Fed: Warsh-Rede 16 Uhr - laut Top-Strategen „Seilakt“ in Sachen Renditen


Michael Hartnett
Michael Hartnett. Foto: Nathan Laine/Bloomberg

Die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh heute um 16 Uhr deutscher Zeit in Jackson Hole könnte die US-Renditekurve abflachen, die Risikobereitschaft stärken und den Dollar stützen – sofern er den richtigen Ton trifft, so sagen es aktuell laut Bloomberg die Strategen der Bank of America. Um einen „Erfolg für die Bullen“ zu erzielen, muss Warsh seine Kompetenz im Kampf gegen die Inflation unterstreichen, um die kurzfristigen Renditen im Zaum zu halten, und gleichzeitig seine Unterstützung für die Bemühungen von Finanzminister Scott Bessent signalisieren, die längerfristigen Kreditkosten einzudämmen, schrieben die von Michael Hartnett geleiteten Strategen in einer Analyse.

Ein „politisches Versagen“ könnte jedoch die Renditen über das Niveau treiben, das vor Bessents Ankündigung seiner Rückkaufkampagne für längerlaufende US-Staatsanleihen Anfang dieses Monats zu beobachten war. Das könnte den Dollar belasten und defensive Aktien gegenüber zyklischen Titeln und anderen Vermögenswerten begünstigen, die empfindlich auf höhere langfristige Renditen reagieren, so die Strategen.

S&P 500 und Anleiherendite

Die mit Spannung erwartete Rede von Kevin Warsh – der zuvor wegen spärlicher Hinweise darauf kritisiert wurde, wie er die Inflation wieder näher an das 2-Prozent-Ziel heranführen will – kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für Aktienanleger. Diese haben ihr Vertrauen bewahrt, obwohl die langfristigen Kreditkosten Anfang dieses Monats auf ein Niveau gestiegen sind, das zuletzt vor zwei Jahrzehnten zu beobachten war, und der S&P-500-Index weniger als 1 Prozent von seinem Schlussrekord entfernt ist.

Michael Hartnett sagt, die Überzeugung des Marktes hinsichtlich einer Reihe von bullischen Szenarien bleibe ungebrochen – darunter keine Abschwächung der makroökonomischen Indikatoren, keine Zinserhöhungen, keine Kürzungen bei den Ausgaben für künstliche Intelligenz und kein Wahlsieg der Demokratischen Partei bei den Zwischenwahlen im November.

Dennoch verzeichneten US-Aktien in der Woche bis zum 26. August Abflüsse in Höhe von 4,4 Milliarden US-Dollar – der erste Abfluss seit fünf Wochen, wie die BofA unter Berufung auf Daten von EPFR Global mitteilte. Das Geld floss stattdessen in japanische Aktien, während Investment-Grade-Anleihen ihre Serie von Zuflüssen auf 21 Wochen ausbauten.

FMW/Bloomberg

Claudio Kummerfeld

Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Capital Markets Redakteur

Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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