Moskau plant neue Mobilisierung: Ukraine warnt vor Putins Winter-Strategie


Moskau plant 500.000 Einziehungen: Verteidigungsminister warnt vor Putins Winter-Offensive

Stand: 20.08.2026, 13:27 Uhr

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Geheimdienste erwarten im Herbst bis zu 500.000 Einziehungen in Russland, womöglich direkt nach der Parlamentswahl. Betroffen sein könnten Sumy und Tschernihiw.

Moskau – Der neue ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Khmara hat in seiner ersten Parlamentsrede erklärt, er kenne bereits Russlands Mobilisierungspläne und Strategie für Herbst und Winter.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

„Wir wissen, welche nächsten Schritte Russland plant, seine Mobilisierungspläne und seine Strategie für Herbst und Winter“, sagte er laut dem Nachrichtenportal Euromaidan Press vor dem ukrainischen Parlament, der Werchowna Rada.

Verteidigungsminister enthüllt: Das ist Putins Plan für den Winter

Khmara: Ukraine kennt Putins Mobilisierungspläne für Herbst und Winter. © © IMAGO / SNA / Archivbild

Die Rada hatte Khmara zuvor am 19. August mit 312 von 450 Stimmen als neuen Verteidigungsminister bestätigt – 226 Stimmen wären für eine Mehrheit nötig gewesen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte ihn am 18. August nominiert.

Russland plant Mobilisierung nach Parlamentswahl

Laut Khmara deuten Geheimdienstdaten darauf hin, dass Russland eine neue Mobilisierungswelle vorbereite. Der Aufbau von Kapazitäten zur Zerstörung russischer Kampffähigkeiten sei daher eine der wichtigsten Prioritäten der ukrainischen Streitkräfte.

Ukrainische Geheimdienstquellen gehen laut der ukrainischen Nachrichtenseite Kyiv Independent davon aus, dass Russland im Herbst bis zu 500.000 Soldaten einziehen will – möglicherweise unmittelbar nach den russischen Parlamentswahlen im September.

Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Generalmajor Wadym Skibitsky, sagte dem ukrainischen Nachrichtenportal RBC-Ukraine zudem, Russland könnte noch in diesem Jahr eine Offensive von Norden aus versuchen. Die dafür nötigen Voraussetzungen seien derzeit aber noch nicht gegeben. Betroffen sein könnten die Gebiete Sumy, Tschernihiw und Kiew.

Khmara übernimmt nach Fedorows Entlassung

Khmara tritt das Amt in einer politisch angespannten Phase an. Sein Vorgänger Mychajlo Fedorow war am 15. Juli von Selenskyj entlassen worden – eine Entscheidung, die landesweite Proteste auslöste. Noch in der Nacht vor Khmaras Bestätigung veröffentlichte Fedorow auf YouTube ein Video, in dem er zu Kriegszeitwahlen aufrief – ein deutlicher Hinweis auf politische Ambitionen.

Laut Reuters war Khmara zudem nicht Selenskyjs erster Wunschkandidat, sondern wurde erst nach Ausbruch der Proteste als Kompromisskandidat nominiert. Khmaras Ernennung fiel in den Moment, als ukrainische Antikorruptionsbehörden Ermittlungen gegen einen stellvertretenden Leiter von Selenskyjs Büro wegen eines mutmaßlichen Geldwäscheskandals ankündigten, berichtet die Agentur.

Khmara: Vom SBU-Kommandeur zum Verteidigungsminister

Khmara ist Generalmajor und langjähriger Spezialkräfteoffizier. Er leitete das Alpha-Sonderoperationszentrum des ukrainischen Geheimdienstes SBU, das maßgeblich an Ukraines Langstreckenangriffen auf russisches Territorium beteiligt war. 2022 führte er die Operation zur Befreiung der Schlangeninsel im Schwarzen Meer.

Vom 5. Januar bis 16. Juli 2026 war er kommissarischer SBU-Chef, bevor ihn Selenskyj zum kommissarischen Verteidigungsminister ernannte.

Auf die Frage, ob er als ehemaliger Militär das Amt bekleiden dürfe – ukrainisches Recht schreibt einen Zivilisten vor – erklärte er laut der ukrainischen Nachrichtenseite Ukrainska Pravda, er sei nach Artikel 26 des ukrainischen Militärdienstgesetzes aus dem aktiven Dienst entlassen worden.

Drei Prioritäten: Front, Beschaffung, Humankapital

In seiner Parlamentsrede legte Khmara drei gleichwertige Prioritäten fest. An erster Stelle stehe die Übernahme der strategischen Initiative in allen Kriegsdomänen – auf dem Land, zur See, in der Luft und im Informationsraum.

Zweite Priorität sei die rechtzeitige Lieferung von Waffen an die Front durch transparente Beschaffungsverfahren ohne unnötige Bürokratie. Als dritte Priorität nannte er das Humankapital – die Leben und Gesundheit der Soldaten. „Es wird mehr ukrainische Waffen geben, und die Schläge werden präziser sein“, sagte er.

Selenskyj hatte zuvor erklärt, er erwarte vom Verteidigungsministerium unter Khmara eine Ausweitung der ukrainischen Tiefschläge sowie mehr Möglichkeiten zur Luftverteidigung, berichtet Kyiv Independent. Quellen: Reuters, Bloomberg, Kyiv Independent, Euromaidan Press, Ukrainska Pravda, nif/red.