„Selenskyj ist zu weit gegangen“: Nach Trump schaltet sich auch Musk in den Angriff auf Kiew ein


Nach Trump-Attacke: Auch Musk fordert jetzt neuen Präsidenten für die Ukraine 

Stand: 11.10.2026, 20:25 Uhr

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Nach Trumps Diesel-Deal mit Putin griff der US-Präsident Selenskyj scharf an. Nun schaltete sich auch Elon Musk in die verbalen Attacken ein.

Washington, DC./Moskau/Kiew – Am Freitag (9. Oktober) verkündete US-Präsident Donald Trump sein neues Diesel-Abkommen mit Wladimir Putin. 300.000 Tonnen des Kraftstoffs soll der Kreml für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen, im November soll eine halbe Million Tonnen und „sofort danach“ eine weitere Million folgen. Wolodymyr Selenskyj reagierte empört auf die Abmachung und wertete sie als Zeichen des US-amerikanischen Zuspruchs für Putins Krieg. Auf dem Messengerdienst Telegram schrieb er: „Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg, den man beenden und nicht verlängern muss.“ 

Fotomontage Wladimir Putins, Wolodymyr Selenskyjs und Donald Trumps

Nach Trumps Diesel-Deal mit Putin griff der US-Präsident Selenskyj scharf an. Nun schaltete sich auch Elon Musk in die verbalen Attacken ein. © dpa/AP | Dmitri Lovetsky, dpa/FR171756 AP | Stefan Jeremiah, dpa/AP | Nathan Howard

Infolgedessen bekam der ukrainische Präsident Angriffe von Trump zu spüren. Ohne Anführung von Belegen sagte Trump, Selenskyj habe vielfach die Möglichkeit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden. Auch betonte der US-Präsident: „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.“ Bei seiner rhetorischen Offensive gegen Selenskyj bekam Trump nun prominenten Zuspruch von Elon Musk.

„Selenskyj ist zu weit gegangen“ – Nach Trump kritisiert auch Musk den ukrainischen Präsidenten

Auf dem Kurznachrichtendienst X schrieb Musk, der sein Satelliten-Internetnetzwerk Starlink den Ukrainern im Abwehrkampf zur Verfügung stellt, er pflichte US-Präsident Trump bei seiner Kritik an Selenskyj bei. „Selenskyj ist zu weit gegangen“, betonte Musk dort. Unter Verweis auf Trumps frühere Aussage fügte er an: „Ich stimme zu. Es ist Zeit, dass die Ukraine einen neuen Anführer findet.“ 

Ungeachtet ließ der US-Präsident dabei, dass ein Wechsel an der ukrainischen Staatsspitze aktuell überhaupt nicht möglich ist. Denn laut ukrainischer Verfassung ist eine Wahl in Kriegszeiten ausgeschlossen.

Neben seiner Forderung nach Neuwahlen in der Ukraine beschuldigte der US-Präsident Selenskyj zudem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur weltweiten Knappheit an Diesel beigetragen zu haben. In diesem Zuge rief Trump ihn auf, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. „Er will unseren Landwirten und Viehzüchtern Probleme mit Dieselkraftstoff bereiten, denn Russland liefert einen großen Teil des Dieselkraftstoffs weltweit“, behauptete Trump dabei.

Putin-Vertrauter zeigt sich erfreut über Kritik – Europa steht zu Selenskyj

Von Russland waren Trumps Worte in Richtung Ukraine mit Begeisterung aufgenommen worden. Putins Vertrauter, Kirill Dmitrijew, bezeichnete die Aussagen des US-Präsidenten ebenfalls auf der Plattform X als „historisch“ und sah in ihnen gar einen „Wendepunkt“ der US-ukrainischen Beziehungen. Dmitrijews Hoffnung könnte dabei vor allem darauf bezogen sein, dass Musk aus Ärger über Selenskyj womöglich die Starlink-Unterstützung für die Ukraine einstellen könnte. Konkrete Hinweise darauf liegen bislang allerdings noch nicht vor.

Unterstützung bekommt Selenskyj nach wie vor aus Europa. Der neue britische Premierminister Andy Burnham bekräftigte der Tagesschau zufolge seine „uneingeschränkte Solidarität“ mit der Ukraine und sprach sich für eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland aus. Dies solle die russische Kriegsmaschinerie weiter einschränken, machte Burnham in einem Telefonat mit Selenskyj deutlich. Auch die Bundesregierung hielt an ihrem Kurs gegenüber Russland fest. Eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterstrich: „Deutschland steht uneingeschränkt zu den Sanktionspaketen.“ (Verwendete Quellen: Telegram, X, Tagesschau) (fh)