(+) Neues Altona-Klinikum: Warum der Start noch Jahre dauert


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Hamburg

Neuer Zeitplan für Klinik-Riesen: Wann es endlich losgeht, was geplant ist 

Das neues Asklepios Klinikum Altona (rechts) soll in direkter Nähe zu dem Bestandsgebäude entstehen.
Telluride Architektur GmbH/sander.hofrichter architekten GmbH

Das neue Asklepios Klinikum Altona soll in direkter Nachbarschaft zum Bestandsgebäude gebaut werden – mit mehr OP-Sälen und modernster Medizin, allerdings mit geringfügig weniger Betten.

Das Asklepios-Klinikum in Altona gehört zu den größten Hamburger Krankenhäusern – und soll künftig durch einen Neubau ersetzt werden. Die Planungen dazu laufen bereits seit 2018, eigentlich hätten die Bauarbeiten schon vor Jahren beginnen sollen. Erstmals nennen Asklepios und der Senat einen neuen Zeitplan und zeigen schicke Visualisierungen – zu einer bestimmten Sache schweigen sie sich allerdings weiter aus.

„Wir sind erleichtert“, fasste Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) die Situation zusammen. Sie beschreibt die Verhandlungen über den Neubau als langwierig und „unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen“. Die ersten Planungen dazu begannen bereits 2018. „Während Corona hatte die Bewältigung der Pandemie im Gesundheitswesen Vorrang. Danach ist es für das Projekt aber nicht einfacher geworden“, so Schlotzhauer. Im Jahr 2023 sollte es eigentlich losgehen mit den Bauarbeiten, doch daraus wurde nichts.

Neues Asklepios-Klinikum Altona: Planungen laufen seit Jahren

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Die Baukosten seien wegen der Corona-Pandemie und des Beginns des Ukraine-Krieges massiv gestiegen, außerdem habe man die Planungen an die neue Krankenhausreform anpassen müssen. „Und wir haben einen herausfordernden Baugrund“, ergänzte sie. „Bei den Untersuchungen des Baugrunds sind wir auf Erdfälle gestoßen – also Bereiche, in denen durch Hohlräume im Untergrund Erdschichten eingebrochen sind. Deshalb mussten wir das Baufeld und die Lage des Neubaus noch einmal anpassen.“

Das Krankenhaus soll künftig neben der A7 stehen, in direkter Nähe zum bestehenden Klinikgebäude. Der Altbau und das Grundstück fallen nach dem Umzug des Krankenhauses zurück an die Stadt, kündigte die Senatorin an – und nannte erstmals seit Jahren wieder einen konkreten Zeitplan.

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So sieht der Zeitplan für das neue Asklepios-Klinikum Altona aus

In diesem Jahr wird Asklepios mit der europaweiten Ausschreibung beginnen und einen entsprechenden Baupartner auswählen. „Wir suchen jemanden, der das Projekt von Anfang bis Ende begleitet, damit wir nicht jeden Auftrag wieder neu ausschreiben müssen“, erklärte Joachim Gemmel, Sprecher der Asklepios-Geschäftsführung.

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Moderner Bürokomplex mit Bäumen und breitem Stadtplatz unter blau bewölktem Himmel
Das neue Klinikum soll nach aktuellen Plänen circa 2034/2035 fertig werden.
Telluride Architektur GmbH/sander.hofrichter architekten GmbH

Im Herbst 2027 soll die Bürgerschaft endgültig über die Errichtungskosten und die Finanzierung entscheiden. Im Jahr 2030 könnte dann der Spatenstich erfolgen, sodass der Neubau bis 2034/2035 fertig wäre. In diesem Jahr sollen bereits erste vorbereitende Arbeiten wie Baumfällungen stattfinden.

So soll das neue Asklepios-Klinikum Altona aufgebaut sein

„Das alte Krankenhaus entspricht etwa einem Kühlschrank der Effizienzklasse G“, erklärt Gemmel. „Es ist nicht mehr so, wie wir uns moderne Medizin in der Zukunft vorstellen, deshalb braucht es den Neubau.“ Künftig sollen die Abteilungen interdisziplinär in Zentren zusammenarbeiten – im Altbau sei das aufgrund der vertikalen Aufteilung der Wege nicht möglich.

Im neuen Klinikum sind 600 Betten geplant – circa 30 weniger als im aktuellen Gebäude. „Die Qualität und Leistungsfähigkeit eines Krankenhauses wird nicht mehr an der Anzahl der Betten gemessen“, erklärte Gemmel. „Früher lagen Sie mit einem Meniskusriss nach der OP drei Wochen im Krankenhaus, heute sind die Liegezeiten deutlich kürzer.“ Entscheidender seien laut ihm die 60 geplanten Intensivbetten, zehn mehr als bisher. Aus den bisher elf OP-Sälen werden zwölf, aus den zwei „Fast-Track-OPs“ für ambulante Eingriffe werden fünf.

Die Pflegestationen sind in dem bis zu elfgeschossigen nördlichen Gebäudeteil vorgesehen, wo auch ein Hubschrauberlandeplatz eingeplant ist. Nach Süden staffelt sich das Gebäude dann auf bis zu zwei Geschosse ab.

Auch die Klimatisierung sei ein Thema, betonte Gemmel. „Da muss eine zukunftsfähige Lösung für Mitarbeiter und Patienten gefunden werden.“ Im Hitzesommer war erneut Kritik aufgeflammt, immerhin sind deutschlandweit aktuell nur circa fünf Prozent der Patientenzimmer klimatisiert.

Kosten für neues Asklepios-Klinikum bleiben weiter im Dunkeln

Eine interessante Frage bleibt allerdings weiter offen: die Kosten. 2019 waren einmal 425 Millionen Euro eingeplant – inzwischen muss wohl mit deutlich mehr gerechnet werden. Dazu wollen sich Sozialbehörde und Asklepios allerdings jetzt nicht äußern. Man wolle bewusst keine Summe X vor dem Vergabeverfahren festlegen, sondern Angebote vom Markt einholen, heißt es. Fest steht nur: 77 Prozent der Kosten wird die Stadt Hamburg übernehmen, 23 Prozent Asklepios.

„Die Sozialbehörde spart seit Jahren für den Krankenhausneubau“, erklärte Senatorin Schlotzhauer. „20 Millionen Euro wurden seit sieben Jahren jährlich zurückgelegt, ab nächstem Jahr wird das auf 25 Millionen pro Jahr aufgestockt. Es ist ganz klar, dass wir dieses Projekt stemmen können.“

Und was passiert mit dem denkmalgeschützten Bestandsbau des Architekten Werner Kallmorgen, der 1971 eröffnet wurde? Das steht noch nicht fest. Die Planungen dazu könnten erst jetzt in den zuständigen bezirklichen Gremien beginnen, kündigte die Senatorin an. Jährlich werden im Asklepios Klinikum Altona rund 90.000 Patientinnen und Patienten behandelt, davon rund 31.000 stationär.

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