Selenskyj: Angriffsbefehl auf russische Firmen erteilt


Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Selenskyj gibt Angriffsbefehl auf russische Rüstungsfirmen

Von S. Cleven, J. Seiferth, F. Michalski, C. Siemer, A. Janzen, C. Cöln, T. Wanhoff, M. Küper, J. Hartung, M. Kloft, J. Fischer


Aktualisiert am 07.08.2026 - 01:17 UhrLesedauer: 14 Min.

Der ukrainische Präsident schneidet in einer Umfrage schlecht ab. Die Ukraine will mehr russische Rüstungsfirmen angreifen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Donnerstag, 6. August

Selenskyj gibt Angriffsbefehl auf russische Rüstungsfirmen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Sitzung der militärischen und politischen Führung seines Landes spezielle Einsätze gegen Russlands Rüstungsindustrie angeordnet. Dabei gehe es um "bestimmte Unternehmen, die wir bereits identifiziert haben", teilte Selenskyj auf Facebook mit. Alle Anwesenden bei der Sitzung hätten klare Aufgaben erhalten. "Ich erwarte, dass sie vollständig erfüllt werden." Russlands Militärindustrie müsse "spürbar eingeschränkt" werden.

Details zu den bevorstehenden Einsätzen nannte Selenskyj nicht. Er beklagte, dass Moskau weiterhin Unterstützung sowie wichtige Komponenten für seine Kriegsführung aus dem Ausland erhalte. "Wir sehen, dass jede russische Rakete, jede Drohne und andere Waffen kritische Komponenten aus anderen Ländern enthalten, ohne die solche Waffen einfach nicht existieren könnten."

Umfrage: Mehrheit der Ukrainer misstraut Präsident Selenskyj

Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden. Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landeten der erst vor kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy. Präsident Wolodymyr Selenskyj landete in der Umfrage des sozialen Umfrageinstituts "Sozis" nur auf dem sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow.

Die repräsentative Umfrage unter 2.000 Ukrainern wurde nach Angaben von "Sozis" zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt. Weitere Details zur Umfrage zur Lage in der Ukraine lesen Sie hier.

Russland attackiert deutschen Frachter im Schwarzen Meer

Ein Frachter einer deutschen Reederei ist im Schwarzen Meer von russischen Drohnen getroffen worden. Die "Emil" sei am Mittwoch rund 21 Seemeilen vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa unterwegs gewesen, als sie mehrfach angegriffen worden sein soll, berichtet die "Bild"-Zeitung. Dem Bericht zufolge brach Feuer aus, mehrere technische Systeme fielen aus. Das Schiff sei zeitweise manövrierunfähig gewesen.

Die "Emil" fährt unter liberianischer Flagge, gehört aber der Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG mit Sitz in Hamburg. Die elf Besatzungsmitglieder wurden laut "Bild" evakuiert, Deutsche seien nicht darunter gewesen. Verletzt wurde demnach niemand. Während der Evakuierung soll es aber zu einem weiteren Angriff gekommen sein.

Im Video | Russischer Beschuss trifft Hamburger Frachter

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Russland hat am Donnerstag Angriffe auf zwei Frachtschiffe bestätigt, nannte aber weder Namen noch Herkunft der Schiffe. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte jedoch ein Video des Angriffs, auf dem die "Emil" zu erkennen ist. Das Ministerium begründete die Attacken damit, dass die Frachter angeblich Rüstungsgüter für das ukrainische Militär transportiert hätten.

Nach ukrainischen Angaben wurde am Mittwoch auch das Getreideschiff "Mera Queen" im Schwarzen Meer angegriffen. Das Schiff fuhr unter der Flagge von Guinea-Bissau und war demnach mit Weizen beladen. Ein Besatzungsmitglied sei dabei getötet worden.

Russland greift Schiff in Ukraine an – Toter und Verletzte

Bei einem erneuten russischen Angriff auf ein Schiff in der Schwarzmeerregion Odessa sind nach ukrainischen Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. "Diesmal wurde ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrender Handelsfrachter getroffen, der mit ukrainischem Weizen beladen war", teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper beim Messengerdienst Telegram mit. Der Rumpf des Schiffs sei beschädigt, die anderen Besatzungsmitglieder seien an Land gebracht worden.

"Der Feind greift weiterhin ununterbrochen zivile Schiffe im Schwarzmeerraum an", sagte Kiper. "Solche Angriffe zeigen einmal mehr die Systematik und den Zynismus des russischen Terrors sowie die Gefahr, die der Aggressor sowohl für das Leben der Zivilbevölkerung als auch für die weltweite Ernährungssicherheit insgesamt darstellt", sagte er. Die Ukraine gehört zu den großen Getreideexporteuren und nutzt dafür die Häfen um Odessa als Umschlagplatz.

Russland und die Ukraine haben zuletzt ihren See- und Luftkrieg intensiviert. Beide Länder beschießen gegenseitig in der Schwarzmeerregion Schiffe. Besonders im Raum Odessa kommt es immer wieder zu folgenreichen Treffern.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf das Gebiet Odessa. Es seien zwei Schiffe südlich und östlich von Odessa getroffen worden, hieß es. Das Ministerium warf der Ukraine vor, die Getreidefrachter für den Transport von militärischen Gütern zu nutzen. Von unabhängiger Seite sind die Angaben nicht überprüfbar.

Ukraine greift Russland mit über 600 Drohnen an – Raffinerie brennt

Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei Ölraffinerien tief im russischen Hinterland angegriffen und getroffen. Es handele sich um die Slawnet-Janos-Raffinerie in der Region Jaroslawl und die Baschneft-Nowoil-Raffinerie in der Republik Baschkortostan, teilt Selenskyj im Onlinedienst Telegram mit. Mehrere in sozialen Medien verbreitete Videos sollen Aufnahmen der in Brand gesetzten Raffinerie zeigen.

Im Video | Ukraine schlägt weiter hinter der Grenze zu

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In der russischen Region Jaroslawl, etwa 250 Kilometer nördlich von Moskau, seien 92 Drohnen abgeschossen worden, erklärte der örtliche Gouverneur Michail Jewrajew auf Telegram. Er sprach von dem bislang größten Angriff auf die Region. Herabfallende Drohnentrümmer hätten in mehreren Gebäuden Brände ausgelöst und Autos beschädigt.

Russland fing in der Nacht 605 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen und der annektierten Halbinsel Krim ab, wie das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte. In der Region Twer rund 180 Kilometer nordwestlich von Moskau wurde nach Angaben der Behörden zudem ein Logistikzentrum des russischen Onlineversandhändlers Wildberries "leicht beschädigt". Die Fassade sei vom herabstürzenden Trümmerteil einer Drohne getroffen worden, erklärte Gouverneur Witali Koroljow auf Telegram.