Manuel Neuer angezählt? Erneuter Fehler sorgt für Druck auf Bayern-Torhüter
Neuer in Not: Geschenk gegen Augsburg sorgt für Gesprächsstoff
Stand: 11.10.2026, 14:05 Uhr
Manuel Neuer beschert Augsburg durch Horror-Patzer ein Rekordtor. Kompany moderiert gekonnt ab. Spielt Urbig in Stavanger?
München – Als Ismael Saibari in der 28. Minute behandelt wurde, nutzte der Stadionsprecher des FC Augsburg die Gunst der Stunde. „Ein kurzer Hinweis“, schallte es durch die WWK-Arena – und die Kernbotschaft kam hinterher: „Der FC Augsburg hat nach 8,4 Sekunden das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte erzielt.“ Das saß! Manuel Neuer nahm sein Handtuch und trocknete sich ab. Hatte sein Fauxpas mit der ersten Ballberührung sowieso schon dramatischen Charakter – ab diesem Moment hatte er auch noch historischen.

Neun Sekunden hatten Kevin Volland (2015) und Karim Bellarabi (2014) gebraucht. Dass der Augsburger Robin Fellhauer beim 2:2 (0:1) ausgerechnet den Mann überlistete, der der Bundesliga seit 15 Jahren seinen Stempel aufdrückt, machte die Sache noch dramatischer. Fellhauer sagte zurecht: „Es ist unbeschreiblich, weil ich jetzt Teil von etwas ganz, ganz Großem bin.“
Neuer beweist nach Rekord-Gegentor Humor
Und Neuer bewies Galgenhumor, als er scherzte: „Das habe ich mir vor dem Spiel nicht vorgenommen.“ Immerhin gab er auch zu: „Das war ein blöder Fehler von mir. Ich musste mir den Ball auf links legen, weil ich von rechts von zwei Leuten angelaufen wurde. Ich hätte einfach eine andere Entscheidung treffen müssen.“
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Offene Worte wie diese hört man selten von Neuer, auch nach Patzern – die nach wie vor selten sind, seit der vergangenen Saison aber regelmäßig vorkommen. Dieses Mal, das wusste auch Neuer, waren weder der Ball noch die Flugkurve schuld, sondern einzig und allein er selbst.
Auch Vincent Kompany sagte: „Das kann man nicht ändern oder schönreden.“ Aber der Trainer fügte an, was für eine weiterhin klare Haltung in der Torwarthierarchie des FC Bayern spricht: „Bei einem 20 Jahre alten Torwart hättest du als Trainer jetzt ein bisschen Arbeit. Aber Manu weiß, wie er damit umgehen muss.“ Heißt: Abklopfen, weitermachen.
Dass ihm das dieses Mal schwerer fällt, merkte man Neuer dennoch an. Auf dem Feld, sagte er vor diversen Mikrofonen, „musste ich erst mal in mich gehen und durchatmen“. Zwar wurde er in den 90 Minuten danach mit dem Fuß wieder sicherer. Aber auch beim 2:1 durch Rodrigo Ribeiros (64.) hätte Neuer an einem Top-Tag womöglich weiter zur Seite abklatschen lassen – obwohl es nach seinen Angaben „ein strammer Schuss und komplizierter Ball war“.
Die Fragen nach Jonas Urbig kamen nicht direkt, aber sie schwingen mit, seitdem der auserkorene Kronprinz auf regelmäßige Einsätze wartet. Noch werden sie unisono im Keim erstickt – Max Eberl sagte: „Da gibt es jetzt überhaupt nichts an irgendetwas zu rütteln“, Kompany ergänzte: „Fehler passieren, weiter geht’s“, Uli Hoeneß stellte klar: „Jeder darf mal Fehler machen.“ Sie setzen Neuer, der die Arena sichtlich geknickt in Richtung Bus verließ, aber zusätzlich unter Druck, seine überragende Zeit im Bayern-Trikot zu einem würdigen Ende zu bringen.
Dass am Dienstag (21 Uhr) in Stavanger womöglich Urbig im Tor stehen soll, war mal besprochen. Eigentlich ein klassisches Spiel für den Ersatzmann. Neuer sagte zur Nummer eins beim Gastspiel in Norwegen: „Ich habe da so eine Vorahnung.“ Vielleicht wird er selbst den nächsten Anstoß erst am Samstag im Topspiel gegen Leipzig wieder annehmen dürfen. Obacht: Auch RB hat schnelle Stürmer!