War die französische Armee an dem Absturz der Air-France-Caravelle beteiligt?


Ein Wrack, 95 Tote und viele Fragen: Fast 60 Jahre nach dem rätselhaften Flugzeugabsturz vor Nizza will die französische Justiz die Ursache klären und wichtige Wrackstücke aus dem Mittelmeer bergen.

Untersuchungen und Anfragen an Experten hätten ergeben, dass die Bergung aus 2300 Meter Tiefe sinnvoll und möglich sei, teilte die Staatsanwaltschaft von Nizza mit. Ende vergangenen Jahres hatten Polizeitaucher unter anderem das Heck und die beiden Triebwerke der Maschine auf dem Meeresgrund geortet.

Der Air-France-Flug von Ajaccio, Hauptstadt der Mittelmeerinsel Korsika, nach Nizza war am 11. September 1968 vor der Côte d’Azur ins Meer gestürzt. Bei dem Unglück kamen alle Insassen ums Leben. Seit vielen Jahren gibt es in Frankreich den Verdacht, dass die Maschine vom Typ Caravelle versehentlich vom Militär abgeschossen und das anschließend vertuscht worden sein könnte.

Zeugenaussagen und Unterlagen der Marineschiffe, die damals an der Suche beteiligt waren, sollen verschwunden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb wegen Unterschlagung von Dokumenten und Behinderung der Wahrheitsfindung im Kontext des abgestürzten Flugzeuges.

Versehentlicher Abschuss mit Rakete?

Die Justiz teilte 2018 mit, dass sie die Hypothese eines versehentlichen Raketenabschusses von einem Armeestützpunkt an der Côte d’Azur »sehr ernst« nehme. Jedoch gab die Aufhebung der Geheimhaltung von Militärdokumenten darüber keinen Aufschluss.

2024 erklärte die Staatsanwaltschaft, dass »mehrere schwerwiegende Indizien, insbesondere Zeugenaussagen, aber auch materielle Beweise darauf hindeuten, dass zivile und/oder militärische Behörden versucht haben könnten, die Ermittlung der tatsächlichen Ursachen und Umstände des Absturzes der Caravelle zu behindern«, berichtete die Zeitung »Libération«.

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Vor dem Absturz hatte der Pilot einen Brand gemeldet. Die Hypothese ist, dass eine Rakete der Armee das linke Triebwerk getroffen haben könnte. Ob sich Hinweise darauf an dem Triebwerk nach 58 Jahren unter Wasser noch finden lassen, ist offen.