Hamburger Goldkehlchen: Neue Serie über die Erfolgsgeschichte des Männerchors startet
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Wer die Anfänge der Goldkehlchen sucht, landet in der Türkei, genauer gesagt: in Belek. Der Ort liegt etwa 40 Kilometer vom Flughafen Antalya entfernt und ist ein beliebtes Urlaubsziel. Im Jahr 2004 buchten sich hier zwei deutsche Familien ein, die Michels aus Bad Honnef und die Pincks aus Hamburg.
Die Michels hatten unter anderem Max dabei, damals 18 Jahre alt, die Pincks Flemming, zwei Jahre jünger. Wahrscheinlich hatten ihre Eltern gehofft, noch einmal einen schönen, vielleicht letzten gemeinsamen Urlaub mit den Söhnen verbringen zu können. Doch sie sollten von den beiden so gut wie nichts haben.
Hamburger Goldkehlchen: Neue Serie über die Erfolgsgeschichte des Männerchors startet
Als Max am ersten Abend im größten Speisesaal des Clubs Flemming entdeckt, ist die Entscheidung gefallen. Mit diesem Typen will er den Urlaub verbringen. „Es hat sofort geklickt, es war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt er, und dass er auf die Pincks zugegangen sei und sich vorgestellt habe, bevor die überhaupt an ihrem Tisch Platz genommen hätten. „Wir haben damals als Familie zum ersten Mal Urlaub in so einem Club gemacht, aber als ich Flemming gesehen habe, wusste ich: Das werden korrekte Ferien.“
Flemming selbst ist beeindruckt von dem „Kerl mit dem Afro“, der zu dieser Zeit eine Rolle in der TV-Serie „Unter uns“ hat und plant, Schauspielagent in Hollywood zu werden. „Wir waren die ganze Zeit zusammen, haben tagsüber viel Sport gemacht“, erinnert er sich. Und abends Musik. Max hat eine Gitarre dabei, Flemming kennt jeden Text auswendig, ganz gleich, welchen Song sein neuer bester Freund anstimmt. „Wann und wo wir seit diesen Tagen in Belek gekommen sind, irgendwann haben wir immer gesungen“, sagt er.
Die Geschichte der Goldkehlchen ist die Geschichte einer tiefen Freundschaft
Die Geschichte der Hamburger Goldkehlchen ist in erster Linie die Geschichte einer tiefen Freundschaft von zwei jungen Männern, die sich nicht gesucht, aber gefunden haben. Obwohl Max nach dem Urlaub in der Türkei nach Bad Honnef zurückkehrte, um von dort in den nächsten Jahren beruflich durch die halbe Welt zu reisen, und Flemming in sein geliebtes Hamburg, riss der Kontakt nicht ab: „Wir haben lange Zeit eine Fernfreundschaft geführt, aber ich habe Max überall besucht, wo er war.“

Das Buch (240 Seiten) ist ab sofort im Handel erhältlich.© Klartext Verlag Essen
Und überall war es wie damals in Belek. Wenn sich die Gelegenheit ergab, Musik zu machen, ob in einem Restaurant, auf einer Party oder einfach auf der Straße, übernahmen Max und Flame, wie Freunde Flemming nennen. In Berlin kaperten die beiden eine Silvesterfeier, Max an der Gitarre, Flemming am Mikrofon, und sangen ungeplant fast zwei Stunden.
Michel und Pinck gründen gemeinsam das Modelabel Inferno Ragazzi
Auf der Reeperbahn in Hamburg boten sie einem Straßenmusiker an, ihm zu helfen, und spielten in kurzer Zeit 50 Euro ein. „Wir haben ohne Ende solche Aktionen gemacht“, sagt Flemming, es sei nie geplant gewesen. „Das war jedes Mal willenlos locker, die Leute haben das gemerkt, und das hat sie angesteckt.“
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Es klingt wie das Rezept für die Goldkehlchen, auch wenn an die noch nicht zu denken war. Max und Flemming waren damals noch auf anderen Wegen unterwegs. Sie gründeten gemeinsam das Modelabel Inferno Ragazzi, das bis heute Pincks eigentliche Hauptbeschäftigung ist. Max träumte weiter davon, ins Showgeschäft einzusteigen, möglichst hinter den Kulissen, obwohl er für die Bühne nicht nur die TV-Erfahrung mitbrachte. Seine Mutter hatte früh darauf gedrungen, dass der Sohn ein Instrument lernt; am Ende wurde es die Gitarre, auch wenn Max bis heute behauptet, keine Noten lesen zu können.
Hamburger Goldkehlchen: Buchpremiere am 25. August im Thalia Theater
Flemming war im Schulchor und hatte drei Wochen Schlagzeugunterricht gehabt, mehr nicht. Trotzdem kommt sein bester Freund ins Schwärmen, wenn er über seine Gesangsqualitäten spricht: „Ich finde, dass Flame sehr gut singen kann.“ Auf jeden Fall tut er das sehr gern, insbesondere vor Publikum. Womit wir an dem Ort wären, den die meisten Fans der Goldkehlchen mit der Geburtsstunde des Chores verbinden. Und der weit weg von Belek liegt.
Die Buchpremiere ist am 25. August im Thalia Theater (18 und 21 Uhr), Karten gibt es unter www.abendblatt.de/leserevents