Nepal: Vier Deutsche nach Sturzflut aus Katastrophengebiet im Himalaja gerettet


Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal sind vier Deutsche aus dem Katastrophengebiet gerettet worden. Das berichten die Nachrichtenagentur dpa und das Portal »Onlinekhabar« . Nach Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und AFP handelt es sich um eine Familie. Sie sei zusammen mit anderen per Hubschrauber zu einem Armeecamp in Battar Bazar gebracht worden, sagte ein Armeesprecher der dpa.

Die Familie sei in der Wanderregion Langtang unterwegs gewesen, berichtet die AFP. Als sie unterwegs Erdrutsche bemerkten, hätten sie auf halbem Weg kehrtgemacht. »Wenn wir unsere Trekking-Tour normal durchgeführt hätten, hätten wir an dem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben«, sagte der Vater der Nachrichtenagentur dpa.

Alle vier seien laut AFP unverletzt geblieben. Die Familie berichtete demnach, dass sie mit der deutschen Botschaft in Kontakt stand. Die ganze Zeit gab es demnach eine Verbindung zum Telefonnetz.

Außenministerium hält sich mit Informationen zurück

Die Bundesregierung sprach unterdessen von einer »niedrigen zweistelligen Zahl deutscher Staatsangehöriger«, die derzeit vermisst würden. Zu einzelnen Personen könne man allerdings keine Auskunft geben, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Das Ministerium bemühe sich um Aufklärung.

Zuvor hatte die nepalesische Tourismusbehörde von acht vermissten deutschen Staatsangehörigen gesprochen. Vier von ihnen gehörten laut der dpa zu einer Gruppe ausländischer Pilger: Sie waren auf dem Rückweg von einer Reise zum heiligen Berg Kailash und zum Manasarovar-See in Tibet, als der Kontakt abriss. Das teilte die nepalesische Reiseagentur Trekkers’ Society mit.

»Wir haben alle diese schrecklichen Bilder gesehen«, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts. Das gesamte Ausmaß der Sturzfluten sei schwer abzuschätzen. »Auch die Lage in der betroffenen Region ist noch sehr, sehr unübersichtlich.« Bereits am Donnerstag hatte das Ministerium erklärt, die deutschen Stellen vor Ort seien dabei, »belastbare Informationen zum Verbleib deutscher Staatsangehöriger« zusammenzutragen.

Die Sturzflut hatte am Mittwoch ganze Ortschaften im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet zerstört. Zuletzt stieg die Zahl der Toten auf mehr als 500. Der nepalesische Katastrophenschutz meldete 538 Tote, in Tibet starben laut chinesischen Staatsmedien fünf Personen. Mehr als 1400 Menschen galten weiterhin als vermisst, unter ihnen Hunderte Ausländer.