Rumänien schießt Sprengstoff-Drohne in NATO-Luftraum ab – und verurteilt „unverantwortliche Vorfälle“ Russlands
Nächste Sprengstoff-Drohne im NATO-Luftraum: Kampfjet zerstört Flugobjekt über dem Schwarzen Meer
Stand: 20.08.2026, 13:26 Uhr
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Rumänien schießt erneut eine Drohne ab: dieses Mal über dem Schwarzen Meer, nahe einer Gasplattform. Präsident Dan macht Russland verantwortlich.
Bukarest – Ein rumänischer Kampfjet hat am Donnerstagmorgen eine mit Sprengstoff beladene Seedrohne im Schwarzen Meer abgeschossen. Die Drohne näherte sich offiziellen Angaben zufolge der Gasplattform Neptun Deep, auf der zu diesem Zeitpunkt mehrere Hundert Menschen arbeiteten. Rumäniens Präsident Nicușor Dan macht Russland für den Vorfall verantwortlich – und spricht von einer gezielten Provokation gegen die NATO.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Radu Miruță entdeckte die rumänische Küstenwache die unbemannte Seedrohne nur wenige hundert Meter von der Gasanlage entfernt. Die Bedrohung löste umgehend Alarm in Bukarest aus: Im Verteidigungsministerium wurde ein Krisenstab eingerichtet, der in enger Abstimmung mit Präsident Dan die weitere Vorgehensweise koordinierte. Die Entscheidung fiel schnell – zwei rumänische F-16-Kampfjets stiegen mit Schießerlaubnis auf. Einer der Piloten zerstörte die Drohne schließlich mit der Bordkanone.
Drohne stammte nicht aus der Ukraine: Präsident sieht Provokation seitens Russland
Verteidigungsminister Miruță betonte auf Facebook, dass die Drohne nicht aus der Ukraine stamme. Dies sei über direkte Kommunikationskanäle mit den Nachbarstaaten überprüft worden. Angaben zur tatsächlichen Herkunft machten die rumänischen Behörden zunächst nicht offiziell – doch Präsident Dan ließ keinen Zweifel daran, wen er hinter dem Angriff vermutet.
Auf dem Onlinedienst X gratulierte Nicușor Dan den Piloten und der rumänischen Armee zum „Erfolg der Mission zur Zerstörung der Drohne“. Auch die Küstenwache lobte er für die „Schnelligkeit“, mit der sie die Gefahr gemeldet habe. Gleichzeitig richtete der Präsident schwere Vorwürfe an Moskau. Er verurteilte die „Intensivierung solcher unverantwortlicher Vorfälle seitens der Russischen Föderation“ und stellte klar: „Wir bleiben wachsam an der Seite unserer NATO-Verbündeten, um uns zu verteidigen und solche Provokationen abzuwehren.“
Eine offizielle Reaktion aus Moskau lag zunächst nicht vor. Rumänien ist NATO-Mitglied und grenzt mit seiner Schwarzmeerküste unmittelbar an das Kriegsgebiet. Das Gasfeld Neptun Deep gilt als strategisch bedeutsame Energieinfrastruktur — ein Angriff darauf hätte weitreichende Folgen für die Energieversorgung in der Region gehabt.
Drohnenvorfälle häufen sich – auch Deutschland betroffen
Der Abschuss vom Donnerstag steht nicht allein. Bereits in der Nacht zuvor war laut Verteidigungsministerium eine Drohne nahe der Stadt Galați in den rumänischen Luftraum eingedrungen. Zwei spanische NATO-Kampfjets und ein Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe stiegen auf — die Drohne stürzte schließlich in einem unbewohnten Gebiet im Kreis Tulcea ab. Schon am Montag hatte ein spanischer F-18-Jet im NATO-Einsatz eine mutmaßlich russische Drohne über rumänischem Gebiet abgeschossen.
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, registriert Rumänien seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast viereinhalb Jahren wiederholt Drohnenüberflüge und Abstürze auf seinem Staatsgebiet. Auch Polen und die baltischen Staaten melden regelmäßig ähnliche Vorfälle. Und selbst Deutschland bleibt nicht verschont: Zuletzt hatte der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Leipziger Flughafen Besorgnis ausgelöst – ein Zeichen dafür, dass die Drohnenbedrohung längst nicht mehr nur an der unmittelbaren Kriegsfront präsent ist. (Quellen: X, Facebook, AFP, Bild) (nak)