nicht immer ist das Programm mit dem höchsten Prozentsatz am sinnvollsten. Wenn ihr jeden Flug woanders gutschreibt, habt ihr auf Dauer eure Meilen nur gesplittet und könnt nichts damit anfangen.
Auf Dauer solltet ihr für euer Flugverhalten schon ein Stammprogramm auswählen, das flugübergreifend euch am meisten bringt.
Interessant im Vergleich zu unserem Artikel von 2016: Damals lautete die Empfehlung noch, entweder bei Miles&More oder SAS Eurobonus gutzuschreiben. Inzwischen hat SAS die Allianz gewechselt und ist gar keine Option mehr für Lufthansa-Flüge. Ein schönes Beispiel dafür, dass sich Gutschriftregeln und Optionen laufend ändern und sich ein einmaliger Blick ins Handbuch nicht auszahlt, ein aktuelles Tool schon.
Lufthansa selbst zählt übrigens 22 verschiedene Buchungsklassen, und Miles&More ist zwar das hauseigene Programm, aber bei Weitem nicht die einzige Option: Insgesamt lassen sich Lufthansa-Flüge bei 19 verschiedenen Partnerprogrammen gutschreiben lassen.
Praktische Tipps für die Meilengutschrift
Hier noch zum Abschluss einige kleine Tipps, die euch evtl. weiterhelfen
- Vor dem Abflug prüfen, nicht danach. Die Mitgliedsnummer muss in der Regel spätestens beim Check-in im Ticket hinterlegt sein, damit die Gutschrift automatisch funktioniert.
- Prämien- und Statusmeilen getrennt betrachten. Wenn ihr auf einen Status hinarbeitet, kann ein anderes Programm sinnvoller sein als das mit den meisten Prämienmeilen.
- Gerade bei Billig-Tickets genau hinschauen. Rabattierte Buchungsklassen sind der Bereich mit den größten Unterschieden zwischen den Programmen. Und dort kann es am ehesten passieren, dass es bei vielen Programmen 0 Meilen gibt.
- Nachträgliche Gutschrift nicht vergessen. Viele Programme akzeptieren im Nachhinein eingereichte Flüge, oft innerhalb weniger Monate nach dem Reisedatum. Die genaue Frist variiert aber je nach Programm.
- Nicht nur die großen drei Allianzen im Blick haben. Auch bilaterale Partnerschaften außerhalb von Star Alliance, oneworld und SkyTeam bieten teilweise attraktive Gutschriftmöglichkeiten.
- Ein Stammprogramm und wenige Nebenprogramme: Wählt ihr für jeden Flug ein anderes Programm, werden euch eure verstreuten Meilen selten was bringen. Schaut euch lieber im Voraus an, wo ihr für eure Flüge insgesamt am besten aufgehoben seid. Wenn danach ein Flug dabei ist, für den dieses Programm 0 Meilen gibt, dann könnt ihr 1-2 Alternativprogramme dafür parat haben. Aber der Großteil eurer Flüge (innerhalb einer Allianz) sollte möglichst beim selben Programm landen.
- Probleme, wenn Status bei einem Programm und Sammeln bei einem anderen: Früher weniger problematisch, aber inzwischen sind viele Airlines zickiger geworden. Sammelt man die Meilen bei einem anderen Programm, also wo man seinen Vielfliegerstatus hat, werden heutzutage leider oft die Statusvorteile nicht mehr gewährt. Dort müsst ihr euch dann leider entweder für die Statusvorteile oder die höhere Meilengutschrift entscheiden. Wir haben vor einigen Jahren einen ausführlicheren Beitrag dazu geschrieben.
Weitere Tipps könnt ihr hier finden:
Fazit
Die Grundidee von Where to Credit ist seit zehn Jahren dieselbe geblieben: schnell und unkompliziert das beste Programm für einen Flug finden. Was sich geändert hat, ist die Komplexität dahinter, und dass wir das Tool inzwischen selbst weiterentwickeln. Schaut vorbei unter wheretocredit.com, und wenn euch etwas fehlt oder ihr Ideen habt, meldet euch gerne bei [email protected].