Neuer Job in Russland: Altkanzler Schröder in Aufsichtsrat von Supermarktkette gewählt


Stand: 02.10.2026, 20:14 Uhr

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Schröder zieht in den Aufsichtsrat der russischen Globus-Tochter Hyperglobus ein. Die Entscheidung fällt mitten in Moskaus Vorgehen gegen westliche Firmen.

Moskau – Altkanzler Gerhard Schröder hat einen neuen Job in Russland gefunden. Der russische Ableger der deutschen Handelskette Globus hat ihn in seinen Aufsichtsrat berufen. Die Personalie fällt in eine Zeit, in der Moskau die Russland-Geschäfte mehrerer westlicher Unternehmen unter staatliche Verwaltung gestellt hat.

Putin und Schröder

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Kremlchef Wladimir Putin. (Archivbild) © Alexei Druzhinin/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa

Schröder mit neuer Tätigkeit in Russland: Teil von Aufsichtsrat russischer Handelskette

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist Mitglied des Aufsichtsrats der russischen Hyperglobus GmbH geworden, die die Globus-Supermärkte in Russland betreibt. Das bestätigte ein Unternehmensvertreter der Deutschen Presse-Agentur und der russischen Zeitung RBK. Schröder sei am 30. September von den Anteilseignern in den Aufsichtsrat aufgenommen worden.

Der 82-Jährige soll dem Unternehmen zufolge an der allgemeinen Führung beteiligt sein sowie die strategische Entwicklung und langfristige Planung des Geschäfts in Russland begleiten. Globus-Hauptgesellschafter Thomas Bruch begründete die Berufung mit Schröders umfangreicher Erfahrung im politischen und wirtschaftlichen Leben Russlands. Diese solle dabei helfen, den Dialog aufrechtzuerhalten und in der aktuellen Lage konstruktive Lösungen zu finden.

Schröder selbst habe demnach die Bedeutung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland betont. „Gerade in Krisenzeiten sind diese Verbindungen besonders wichtig: Sie ermöglichen es uns, einander zuzuhören und Wege in die Zukunft zu finden“, erklärte Bruch laut russischen Medien.

Neuer Job: Altkanzler Schröder soll Bedeutung von Beziehung zu Russland betont haben

Ob die Berufung mit den zuletzt von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Zwangsverwaltungen ausländischer Unternehmen zusammenhängt, ist unklar. Der Pressedienst von Hyperglobus äußerte sich dazu nicht. Ende September stellten die russischen Behörden unter anderem das Russland-Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro unter russische Verwaltung. Auch andere westliche Unternehmen wie Auchan und Nestlé waren von entsprechenden Maßnahmen betroffen.

Der russische Globus-Ableger ist inzwischen formal vom deutschen Mutterkonzern getrennt. Hyperglobus wurde nach Angaben des Unternehmens Anfang 2025 von der deutschen Globus Holding abgespalten und agiert seitdem „juristisch und organisatorisch“ eigenständig in Russland. Die Unternehmen haben jedoch weiterhin gemeinsame Anteilseigner. Die Geschäfte in Russland laufen zudem weiterhin unter der Marke Globus. Ende 2025 betrieb Hyperglobus laut RBK 22 Supermärkte in acht russischen Regionen.

Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Bereits während seiner Amtszeit vereinbarte er mit Putin den Bau der Ostseepipeline Nord Stream. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik übernahm Schröder Funktionen beim Nord-Stream-Betreiber und beim russischen Energiekonzern Rosneft. Seine enge Verbindung zu Putin und sein Engagement für russische Energieunternehmen stehen seit Jahren in der Kritik. Auch nach Beginn des Ukraine-Krieges traf sich Schröder wiederholt mit dem russischen Präsidenten. Im Mai hatte sich Putin für Schröder als möglichen Vermittler im Ukraine-Krieg ausgesprochen. Die EU-Staaten wiesen diesen Vorschlag anschließend zurück. (Quellen: RBK, dpa, Telegram) (bb)