Neue SPÖ-Spitzen Holzleitner und Kucher treten erstmals nach ihrer Wahl gemeinsam auf
Führungsdebatte
Seit Donnerstag sind die Frauenchefin und der Klubobmann offiziell geschäftsführende Parteivorsitzende, Freitagmorgen bestreiten sie ein Pressegespräch – ohne Babler
9. Oktober 2026, 08:01
Am Sonntag wurde es entschieden, am Donnerstag formal beschlossen: Die Frauenvorsitzende der SPÖ, Ministerin Eva Maria Holzleitner, und Klubchef Philip Kucher sind geschäftsführende Bundesvorsitzende der sozialdemokratischen Partei. Sie werden Andreas Babler für eine Übergangsphase zur Seite gestellt – er soll das Amt Anfang 2027 abgeben, nachdem ihm wesentliche Teile der Partei die Unterstützung versagt hatten. Die beiden sind in ihren neuen Funktionen "etwa auch für die Einbindung der Bundesländer zuständig und bereiten den Prozess bis zu einem Bundesparteitag vor", heißt es in einer Aussendung der Partei.
Am Freitag um 8.45 Uhr treten Holzleitner und Kucher nun in einem Wiener Hotel gemeinsam vor die Presse – zum ersten Mal, seit sie für ihre Übergangs-Ämter ausgewählt wurden. Wohlgemerkt ohne Immer-Noch-Parteichef Babler.
"Geordneter Übergang"
Anlass für Fragen gibt es ja genug: Wie genau teilt sich die Dreierspitze der Partei ihre Aufgaben auf? Ist Finanzminister Markus Marterbauer, der nach seiner Genesung das Vizekanzleramt übernehmen soll, auch als Parteichef fix gesetzt? Was passiert, wenn er eine der Aufgaben doch nicht übernimmt?
"Mit der gemeinsamen Einigung am Sonntag und dem einstimmigen Beschluss heute im Bundesparteivorstand haben wir etwas geschafft, was die SPÖ die letzten Jahre nicht geschafft hat: Wir haben uns auf einen geordneten Übergang geeinigt", sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim nach der Parteisitzung am Donnerstag. Wie genau dieser geordnete Übergang ausschaut, dürften Holzleitner und Kucher nun beantworten. (red, 9.10.2026)