Neues Design: S-Bahnen fahren künftig mit grüner Schnauze – und neuem Innendesign


Stand: 22.09.2026, 14:00 Uhr

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Frankfurt. 21.09.2026. Alte S-Bahnen im neuen Design stellte der RMV im Hauptbahnhof vor.Neues Farbkonzept aussen und innen neue Raumaufteilung in den Abteilen.TAGESHONORAREinwilligung (nach DS-GVO) liegt nur muendlich vor.Veroeffentlichung nur zur aktuellen Berichterstattung, unter Beachtung des Medienprivilegs.Vereinbarung ueber Abtretung von Persoenlichkeitsrechten der abgebildeten Person(en), Model / Product Release liegt nicht vor. Foto: Renate Hoyer,  60316 Frankfurt.

Die S-Bahn Rhein-Main: im Modell und in echt. © Renate Hoyer

Die Schnellbahnen im Rhein-Main-Gebiet sehen künftig anders aus – außen grün, weiß und blau, innen mit fluffigen Polstern und einer Weltneuheit bei den Fahrradstellplätzen

Das „grünäugige Monster“ nennt William Shakespeare die Eifersucht. Grün vor Eifersucht werden bestimmt die anderen Metropolregionen, wenn sie die S-Bahn Rhein-Main mit grüner Front sehen.

Bis Sommer 2029 gestaltet die Betreiberin DB Regio alle 98 Wagen der Baureihe ET 430 der S-Bahn Rhein-Main innen und außen neu. Das ist nicht billig. Die Deutsche Bahn geniert sich ein wenig zuzugeben, was genau sie für das „Redesign“ ausgegeben hat. Wenn ein neuer Zug etwa zehn Millionen Euro kostet, so koste das neue Design eines Bestandszugs etwa 20 Prozent des Neupreises, also etwa zwei Millionen Euro, heißt es von offizieller Stelle. Das entspräche einer Investition von knapp 200 Millionen Euro. Fünf Jahre habe die Entwicklung gemeinsam mit Fahrgästen und Expert:innen gedauert, sagt Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender von DB Regio.

Mehr Stehplätze

Frankfurt. 21.09.2026. Alte S-Bahnen im neuen Design stellte der RMV im Hauptbahnhof vor.Neues Farbkonzept aussen und innen neue Raumaufteilung in den Abteilen. Fahrrad-Abstellplaetze.TAGESHONORAREinwilligung (nach DS-GVO) liegt nur muendlich vor.Veroeffentlichung nur zur aktuellen Berichterstattung, unter Beachtung des Medienprivilegs.Vereinbarung ueber Abtretung von Persoenlichkeitsrechten der abgebildeten Person(en), Model / Product Release liegt nicht vor. Foto: Renate Hoyer,  60316 Frankfurt.

Der weitläufige Innenraum der neuen Wagen. © Renate Hoyer

Zwölf Jahre fahren die roten Züge der Baureihe ET 430 schon durch das Rhein-Main-Gebiet. Künftig sind die Züge aber nicht mehr rot, sondern vorn grün und an den Seiten weiß und blau. Der erste umgestaltete Zug, der auf der Linie S4 unterwegs sein wird, steht am Montagvormittag am Gleis 21 des Frankfurter Hauptbahnhofs. Die Farben sind mit Folien aufgetragen. Künftig werden die Züge frisch lackiert. Das umgestaltete „Flaggschiff“ (RMV-Chef Knut Ringat) soll 20 weitere Jahre fahren.

Das neue Design zeigt sich vor allem im Inneren der Wagen. Wer hineingeht, steht in einer Art „Trichter“. Ein Sitz der Vierersitze wurde jeweils weggenommen. So gibt es mehr Platz – wenn bei Großveranstaltungen etwa Hunderte Menschen ein- und später wieder aussteigen wollen.

Die Sitze sind nun grau und fluffig. Fast alle, die an ihnen vorbeilaufen, streicheln über die weichen Noppen. Der Stoff sitzt direkt auf der Sitzschale. Das verringert die Versuchung, mit dem Messer hineinzuritzen, wie das bei den tiefen Polstern früher leider viel zu oft der Fall gewesen ist.

Frankfurt. 21.09.2026. Alte S-Bahnen im neuen Design stellte der RMV im Hauptbahnhof vor.Neues Farbkonzept aussen und innen neue Raumaufteilung in den Abteilen. Fahrrad-Abstellplaetze.TAGESHONORAREinwilligung (nach DS-GVO) liegt nur muendlich vor.Veroeffentlichung nur zur aktuellen Berichterstattung, unter Beachtung des Medienprivilegs.Vereinbarung ueber Abtretung von Persoenlichkeitsrechten der abgebildeten Person(en), Model / Product Release liegt nicht vor. Foto: Renate Hoyer,  60316 Frankfurt.

Fahrräder werden schräg abgestellt und halten von allein. © Renate Hoyer

Die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder seien eine „Weltneuheit“, sagt Kai Daubertshäuser, Leiter für Vergabe-, Qualitäts- und Infrastrukturmanagement beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Früher hat man die Fahrräder im Mehrzweckbereich nebeneinander platziert und mit einem Gurt befestigt. Wenn jemand im Rollstuhl kam, musste das Rad weg. Nun gibt es getrennte Abstellmöglichkeiten. Ein Mehrzweckbereich hat Platz für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen. Ein weiterer Mehrzweckbereich ist nur für Fahrräder. Und jetzt kommt die „Weltneuheit“: Man schiebt das Fahrrad schräg in eine Abstellvorrichtung hinein. Zwei Gummimatten halten es am Vorderrad fest. Kein Anschließen oder ein Gurt sind nötig. Daneben sind Klappsitze, an denen man sich im Stehen anlehnen kann, mit weichem Polster für den Po.

Wer an einem Dreiersitz, vormals der Vierer, Platz nimmt, kann das Handy an einer Steckdose aufladen. 18 Bildschirme im Wagen zeigen, wie die nächste Station heißt und welche Anschlussmöglichkeiten es gibt. Und auch die Uhrzeit. Zum Aufstehen hält man sich an silbernen „Haltepilzen“ fest.

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum“, sagte Johann Wolfgang von Goethe. Zum Schluss noch etwas graue Theorie: Die redesignten Züge haben nur noch 128 Sitzplätze (vormals 176). Dafür gibt es nun 431 Stehplätze (vormals 312). In die roten Züge haben 16 Fahrräder gepasst, nun sind es nur noch zehn. Wer erste Klasse fährt, wird sich wundern. Der Premiumbereich ist der höheren Kapazität zum Opfer gefallen. Genau wie die Ablagen fürs Gepäck. Die Bahn gestaltet auch nicht alle S-Bahnen Rhein-Main neu, sondern nur die Baureihe ET 430. Die Baureihen ET 423 und ET 425, die etwa 55 Prozent der Flotte ausmachen, bleiben, wie sie sind, nämlich außen rot. Selbst im redesignten Zug lässt sich noch etwas Rot entdecken. An den Innenseiten der Türen. Die auszubauen, wäre zu umständlich gewesen, sagt Daubertshäuser.