Oli P. über Krankheit seiner Frau: „Wir sind zufrieden, weil wir uns haben“
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Vor 28 Jahren ging es mit der Karriere von Oliver Petszokat – besser bekannt als Oli P. – so richtig los, als der damals Zwanzigjährige mit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) zum nationalen Mädchenschwarm wurde. Längst ist der inzwischen 48-Jährige vor allem als Sänger erfolgreich. Nun aber kehrt er für zwei Folgen in seine Paraderolle als Ricky Marquart (30. September und 1. Oktober, RTL, 19.40 Uhr) zurück. Im Interview erzählt er, was es ihm bedeutete, wieder dabei zu sein – und welcher private Schicksalsschlag ihn in den vergangenen Jahren beschäftigt hat.
Sie haben ja mit Ihren Gesangsauftritten gut zu tun.
Oli P.: Pro Jahr habe ich ungefähr 150 Termine, und so bin ich in der Woche im Schnitt 2000 Kilometer unterwegs.
Wie hatten Sie da Zeit für Ihre Rückkehr zu „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“?
Ich hatte ein paar Monate Vorlaufzeit, und so habe ich es geschafft, mir Drehtage freizuschaufeln. Es war so etwas wie ein kurzes Nachhausekommen, auch wenn seit meinem Einsatz über 25 Jahre vergangen sind. Es war alles ganz vertraut – das gleiche Gelände, das gleiche Treppenhaus, der gleiche Fahrstuhl.
Und am Schluss haben Sie ein paar Tränen verdrückt, als Sie wieder gegangen sind?
Nein, es war einfach schön, wieder da gewesen zu sein. Es hat sich herrlich normal angefühlt, und wenn die Produktion eines Tages eine neue Idee hat, dann mache ich das wieder. Aber die Musik wird mein Schwerpunkt bleiben.
Oli P.: „Ich habe jetzt eine viel größere Gelassenheit“
Können Sie sagen, wie Sie sich in der Zeit verändert haben?
Ich habe schon damals versucht, relativ reflektiert durch die Gegend zu gehen und nichts für selbstverständlich anzunehmen. Zu der Zeit war mir einfach noch nicht klar, ob aus dieser Rolle eine richtige Karriere wird. Jetzt, mit 27 Jahren Berufserfahrung, habe ich eine viel größere Gelassenheit. Inzwischen bin ich so ausgebucht, dass ich für neue Projekte einen Vorlauf von einem Jahr brauche.

Sänger Oli P. ist in der Musikbranche bestens unterwegs. Pro Jahr absolviert er an die 150 Auftritte.© picture alliance/dpa | Jens Kalaene
Aber ist es nicht auch lästig, wenn das ganze Jahr schon im Voraus feststeht? Da können Sie nicht einfach mal spontan für ein paar Wochen verreisen.
Im selbstständigen Bereich in der Medienwelt ist das der größte Luxus, wenn man weiß, wie die nächsten beiden Jahre ablaufen. Ich schaufle mir natürlich Monate frei. Im August habe ich drei Wochen freigemacht, und Anfang des Jahres waren meine Frau und ich zweieinhalb Monate auf Mallorca.
Ihre Frau Pauline Petszokat musste sich 2020 nach einer großen Tumoroperation zurück ins Leben kämpfen. Was hat das mit Ihnen beiden gemacht?
Unsere Liebe zueinander war schon vorher in Stein gemeißelt. Sie ist Grundlage für alles in unserem Leben. Durch die Erkrankung hat sich in unserem Verhältnis also nichts geändert. Egal in welcher Situation: Wir sind zufrieden, weil wir uns haben. Aber wenn wir mal etwas unternehmen wollen, dann warten wir nicht mehr lange, sondern tun es einfach. Das hat allerdings nicht unbedingt etwas mit dem Gesundheitszustand meiner Frau zu tun. Mit 70 kann man vielleicht nicht mehr so ohne Weiteres am Strand entlanglaufen.
Einer Ihrer großen Hits war das Grönemeyer-Cover „Flugzeuge im Bauch“. Aber bei Ihnen beiden sind es vermutlich Schmetterlinge?
Genau, wir haben immer Schmetterlinge im Bauch.
Und Sie haben weiterhin Lust auf dieses rastlose Tour-Leben?
Ja. Ich habe in meinem achten Lebensjahr angefangen, vor Leuten aufzutreten, und war bis zu meinem 18. Lebensjahr Turniertänzer. Und wenn sich das gut anfühlt und es noch Leute gibt, die sagen „Tolle Show!“, dann würde ich auch gerne bis ins hohe Alter auftreten. Ich hoffe, dass dieser Funke lange leuchtet und der Körper mitmacht. Deshalb achte ich auch auf meine Gesundheit. Ich rauche nicht, ich trinke nicht und ich gehe jeden Morgen neun bis zehn Kilometer joggen.
Sie haben auch keine Befürchtungen von irgendwelchen negativen Szenarien, die eintreten könnten?
Ich bin ein grundpositiver Mensch, auch wenn ich viel am Reflektieren und Grübeln bin. Das hat aber nichts mit düsteren Gedanken zu tun. Ich will mich einfach mit Problemen auseinandersetzen können, wenn etwas aufploppen sollte. Als es meiner Frau nicht gut ging, habe ich mich um sie gekümmert. Und andersrum wäre es genauso.
Diese Band bringt Oli P. zum Weinen
Inwieweit ist Ihre Frau an Ihrer Musik beteiligt?
Sie versteht alles, was ich produziere und wie ich es produziere. Bei manchen Songs sagt sie „Ist okay“, bei anderen „Das wird ein Hit“. Sie ist musikalisch in alle Richtungen offen – wie ich auch.
Gibt es Songs anderer Künstler, die Sie beide lieben?
Wir sind glühende Beatles-Fans. Den Song „Now and Then“, der nach John Lennons Tod fertiggestellt wurde und vor ein paar Jahren neu bearbeitet herauskam, habe ich für uns zum Hochzeitstag bestellt. Wenn wir den hören, haben wir Tränen in den Augen. Wir haben auch Autogramme von allein vier und eine unterschriebene Snare-Drum von Ringo Starr.
Für jede Phase und Lebenszeit gibt es das passende Album. Diese Genialität ist kompletter Wahnsinn. Das wird es so nie wieder geben. Wir sagen, das sind alles unsere Freunde. Mit Ringo und Paul würden wir uns bestimmt richtig gut verstehen. Unser Ziel ist es, mindestens einen der beiden noch mal in irgendeiner Form live zu sehen.
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Was gibt Ihnen denn sonst noch Energie und gute Gefühle?
Wir wohnen in Berlin, wo wir beide geboren wurden und unsere Familien sind, aber wir sind immer häufiger auf Mallorca, weil wir hier einen Ort gefunden haben, der uns viel Ruhe und Kraft gibt. Außerdem sind wir sehr gerne bei der Oma meiner Frau im Erzgebirge.
Oli P. über seinen Sohn: „Wir wollen bald etwas zusammen drehen“
Sie haben einen 27-jährigen Sohn. Hat er auch Affinität für die Showbranche?
Er arbeitet bei einer großen Produktionsfirma, wo er Formate produziert, die viele Millionen Menschen in Deutschland schauen. Mehr möchte ich aber nicht verraten.
Da könnte er doch auch mit Ihnen arbeiten?
Wir wollen auch bald etwas zusammen drehen. Er assistiert mir dabei, weil ich weiß, wie gut er organisieren und den Schnitt betreuen kann. Wir können da über alles reden. Ich gebe ihm Erfahrungswerte mit und frage ihn zu den Dingen, wo er Bescheid weiß. Es ist schon ulkig, dass wir uns beruflich in einer ähnlichen Welt bewegen.