Sprengstoffdrohne Leipzig: Bombe steckte in Konservendose neben Antonow
Publiziert7. August 2026, 08:12
Flughafen LeipzigNeue Details: Sprengstoff steckte in Konservendose
Immer mehr Einzelheiten zum Drohnenfund am Flughafen Leipzig kommen ans Licht. Laut neuen Erkenntnissen steckte der Sprengstoff in einer Konservendose mit zwei SIM-Karten.

Darum gehts
- Am Flughafen Leipzig/Halle wurde eine mit Semtex gefüllte Sprengstoffdrohne nahe einer ukrainischen Antonow-Frachtmaschine entdeckt.
- Die Drohne befand sich bereits ab 19.30 Uhr auf dem Gelände – entdeckt wurde sie erst mehr als vier Stunden später von einem Busfahrer.
- Die deutsche Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen; Bundesinnenminister Alexander Dobrindt spricht von einem möglichen «hybriden Anschlagsszenario».
Der Fund der Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle wirft weitere Fragen auf. Neue Erkenntnisse zeigen nun laut Informationen der «Bild», dass der Sprengstoff in einer gewöhnlichen Konservendose steckte.
Der ursprüngliche Inhalt soll dabei entfernt und die Dose stattdessen mit Semtex-Sprengstoff gefüllt worden sein. Für den Zünder soll zudem ein Loch in den Dosenboden gebohrt worden sein.
Auch die Videoaufnahmen vom Flughafen liefern laut «Bild» neue Hinweise: So soll sich die mit Sprengstoff beladene Drohne bereits gegen 19.30 Uhr auf dem Standplatz in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Antonow-Frachtmaschine befunden haben. Entdeckt wurde sie aber erst kurz vor Mitternacht – mehr als vier Stunden später.
Drohne war mit zwei SIM-Karten ausgestattet
Laut «Spiegel» bemerkte ein Busfahrer die Drohne in geringer Höhe und brachte sie mit einem Tritt zu Boden. Erst danach konnte der Sprengsatz gesichert werden.
Die Ermittler nehmen inzwischen auch die Technik der Drohne genau unter die Lupe. Nach Informationen der «Bild» verfügte das Fluggerät über eine Abwurfeinrichtung und war mit zwei SIM-Karten ausgestattet. Jetzt wird untersucht, ob diese für die Steuerung der Drohne oder der Abwurftechnik genutzt wurden.
Dobrindt: «Hybrides Anschlagsszenario»
Zudem beschäftigt die Ermittler ein weiterer Fund an der Antonow-Maschine: Laut «Spiegel» soll sich auf der Tragfläche ein Teil der Drohne befunden haben. Das könnte darauf hindeuten, dass das Fluggerät zeitweise direkt über dem Flugzeug schwebte oder sogar mit ihm kollidierte. In den Tragflächen befinden sich die Treibstofftanks der Maschine, die beim Frachtflugzeug bereits voll betankt waren.
Inzwischen hat die deutsche Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Im Raum stehen unter anderem der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einem «sehr ernsten, sicherheitsrelevanten Vorfall» und von einem möglichen «hybriden Anschlagsszenario». Wer hinter der Tat steckt, ist noch unklar.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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