News zu Iran: Ölpreise ziehen nach neuen US-Angriffen in Iran weiter an
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
USA beenden Angriffswelle gegen Ziele in Iran
USA: Haben mit Angriffen auf Korps der Revolutionsgarden begonnen – Banken im Visier von Sanktionen
Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen
Iran greift US-Stützpunkte an
USA greifen erstmals seit Wochen Iran an
Ölpreise ziehen nach neuen US-Angriffen in Iran weiter an
Die Ölpreise legen angesichts einer Zuspitzung der Lage im Nahen Osten deutlich zu. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November wurde bei 94,38 US-Dollar gehandelt. Das ist ein Plus von mehr als vier Prozent im Vergleich zu Montag.
Der Preis für Rohöl der US-Sorte WTI kletterte erstmals seit Ende Juli wieder auf über 90 Dollar. Auch hier betrug der Aufschlag zuletzt gut vier Prozent.
Für den aktuellen Schub beim Ölpreis sorgte die Nachricht, dass das US-Militär nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen Iran gestartet hat. Diese seien eine Reaktion auf die jüngsten Angriffsversuche der iranischen Revolutionsgarden gegen die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und gegen in der Region stationierte US-Soldaten, hieß es von dem für die Region zuständigen US-Militärkommando.
USA beenden Angriffswelle gegen Ziele in Iran
Die USA haben ihre Angriffe auf Ziele in Iran nach Angaben des Militärs wieder beendet. Die US-Streitkräfte griffen Ziele der iranischen Revolutionsgarden an, darunter Luftabwehrstellungen, Radarsysteme sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte. Die Angriffe seien eine Folge der versuchten iranischen Angriffe auf Handelsschiffe und US-Ziele in der Region. Die mehr als 50 000 US-Streitkräfte in der Region des Persischen Golfs seien weiterhin bereit, Angriffe durchzuführen, hieß es.
Jordanien: Mehrere ballistische Raketen aus Iran abgefangen – auch Kuwait unter Beschuss
Jordanien hat eigenen Angaben zufolge zehn ballistische Raketen aus Iran erfolgreich abgefangen. Sie seien zerstört worden. Drei weitere seien in entlegene Gebiete gestürzt, teilte die staatliche jordanische Nachrichtenagentur Petra mit. Es habe keine Verletzten gegeben.
Auch der Golfstaat Kuwait ist erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Wie das Militär des mit den USA verbündeten Landes in der Nacht mitteilte, wehrte die Luftabwehr „Angriffe feindlicher Drohnen“ aus Iran ab. Explosionsgeräusche seien auf das Abfangen der Drohnen zurückzuführen.
USA raten Staatsbürgern in Nahost zur Vorsicht
Die USA rufen ihre Staatsbürgerinnen und -bürger im Nahen Osten angesichts der verschärften Spannungen dort zur Vorsicht auf. US-Botschaften in der Region veröffentlichten auf ihren Websites Sicherheitswarnungen, in denen sie auf eine weiterhin komplexe Sicherheitslage verwiesen. Es bestehe die Gefahr einer „unvorhergesehenen Eskalation“, hieß es. US-Bürgerinnen und Bürger, die sich derzeit im Nahen Osten aufhielten, sollten erhöhte Wachsamkeit walten lassen und sich auf mögliche Flugausfälle, Luftraumsperrungen und Reisebeeinträchtigungen einstellen.
USA: Haben mit Angriffen auf Korps der Revolutionsgarden begonnen – Banken im Visier von Sanktionen
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben mit Angriffen auf Ziele des Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) in Iran begonnen. "Die Angriffe erfolgen als Reaktion auf die jüngsten Angriffsversuche der IRGC gegen die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und gegen in der Region stationierte amerikanische Soldaten", erklärt das Zentralkommando des US-Militärs. Iranische Medien berichten von Detonationen an mehreren Orten. Die Revolutionsgarde kündigte Vergeltung an.
US-Finanzminister Scott Bessent teilte außerdem mit, dass im Rahmen des angekündigten verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf Iran bald Sanktionen gegen Banken erfolgen würden. Wahrscheinlich werde man diese Woche eine solche Maßnahme verkünden, nächste Woche werde dann eine weitere folgen, sagte er am Rande eines G20-Ministertreffens in Asheville im Bundesstaat North Carolina. „Wir sprechen hier mit unseren Verbündeten“, betonte er und erwähnte große Unterstützung unter anderem seitens der EU und Großbritanniens. Bessent hob auch hervor, dass die USA Vermögenswerte der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) aufspüren würden.
Iran: Werden bei US-Rückkehr zu Interimsabkommen umgehend nachziehen
Iran wird nach den Worten seines Präsidenten Massud Peseschkian umgehend nachziehen, sollten die USA zu ihren Verpflichtungen aus einem im Juni unterzeichneten vorläufigen Abkommen zurückkehren. Dies sagte Peseschkian auf dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek, wie die iranische Nachrichtenagentur ISNA berichtet. Am Wochenende hatte es erneut Angriffe der USA auf Iran sowie Vergeltungsschläge in der Region gegeben, nachdem es seit Ende Juli vergleichsweise ruhig geblieben war. Zudem hatten die USA vor einer Woche neue Sanktionen gegen Iran angekündigt.
Ulrike Putz
Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen
In der Straße von Hormus ist erneut ein Öltanker angegriffen worden. Er sei während der Ausfahrt aus der Meerenge von „drei unbekannten Geschossen“ getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall habe sich rund 30 Kilometer östlich des omanischen Ortes Khasab ereignet. Es gebe keine Verletzten. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.
Trump fordert Prozess gegen Iran zu getöteten Demonstranten
US-Präsident Donald Trump fordert nach dem Tod von Demonstranten in Iran eine Anklage gegen die Verantwortlichen. „Sie müssen wegen Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gestellt werden!“, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social über Iran.
Der US-Präsident nannte kein konkretes Gericht, das er im Sinn hat. Die USA erkennen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, der Kriegsverbrechen verfolgt, nicht an und Trump ging sogar mit Sanktionen gegen das Gericht vor.
Trump schrieb zudem: „Iran ist offiziell eine gescheiterte Nation.“ Das Land sei „tot!“ Es habe keine Marine, keine Luftwaffe, keine Währung, es bezahle Soldaten oder Polizisten nicht, es gebe eine hohe Inflation und die Führung befinde sich in „völliger Unordnung“ und sei nicht in der Lage, das Land angemessen zu vertreten. Sie sei aber bereit, Demonstranten zu töten.
Ohne Beweise oder seine Quellenlage vorzulegen, brachte Trump in dem Post die Zahl von 100 000 Toten ins Spiel. Es wurde auch nicht klar, auf welchen Zeitraum er sich dabei bezieht. Die Zahl weicht sehr deutlich von bislang offiziellen Zahlen und Schätzungen ab, die im Kontext von getöteten Demonstranten in Iran bekannt sind. Diese liegen deutlich darunter.
Ende Dezember 2025 begannen in Iran landesweite Proteste, die ursprünglich durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der Landeswährung Rial ausgelöst worden waren. Die Proteste eskalierten am 8. und 9. Januar 2026, als die Unruhen auch Metropolen erreichten. Der Sicherheitsapparat reagierte mit brutaler Härte.
Iran: Öl-Betrieb auf Insel Charg läuft nach Trump-Tweet normal weiter
US-Präsident Donald Trump zufolge wird das iranische Ölzentrum auf der Insel Chark von den USA „in Stücke gerissen“. In den sozialen Medien nennt er jedoch keine weiteren Details. Ein beigefügtes Video, das gewaltige Explosionen zeigt, ist einer Überprüfung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wahrscheinlich künstlich generiert. Über Charg wurden 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt, bevor am 28. Februar der durch US- und israelische Angriffe ausgelöste Krieg begann. Ein Angriff auf die Insel würde den Energiehandel der Islamischen Republik massiv stören und die Wirtschaft stark unter Druck setzen.
Nach Angaben der iranischen Ölgesellschaft NIOC laufe der Betrieb normal weiter. „Trumps Beiträge sind lächerlich, und die Lage auf Charg ist ruhig und stabil“, zitiert das Portal Nournews den NIOC-Chef Hamid Bovard. Die Insel sei in der Vergangenheit zwar wiederholt von US- und israelischen Streitkräften bombardiert worden, die Arbeiter hätten den Betrieb jedoch zu keinem Zeitpunkt eingestellt. Derzeit würden die Anlagen modernisiert.
Iran greift US-Stützpunkte an
Die iranische Armee hat nach eigenen Angaben am frühen Morgen den Luftwaffenstützpunkt Al-Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit Drohnen angegriffen. Ziel seien Bereiche der Basis gewesen, in denen US-Truppen und Hubschrauber stationiert seien, berichtete das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf eine Mitteilung der Armee. Der Angriff sei eine Reaktion auf die Tötung von Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarde und Zivilisten auf der Insel Larak, hieß es in der Erklärung.
Die Luftwaffe der VAE reagierte nach Angaben des emiratischen Verteidigungsministeriums auf eine Drohne, die über den Hoheitsgewässern des Landes entdeckt worden war. Einzelheiten wurden jedoch nicht genannt. Das Ministerium teilte lediglich mit, das unbemannte Fluggerät sei aus Richtung Iran gekommen. Zugleich wies das Verteidigungsministerium Berichte über einen Raketenangriff auf den Flugplatz Al-Minhad zurück. Meldungen, wonach der Stützpunkt Ziel von Raketen geworden sei, seien falsch.
Die iranische Revolutionsgarde attackierte unterdessen nach eigenen Angaben zwei US-Stützpunkte in Jordanien mit ballistischen Raketen. Dies sei die Vergeltung für den US-Angriff auf die Insel Larak, berichteten iranische Medien. Ziel des Beschusses seien die Militärbasen King Hussein und Al Azraq gewesen. Dem US-Sender Fox News zufolge blieben die Angriffe bisher ohne größere Auswirkungen. Fast alle anfliegenden Raketen seien abgefangen worden, berichtete der Sender unter Berufung auf US-Kreise.
Irans Revolutionsgarde: Tanker in Straße von Hormus brennt nach Minentreffern
In der Straße von Hormus ist ein Supertanker iranischen Angaben zufolge nach zwei Minentreffern in Brand geraten. Das Schiff sei vollständig zum Stehen gekommen, berichtete das Staatsfernsehen unter Berufung auf eine Mitteilung der Revolutionsgarde. Der Tanker habe versucht, die wichtige Wasserstraße illegal zu passieren. Angaben zum Namen des Schiffes oder zum Schicksal der Besatzung machte die Garde nicht. Sie warnte zugleich, dass anderen Schiffen bei einem Verstoß gegen iranische Vorschriften für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus das Gleiche drohe.
USA greifen erstmals seit Wochen Iran an
Das US-Militär hat erstmals seit Ende Juli wieder Ziele in Iran angegriffen. Das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom informierte auf der Plattform X über „begrenzte, gezielte Maßnahmen“ gegen Minenlege-Einheiten der iranischen Revolutionsgarde.
Das Nachrichtenportal Axios sowie die Sender Fox News und CBS News berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten, dass zwei Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak das Ziel gewesen seien. Sie sollten demnach daran gehindert werden, neue Seeminen in der Straße von Hormus zu legen. Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Anwohner berichtet, dass im Bereich der Insel Larak eine Explosion zu hören gewesen sei.
Die Revolutionsgarde wurde in Staatsmedien mit den Worten zitiert, bei dem Angriff seien mehrere Soldaten und Zivilisten getötet und verwundet worden. Irans Außenministerium verurteilte die Attacken der USA.
Erst diese Woche hatte US-Präsident Donald Trump Iran erneut mit der Zerstörung jeglicher Schiffe und Boote gedroht, die in der Straße von Hormus Seeminen verlegen. Er sprach von einer „Null-Toleranz-Politik“. Trump sagte mit Bezug auf sein Militär zudem, alle Minen seien aus der Straße von Hormus entfernt oder gesprengt worden. Auch Mitte August hatte es geheißen, es seien keine Sprengkörper mehr in der Meerenge zu finden: Damals sagte Trump weiter, dass die Straße von Hormus angeblich vollständig geöffnet sei. Noch immer aber liegt der Schiffsverkehr weiter deutlich unter dem Vorkriegsniveau.
US-Finanzminister: Planen wöchentlich neue Sanktionen gegen Iran
Das US-Finanzministerium plant nach den Worten von Scott Bessent wöchentlich neue Sekundärsanktionen gegen Iran. Zunächst stünden Banken im Fokus, sagte Bessent der Nachrichtenagentur Reuters. Man werde den Geldhäusern klarmachen, dass es nicht in Ordnung sei, iranisches Geld zu verwalten und das Regime zu unterstützen. Der nächste Schritt könne sein, ein Institut vollständig vom dollarbasierten Finanzsystem abzuschneiden. Bessent will diese Botschaft auch beim anstehenden Treffen der G-20-Finanzminister übermitteln: Wer die wirtschaftlichen Beziehungen zu Iran nicht kappe, müsse mit Sekundärsanktionen rechnen.
Verlängerung von Iran-Einsatz untragbar? Pentagon dementiert
Das US-Verteidigungsministerium hat einen Medienbericht zumindest in Teilen dementiert, wonach mehrere hochrangige US-Militärs vor einer Verlängerung des US-Einsatzes gegen Iran gewarnt haben. „Vieles davon ist schlichtweg falsch“, schrieb Pentagon-Sprecher Sean Parnell auf der Plattform X. Er betonte, dass die Veröffentlichung streng geheimer Lageberichte ein „Verbrechen“ sei.
In einem Statement an die Deutsche Presse-Agentur sagte Parnell, dass der Artikel „ein schlecht recherchierter Bericht voller Ungenauigkeiten“ sei. Zu internen operativen Abläufen oder bestimmten Risikobewertungen wolle er sich nicht öffentlich äußern. Zuvor hatte die Washington Post unter Berufung auf mit einem geheimen Dokument vertraute Personen berichtet, dass mehrere hochrangige US-Militärs Verteidigungsminister Pete Hegseth darauf hingewiesen hätten, dass eine Verlängerung großangelegter Operationen gegen Iran nicht tragbar sei. Zudem könnten dadurch die Fähigkeiten der Streitkräfte, Bedrohungen auch in der Heimat abzuwehren, eingeschränkt werden, schrieb die Tageszeitung unter Berufung auf das sogenannte Secretary of Defense Orders Book (SDOB).
Dabei handelt es sich laut Washington Post um eine in der Regel zweimal im Monat zusammengestellte Übersicht über die weltweite Verfügbarkeit von US-Kriegsschiffen, Flugzeugen, Personal und Waffensystemen. Die Warnungen seien von Oberbefehlshabern von Heer, Marine und Luftwaffe sowie den Vier-Sterne-Generälen, die die US-Operationen in Europa, Asien und Lateinamerika leiten, ausgesprochen worden, hieß es weiter.
Laut dem Dokument sei vorgesehen, dass einige in Nahost stationierte Truppen bis September und andere bis 2027 dort bleiben sollen. Eine mögliche Verlängerung des Truppeneinsatzes habe die Militärführung dazu veranlasst, ihre Besorgnis zu äußern.
Etwa 400 Schiffe stecken noch im Persischen Golf fest
Nach Beginn des Iran-Kriegs vor einem halben Jahr stecken einem Bericht zufolge noch immer ungefähr 400 Schiffe im Persischen Golf fest. „Während einige Schiffe und ihre Besatzungen den Persischen Golf verlassen konnten, haben bis zu 400 Schiffe mit rund 6000 Seeleuten seit Beginn des Konflikts nicht sicher abfahren können“, sagte der Generalsekretär der Weltschifffahrtsorganisation IMO, Arsenio Dominguez, laut einer Mitteilung am Freitag.
Die Organisation verifizierte seit Kriegsbeginn Ende Februar eigenen Angaben zufolge 70 Attacken auf internationale Schiffe im Persischen Golf. Dabei seien 19 Seeleute getötet worden. Die schlechte Sicherheitslage schade allen, sagte Dominguez. „Besonders bedrückend ist sie jedoch für die Tausenden unschuldigen Seeleute, die davon betroffen sind.“
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