Weshalb Biel den Skinner-Transfer DiDomenico verdankt (B+)


Chris DiDomenico (37) spielt zwar nicht mehr in der Schweiz. Ganz ohne Spuren in der kommenden Saison der National League zu hinterlassen, ist der Kanadier aber nicht nach Schweden zu Björklöven abgereist. Biel verdankt unter anderem ihm den Coup, den der Verein mit der Verpflichtung von NHL-Routinier Jeff Skinner (34) hingelegt hat.

Insgesamt 1115 NHL-Spiele mit 714 Skorerpunkten hat die neue Biel-Attraktion vorzuweisen. Skinner wurde 2010 in der ersten Runde an siebter Stelle von den Carolina Hurricanes gedraftet – zwei Positionen hinter Nino Niederreiter (34). Der Stürmerstar hat seither 16 Saisons für diverse Teams in der NHL absolviert und gewann 2011 die Calder Trophy als bester Neuling der Liga.

Bei San Jose ausgemustert

Dass Skinner seine Hockey-Karriere in der zweitgrössten Stadt des Kantons Bern fortsetzt, hat ausgerechnet mit DiDomenico, an dem man sich in Biel stets gerieben hat, zu tun. Aber der Reihe nach.

Zuletzt spielte Skinner zusammen mit Philipp Kurashev (26) bei den San Jose Sharks, wo er den Saisonstart aufgrund einer Verletzung verpasste. Nach 32 Partien mit 13 Skorerpunkten wurde der Kanadier im Februar aus dem Kader aussortiert. Vor zwei Jahren war er bereits bei Buffalo ausgemustert worden. Die Sabres lösten seinen Vertrag damals vorzeitig auf und bezahlen ihm seither in jährlichen Raten noch bis 2030 zwei Drittel seines verbleibenden Salärs von 22 Millionen Dollar aus, ohne dass er noch für sie spielt.

Die ersten Anfragen aus der Schweiz flatterten bereits im Januar rein. «Ich war aber noch darauf fokussiert, in Nordamerika zu bleiben und bis zur Trade-Deadline etwas zu finden», erklärt Skinner. Doch das NHL-Transferfenster ging am 6. März zu, eine passende Lösung in Nordamerika blieb aus und so stand der Kanadier weiterhin bei den San Jose Sharks unter Vertrag.

«Mein Ziel ist: spielen»

Auch diesen Sommer drohte ein ähnliches Szenario. Skinner wollte zunächst in der NHL bleiben. «Es wurde immer klarer, je länger es dauerte: Ich kann entweder wieder abwarten und sehen, was passiert, und somit riskieren, dass nichts passiert. Oder ich kann die Möglichkeit, zu spielen, wahrnehmen und Spass haben. Das ist schlussendlich mein Ziel: zu spielen.»

Dass Skinner vor allem einfach Hockey spielen will, statt sich den Kopf über Themen neben dem Eis zu zerbrechen, erhärtet sich während des Gesprächs mit Blick. Mehrmals erwähnt der Kanadier Agenten und besonders Freunde, die ihm dabei geholfen haben, sich für den Wechsel zu Biel zu entscheiden. Und hier kommt DiDomenico ins Spiel.

So hat DiDo Skinner überzeugt

Über einen gemeinsamen Freund hat DiDo bei Skinner Überzeugungsarbeit geleistet. Der gemeinsame Freund: Domenic Alberga (34). Wie DiDomenico ist auch Alberga ein Hockeyprofi mit kanadischem und italienischem Pass. Bei ihm schwärmte DiDo über seine Zeit unter dem aktuellen Biel-Trainer Christian Dubé (49).

0:47

NHL-Star Skinner beim EHCB:Hättest du dieses Detail übers Biel-Trikot gewusst?

«So ist die Hockey-Welt manchmal», bemerkt der neue Biel-Stürmer. Und was hat Alberga zu Skinner gesagt? «Er hat mit mir Kontakt aufgenommen und gesagt, dass er (Dubé; die Red.) ein wirklich guter Trainer sei und die beiden (Dubé und DiDomenico; die Red.) ein gutes Verhältnis zueinander hätten. Natürlich handelt es sich hier ‹nur› um einen Spieler. Aber es ist jemand, der hier eine ganze Weile als Importspieler aktiv war und gute Erfahrungen gemacht hat», erklärt Skinner.

Auch ein Ex-SCB-Spieler war involviert

Schlussendlich betont der Kanadier, dass diverse Faktoren ihn dazu bewogen haben, seine Hockey-Karriere beim EHC Biel fortzusetzen. Skinners enger Freund, der ehemalige SCB-Verteidiger Cody Goloubef (36), überzeugte ihn mit seinen Erfahrungen, die er in der Schweiz gemacht hat.

Und weiter war auch die Entscheidung des Kanadiers Andrew Agozzino (35), den mit den Seeländern bereits unterzeichneten Vertrag aus persönlichen Gründen wieder aufzulösen, ausschlaggebend gewesen. So hatte sich bei Biel ein Platz für Skinner aufgetan, der bei anderen Vereinen in der National League aufgrund von abgeschlossenen Kaderplanungen nicht mehr vorhanden war.