Napalm-Anschlag auf Drohnenfabrik geplant: Slowakei schlägt zu – ein Verdächtiger in Deutschland verhaftet


Stand: 25.08.2026, 21:03 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

In einer Drohnenfabrik im NATO-Land Slowakei sollte Napalm zünden. Die Polizei kommt den Tätern zuvor – ein Verdächtiger wird in Deutschland geschnappt.

Bratislava – Die slowakische Polizei hat einen geplanten Brandanschlag auf eine Drohnenfabrik im Osten des NATO-Landes vereitelt. Einer der drei Verdächtigen wurde auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls in Deutschland festgenommen. Die drei Personen hätten im Auftritt Dritter gehandelt. Keiner von ihnen besitzt demnach die slowakische Staatsbürgerschaft. Nähere Angaben zu den Verdächtigen oder den mutmaßlichen Auftraggebern machten die Behörden zunächst nicht.

Die slowakische Polizei konnte laut eigenen Angaben einen Brandanschlag verhindern. Dieses Archivfoto zeigt einen Polizeieinsatz in der slowakischen Hauptstadt Bratislava im Januar 2025.

Die slowakische Polizei konnte laut eigenen Angaben einen Brandanschlag verhindern. Dieses Archivfoto zeigt einen Polizeieinsatz in der slowakischen Hauptstadt Bratislava im Januar 2025. © Vaclav Salek/imago/Archivbild

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP lehnte die Polizei zusätzliche Auskünfte ab. Die Ermittlungen wurden von der Sondereinheit für den Kampf gegen die organisierte Kriminalität (UBOK) geführt, nachdem der slowakische Inlandsgeheimdienst SIS sowie der Militärgeheimdienst entsprechende Hinweise geliefert hatten.

Napalm und Tatplan sichergestellt: Anschlag hätte „Großbrand verursachen können“

Bei Razzien stellten die Ermittler eine größere Menge an Brandmischung sicher, bei der es sich nach ersten Erkenntnissen um improvisiertes Napalm handelte – eine Mischung aus Benzin und Verdickungsmittel. Darüber hinaus wurden Werkzeuge, Mobiltelefone sowie ein handschriftlich ausgearbeiteter Plan beschlagnahmt.

Die Polizei erklärte, der geplante Anschlag hätte „einen Großbrand verursachen können“. Rund 70 Beschäftigte des Werks wären gefährdet worden, der Wert der Produktionsanlage belaufe sich auf mehrere zehn Millionen Euro. Den drei Beschuldigten droht eine Anklage wegen Gefährdung der Allgemeinheit – ein Straftatbestand, der greift, wenn eine Gefahr für Leib oder Leben einer größeren Zahl von Menschen oder für fremdes Eigentum in großem Ausmaß herbeigeführt wird.

Slowakei-Ministerpräsident pflegt gutes Verhältnis zu Wladimir Putin

Die Slowakei grenzt im Osten an die Ukraine und ist Mitglied der EU sowie der NATO. Im Land stellen mehrere Unternehmen Drohnen her, darunter die ukrainische Firma Skyeton. Ob das betroffene Werk Drohnen für die von Russland angegriffene Ukraine produziert, war zunächst nicht bekannt.

Der Vorfall fügt sich jedoch in ein Muster ein, das westliche Sicherheitsbehörden seit Beginn des russischen Angriffskriegs beobachten: Russland soll in mehreren europäischen Ländern verdeckte Sabotageoperationen gegen Rüstungsbetriebe und Infrastruktur durchgeführt oder in Auftrag gegeben haben. Wen man hinter dem versuchten Anschlag vermutet, erklärten die slowakischen Behörden zunächst nicht.

Brisant: Ministerpräsident Robert Fico gilt als einer der wenigen EU-Regierungschefs, der offen Sympathien für Moskau zeigt und die Militärhilfe für die Ukraine ablehnt. (Quellen: AFP, dpa) (nak)