Netflix enttäuscht mit Ausblick - Aktie nachbörslich unter Druck | cash


Streaming

Getragen vom Erfolg der Krimiserie «I ‌Will Find ⁠You» hat Netflix bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Mit seinem Ausblick blieb der ⁠weltgrösste Streamingdienst jedoch hinter den Markterwartungen zurück.

17.07.2026   06:21

Fernbedienung mit Netflix-Direkttaste.

Fernbedienung mit Netflix-Direkttaste.

Quelle: Pixabay

Die Aktie fiel daher am Donnerstag im nachbörslichen Handel an der Wall Street um rund acht ‌Prozent.

Netflix stellte für das laufende Vierteljahr ein Umsatzplus von knapp zwölf Prozent ‌auf 12,86 Milliarden Dollar und einen Überschuss von 0,82 Dollar ​je Aktie in Aussicht. Das sei aber kein Anzeichen für eine Geschäftsflaute, betonte Analyst Paolo Pescatore vom Research-Haus PP Foresight. Es handele sich eher um eine Mischung aus Zurückhaltung des Managements und einer verlangsamten Wachstumsdynamik in zunehmend gesättigten Märkten.

Netflix sieht sich einem harten Wettbewerb ausgesetzt: Auf der einen Seite stehen klassische Unterhaltungskonzerne wie ‌Walt Disney und der Rivale Paramount Skydance, der mit der milliardenschweren Übernahme von Warner Bros zum Streaming-Weltmarktführer aufschliessen will. Gleichzeitig gewinnen Videoplattformen wie YouTube und TikTok an Bedeutung.

Die Netflix-Aktie hat in den vergangenen drei Monaten rund ein Drittel ihres ​Wertes eingebüsst, weil Anleger ein Ende des Wachstums befürchten. Das Management betont jedoch, die ​Zahl seiner zuletzt 325 Millionen Kunden noch steigern zu können.

Das Unternehmen ​setzt zudem auf Werbeerlöse und Videospiele als weitere Einnahmequellen neben den Abo-Gebühren. Werbefinanzierte Nutzerkonten versprechen langfristig höhere Erträge. Dazu müssen Zuschauer jedoch möglichst ‌lange an den Bildschirm gefesselt werden. Hierzu sollen unter anderem Live-Übertragungen von Konzerten oder Sportereignissen beitragen.

Gleichzeitig will Netflix seine Statistik zur Nutzungsdauer des Streamingangebots ab 2027 nur einmal jährlich statt wie bisher alle sechs ​Monate ​veröffentlichen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern die ⁠vierteljährliche Bekanntgabe der Abonnentenzahlen eingestellt. Dies solle dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf die ​wichtigsten Kennziffern - Umsatz und operativer ⁠Gewinn - zu lenken.

Im abgelaufenen Quartal steigerte das Unternehmen seine Erlöse wie erwartet um rund 13 Prozent auf 12,56 ‌Milliarden Dollar und den Gewinn ähnlich stark auf 0,80 Dollar je Aktie. Das operative Ergebnis wuchs um ein Drittel auf 4,27 Milliarden Dollar. «Unsere finanzielle Entwicklung ist weiterhin solide, und wir sind auf ‌dem besten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen», hiess es in einem Brief an ​die Aktionäre. Für das Gesamtjahr rechnet das Management nun mit einem Umsatz von 51 bis 51,4 Milliarden Dollar statt der zuvor angepeilten 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar.

(Reuters)