Neuer Landrat und neuer Bürgermeister als „Team unkompliziert“
Stand: 07.10.2026, 08:00 Uhr
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„Unglaublich, was in Weilheim alles geboten ist“: Bei seiner ersten Bürgerversammlung als neuer Bürgermeister zeigte sich Tillman Wahlefeld angetan von der Vielfalt der Aufgaben. Kritische Stimmen gab es an dem Abend nicht.
Weilheim – Die Weilheimer scheinen im Großen und Ganzen zufrieden zu sein mit der Stadtpolitik. Diesen Eindruck vermittelte jedenfalls die Bürgerversammlung am Montag in der Stadthalle. Während dazu zahlreiche Stadtratsmitglieder und fast alle leitenden Mitarbeiter der Stadtverwaltung erschienen waren, hielt sich die Zahl der weiteren Besucher in Grenzen. Rund 40 Bürger ohne unmittelbare „Funktion“ an diesem Abend waren der Einladung zur Aussprache und zum erstmaligen Bericht von Tillman Wahlefeld (BfW) als Weilheims neuem Bürgermeister gefolgt. Kritik wurde bei der Zusammenkunft nicht geäußert.
Interesse an den kommunalen Themen allerdings zeigten die Besucher – unter ihnen viele ehrenamtlich aktive Weilheimer – sehr wohl. Warum beim Stadtbus erst ab 2030 Veränderungen geplant seien, wollte ein Zuhörer in der abschließenden Runde „Aussprache, Wünsche und Anträge“ wissen. So lange laufe der bestehende Vertrag mit den Stadtwerken, erklärte Wahlefeld, und auch wegen Zuschüssen für die E-Busse müsse man bestimmte Laufzeiten einhalten. Weitere Themen der Fragerunde waren Glasfaseranschlüsse in der Altstadt (laut Stadtwerke-Chef Neuner für 2028 geplant), der Wunsch nach zusätzlichen Sitzbänken im Stadtgebiet und die Bitte, Bürger für Verbesserungen der Fahrradfreundlichkeit Weilheims aktiv einzubeziehen.
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Anregungen von Bürgern – von Radverkehr bis Ramadama
Im Namen von Schülern, die frühmorgens teils im Dunkeln von Polling nach Weilheim radeln, bat ein Schulsozialarbeiter um eine Beleuchtung am Prälatenweg. Eine Bürgerin machte auf Probleme hinsichtlich Hundekot und nicht angeleinter Vierbeiner etwa am Dietlhofer See aufmerksam. Eine andere regte ein „Ramadama“ (eine Müll-Aufräumaktion) an, zu dem die Stadt alle Bürger einladen solle. „Ich nehme es mit“, sagte Wahlefeld zu diesen Anregungen, man werde sie besprechen.
Seinen eigenen Bericht legte der im März neugewählte Rathaus-Chef als „kleine Reise“ durch die vielen Tätigkeitsbereiche der Stadtverwaltung an. Denn es sei geradezu „unglaublich“, was in Weilheim mit seinen aktuell 24.335 Einwohnern (siehe Kasten) alles geboten ist. Da ging es um Baumaßnahmen, um die Anstrengungen in Sachen Klimaschutz und um die Vielzahl von Veranstaltungen mit städtischer Beteiligung – vom Fasching bis zum Christkindlmarkt, von den „Innenstadtfreitagen“ über die Französische Woche bis zur soeben zu Ende gegangenen Oberlandausstellung mit ihren rund 31.000 Besuchern.
Weilheim in Zahlen
Zum 1. September 2026 zählte die Stadt Weilheim genau 24.335 Einwohner, wie Bürgermeister Tillman Wahlefeld in seinem Jahresbericht bei der Bürgerversammlung sagte –
70 mehr als vor einem Jahr. Davon leben 1045 im Ortsteil Unterhausen, 585 in Marnbach und 284 in Deutenhausen. Mangels Geburtsstation im Krankenhaus gab es 2025 nur neun Geburten in der Kreisstadt, die Zahl der neugeborenen Weilheimer lag jedoch bei insgesamt 187. Diesen stehen 575 Sterbefälle gegenüber (im Jahr 2019 waren es noch 374). Die Zahl der Wegzüge lag vergangenes Jahr bei 1384,
die der Zuzüge bei 1673. Zum vergangenen Jahreswechsel gab es insgesamt 2246 Gewerbebetriebe in Weilheim, darunter waren 104 Gaststättenbetriebe (inklusive Bars, Kantinen oder Spielhallen). Diese und viele weitere Zahlen, auch zum städtischen Haushalt, finden sich im Jahresbericht 2025, der auf der Internetseite der Stadt abrufbar ist: www.weilheim.de/mein-weilheim/buergerservice/rathaus/stadtinfo/jahresberichte.
Der Weilheimer Bürgermeister als Gesangsschüler
Wahlefeld würdigte die heurigen Jubiläen der Weilheimer Feuerwehr (150 Jahre) – bei ihr sei „jeder Cent gut angelegt“ – und der städtischen Musikschule (60 Jahre), bei der er selbst neuerdings mit viel Freude Gesangsunterricht nehme. Beim Bürgerheim hob er den „frischen, neuen, hellen“ Speisesaal und das vor elf Monaten eröffnete Mehrgenerationenhaus mit 21 Wohnungen hervor. Die Stadtbücherei zähle täglich fast 250 Besucher „nicht nur aus Weilheim“, freute sich der Rathaus-Chef. Und im Jugendhaus „Come In“ werde das dreiköpfige Mitarbeiterteam um den neuen Leiter Timo Dahlenburg „in Kürze wieder komplett“ sein.
Beim Thema „Bauen“ ging Wahlefeld unter anderem auf die „höchst sinnvollen“ Umbauten auf der Münchener Straße ein, auf die Aufwertung von Grünflächen zu Piko-Parks und die neue öffentliche Toilette in der Apothekergasse, die bald eröffnet werde. A propos: Der Erweiterungsbau der Hardtschule soll Anfang November in Betrieb genommen werden.
Weitere Bürgerversammlungen
richtet die Stadt Weilheim in zwei Ortsteilen aus: am Montag, 12. Oktober, um 19 Uhr im Gemeindehaus Marnbach sowie am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr im Sportheim (Turnhalle) Unterhausen.
Auf die aktuellen Entwicklungen in puncto Hallenbad und das frühere WTW-Areal als Flüchtlingsunterkunft (wir berichteten) ging der ebenfalls neu gewählte Landrat Johann Bertl (CSU) in seinem Grußwort ein. Als Amts-Chef und als Bürger fühle er sich „gut aufgehoben“ in Weilheim. Bürgermeister Wahlefeld und er gehörten „zum Team unkompliziert“, sie hätten einen guten Draht zueinander. Mit Blick auf die Finanzlage des Landkreises bat Bertl die Bürger um Verständnis, dass viele Wünsche nicht mehr erfüllbar seien.
„Wirklich sehr angespannt“ sei auch die Haushaltslage der Stadt Weilheim, so Wahlefeld. Um Anfang 2027 einen genehmigungsfähigen Etatplan vorlegen zu können, habe der neue Stadtrat – in dem man „sehr gut“ zusammenarbeite – eine „Konsolidierungskommission“ gebildet. Doch der Rathaus-Chef schloss die Bürgerversammlung nicht mit diesen Aussichten, sondern einer Einladung zum „Vielfalter Festival“ am 10. Oktober in der Innenstadt. Keine Frage: Es ist echt was los in Weilheim.