News zum Krieg im Iran: Saudi-Arabien rechnet mit Huthi-Attacken


Newsblog zum Krieg in Nahost

Golfstaat bereitet sich wohl auf massive Huthi-Attacken vor


Aktualisiert am 07.08.2026 - 01:17 UhrLesedauer: 8 Min.

Laut Berichten stehen die USA und der Iran vor einem Übergangsdeal. Saudi-Arabien rechnet mit Huthi-Attacken. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Freitag, 7. August

Elf Zivilisten bei Angriffen in Saudi-Arabien verletzt

Nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses im Jemen sind bei Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz mindestens elf Zivilisten in Saudi-Arabien verletzt worden. Sieben seien saudische Staatsbürger gewesen, die bei dem Beschuss in der Region Nadschran unter anderem Verbrennungen erlitten hätten, teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki in der Nacht auf der Plattform X mit. Zudem seien zwei Staatsbürger Ägyptens sowie einer Pakistans und einer des Jemens aufgrund der "terroristischen Huthi-Angriffe" am Donnerstag verletzt worden.

Trump sieht baldiges Ende des Kriegs

US-Präsident Donald Trump rechnet nach eigener Aussage mit einem baldigen Ende des Kriegs gegen den Iran. "Ich glaube, er wird ziemlich bald vorbei sein", sagt Trump. Er gehe nicht davon aus, dass der Iran noch viel länger durchhalten könne. Zugleich räumt er ein, dass die US-Streitkräfte bei einigen Waffen mit Engpässen zu kämpfen haben. "Wir haben bestimmte Arten von Munition, die sehr schlagkräftig sind und von denen wir unbegrenzte, praktisch unbegrenzte Vorräte haben", sagt Trump. "Bei anderen ist es ein wenig knapper."

Saudi-Arabien befürchtet Huthi-Angriff

Saudi-Arabien stellt sich nach Angaben eines Regierungsbeamten auf "mehrere koordinierte Angriffe" irakischer Milizen in Zusammenarbeit mit den iranisch unterstützten Huthi-Rebellen ein. Gegenüber dem US-Sender CNN verwies der saudische Vertreter auf "mehrere Geheimdienstberichte" aus dem eigenen Land und der Region, wonach die Milizen "in Koordination mit den Huthis" in "sehr naher Zukunft" Ziele in dem Golfstaat angreifen wollten – angeleitet von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC).

Donnerstag, 6. August

Mehrere Tote bei Huthi-Angriffen im Jemen

Bei Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen sind Regierungskreisen zufolge mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Aus Quellen der international anerkannten Regierung hieß es heute, mindestens zehn Menschen seien dabei getötet und fünf weitere verletzt worden. Andere Quellen sprachen von insgesamt 45 Menschen, die getötet oder verletzt worden seien.

Die Huthi teilten mit, sie hätten "Hunderte" mit Saudi-Arabien verbündete Kämpfer getötet oder verletzt. Zudem hätten sie mehrere Truppen- und Waffenlager zerstört und verbrannt. Weitere Hinweise auf einen solch großen Angriff aus anderen Quellen gab es zunächst nicht.

Die Miliz habe mit Raketen und Drohnen Ziele in den jemenitischen Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Regierung. Die beiden ölreichen Provinzen sind schon lange umkämpft in dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg.

Geplante Maut für Straße von Hormus alarmiert Schifffahrtsbranche

Die Pläne des Iran und des Omans für eine faktische Maut in der Straße von Hormus stoßen in der Schifffahrtsbranche auf erhebliche Bedenken. Vier Insidern zufolge wäre eine solche Regelung wegen US-Sanktionen und restriktiver Versicherungsklauseln kaum umsetzbar. Die USA haben die im Mai vom Iran gegründete Behörde für die Wasserstraße mit Strafmaßnahmen belegt. Dies birgt für Reedereien bei Zahlungen die Gefahr von Sanktionsverstößen und könnte zum Einfrieren von Vermögenswerten führen. Erschwert wird die Lage durch eine Ende Juli eingeführte Klausel der Lloyd's Market Association (LMA). Diese sieht vor, dass der Versicherungsschutz für Kriegsrisiken erlischt, sobald ein Schiff eine Transitgebühr für die Route entrichtet.

Einem hochrangigen iranischen Insider zufolge fordert die Regierung in Teheran eine Abgabe in Höhe von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts für Schiffe, die die Meerenge passieren. Der Oman erwäge Gebühren von rund drei Prozent, während die USA auf eine kostenfreie Durchfahrt dringen. Die Reedereien befänden sich in einer Zwickmühle, sagte ein Insider aus der Versicherungsbranche. Führende Schifffahrtsverbände warnten in dieser Woche in einem offenen Brief an die UN-Schifffahrtsorganisation IMO, die Abgaben kämen einer Maut gleich. Dies schaffe einen Präzedenzfall, der den international anerkannten rechtlichen Rahmen für Meerengen untergraben könnte. Die IMO hatte im Juli betont, dass die Durchfahrt für alle Schiffe diskriminierungsfrei und kostenlos bleiben müsse.

Die Kontrolle über die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman mit seinem Zugang zum Indischen Ozean ist einer der größten Streitpunkte bei den Bemühungen, den Iran-Krieg zu beenden. Bis zum Angriff der USA und Israels auf die Islamische Republik Ende Februar war die Wasserstraße die Hauptroute für etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen und für alle Schiffe frei zugänglich. Dem jüngsten Vorschlag zufolge könnte der Iran künftig bei Bedarf in den einlaufenden Schiffsverkehr eingreifen. Der auslaufende Verkehr solle einer Route zwischen dem Iran und dem Oman folgen, wobei die entsprechende Genehmigung nach Benachrichtigung Teherans durch den Oman erteilt werde, erklärte der iranische Insider.

Iran droht Golfstaaten

Der Iran hat den Golfstaaten für den Fall erneuter Angriffe der USA Insidern zufolge mit massiver Vergeltung gedroht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Personen erfuhr, warnte Teheran diese mit den USA verbündeten Länder, dass jeder neue Angriff der USA auf Irans Staatsgebiet Vergeltungsmaßnahmen gegen die kritische Energieinfrastruktur in der gesamten Region nach sich ziehen würde.

Diese Botschaft wurde demnach im Zuge einer Reihe hochrangiger diplomatischer Kontakte übermittelt, nachdem US-Präsident Donald Trump seinerseits am 28. Juli damit gedroht hatte, das Energienetz und die Infrastruktur der Islamischen Republik anzugreifen. Am 2. August erklärte Trump schließlich, er habe der Absage des Angriffs auf den Iran zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass rasch eine Einigung erzielt werden könne.

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Die niederländische Zeitung "Volkskrant" hatte schon zuvor über eine Liste möglicher Angriffsziele in den Golfstaaten berichtet, die iranische Staatsmedien nach dem 28. Juli veröffentlichten. Darunter befand sich auch das Ghawar-Ölfeld in Saudi-Arabien, das rund fünf Prozent des weltweiten Ölbedarfs deckt. Saudi-Arabien habe sich demnach bei Trump dafür eingesetzt, den geplanten Angriff auf den Iran abzusagen. Iran und Saudi-Arabien sind strategische Rivalen in der Golfregion, seit den US-Angriffen ist der saudische Ölexport um rund ein Drittel eingebrochen.

Trump: Will lieber reden als Menschen töten

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut für ein Abkommen mit dem Iran ausgesprochen. "Ich würde lieber einen Deal schließen, weil ich keine Menschen töten will. Ich will keine Menschen töten", sagte der Republikaner in einer Rede vor Anhängern in Las Vegas. Zum aktuellen Stand von möglichen Gesprächen machte er keine Angaben. Trump sagte lediglich, dass man rede. Man werde sehen, was passiere.

Iran: Kommunikation mit oberstem Führer "sehr schwierig"

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Kommunikation mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, als "momentan sehr schwierig" bezeichnet. "Es ist momentan sehr schwierig, mit ihm zu kommunizieren, aber auf jeden Fall ist seine Anwesenheit eine sehr große Quelle der Kraft für uns, um weiterzumachen", sagte Peseschkian am Mittwoch. Warum es schwierig sei, mit ihm zu sprechen, sagte Peseschkian nicht.