CIA-Chef drängt Moskau offenbar zu Friedensdeal | Ukraine-News
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
CIA-Chef soll Moskau zu einem Friedensdeal gedrängt haben
Aktualisiert am 28.08.2026 - 09:14 UhrLesedauer: 19 Min.
Russland greift Kiew und die Umgebung der Hauptstadt massiv an. Der CIA-Chef zeigt wohl Moskau die bittere Kriegsbilanz auf. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 28. August
CIA-Chef drängt Russland offenbar zu Friedensverhandlungen
CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau laut der "New York Times" (NYT) zu ernsthaften Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges gedrängt. Gegenüber FSB-Chef Alexander Bortnikow habe Ratcliffe die militärische und wirtschaftliche Lage Russlands als düster beschrieben und davor gewarnt, dass sie sich weiter verschlechtern werde, berichtet die "NYT" unter Berufung auf amtierende und ehemalige Regierungsvertreter.
Ratcliffe habe keine konkreten Konsequenzen für den Fall angedroht, dass Präsident Wladimir Putin den Krieg fortsetzt. Die US-Regierung hoffe jedoch, dass der Kreml die Einschätzung eines Geheimdienstchefs ernster nehme als Botschaften über diplomatische Kanäle. CIA-Analysten bezweifeln dem Bericht zufolge seit Langem, dass Putins Berater ihm ein ehrliches Bild von den Verlusten und dem Verlauf des Krieges vermitteln.
Vor dem Treffen versicherte Ratcliffe ukrainischen Geheimdienstvertretern demnach, lediglich Russlands Positionen ausloten zu wollen. Zugeständnisse im Namen der Ukraine habe er nicht angeboten. Ob die Mission eine Änderung der amerikanischen Russland-Politik einleitet, ist bislang unklar. Am Donnerstag gab es Berichte, nach denen Ratcliffe Russland bei dem Besuch in Moskau vor einem Angriff auf die Nato gewarnt hat.
Postfirma beklagt kaputte Anlagen durch russische Angriffe
Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nähe von Kiew Sortierzentren des privaten Post- und Kurierunternehmens Nova Poshta Unternehmensangaben zufolge zerstört worden. Auch in der nördlichen Stadt Sumy seien solche Zentren zerstört worden, teilt Nova Poshta auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Vier gelenkte Luftbomben hätten das Terminal in Sumy getroffen und zudem drei Lastwagen beschädigt. Alle Mitarbeiter seien unversehrt. Der Betrieb laufe weiter. Die Einrichtungen von Nova Poshta wurden seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 wiederholt attackiert.
Stundenlanger russischer Luftangriff erschüttert Kiew
Russland hat Kiew am Donnerstag über viele Stunden hinweg mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Explosionen und Flugabwehrfeuer waren nach Angaben des "Kyiv Independent" vom frühen Morgen bis in den Abend zu hören. Mindestens vier Menschen wurden verletzt. Trümmer beschädigten unter anderem zwei Schulen, eine Sportanlage und ein Wohnhaus.
Bei den Angriffen setzte Russland auch strahlgetriebene Drohnen auf Basis des iranischen Shahed-Modells ein. Sie sind deutlich schneller als herkömmliche Drohnen und stellen die ukrainische Flugabwehr vor große Probleme. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden landesweit sieben ballistische Raketen, ein Onyx-Flugkörper, drei Banderol-Marschflugkörper sowie 222 Drohnen abgefangen. Auch aus Odessa und Saporischschja wurden Explosionen gemeldet.
Russland soll Indonesier rekrutieren
Der ukrainische Auslandsgeheimdienst SZRU hat nach eigenen Angaben Beweise dafür erhalten, dass Russland gezielt Bürger Indonesiens für den Krieg gegen die Ukraine anwirbt. Das teilte der Dienst über seinen Telegram-Kanal mit, wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.
Der SZRU erklärte, dem Dienst lägen Dokumente zu mindestens acht indonesischen Staatsbürgern vor, die rekrutiert worden seien.
Nach Angaben des Geheimdienstes geht Russland dabei nach einem bereits erprobten Muster vor: Ausländern werde eine hohe Bezahlung, angeblich ungefährliche Tätigkeiten abseits der Kampfhandlungen, eine beschleunigte russische Staatsbürgerschaft sowie diverse soziale Vergünstigungen in Aussicht gestellt.
Drohnen sollen Wohnhaus auf der Krim getroffen haben
In Sewastopol, auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim, haben Drohnen nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden Öldepots sowie ein fünfstöckiges Wohnhaus getroffen. Dies melden russische Nachrichtenagenturen
Donnerstag, 27. August
Cherson: Gouverneur ruft zu Evakuierung auf
Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe auf Cherson haben die Behörden die Einwohner der südukrainischen Stadt zur Evakuierung aufgerufen. "Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben (...), bitte verlassen Sie die Stadt", schrieb der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Aufgrund der russischen Angriffe bestehe die Gefahr, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte.
Prokudin sprach von einer "äußerst schwierigen Sicherheitslage" in Cherson. Russland intensiviere "täglich seine Angriffe auf die kritische Infrastruktur in der Region". In der Nacht zum Donnerstag habe die russische Armee "erneut das Fernwärmekraftwerk von Cherson mit Gleitbomben angegriffen". Die Anlage sei dabei stark beschädigt worden.
"Cherson könnte ohne Strom und Heizung dastehen, und zwar nicht nur für einige Stunden oder Tage, sondern für einen langen Zeitraum", warnte der Gouverneur.
Trump: Putin "wird kein Nato-Gebiet angreifen"
US-Präsident Donald Trump hat Medienberichte über mögliche Angriffspläne auf Nato-Territorium zurückgewiesen. Er habe gute Gespräche mit Kremlchef Wladimir Putin geführt, sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus. "Er wird kein Nato-Gebiet angreifen."