Okarbener sollen wieder in der Nidda schwimmen können
Stand: 18.07.2026, 12:00 Uhr
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Sebastian Wollny will die Nidda in Okarben renaturieren. Früher haben die Okarbener dort schwimmen gelernt – heute ist der Hang zu steil.
Karben – „Ich mache gerne etwas für die Allgemeinheit“, sagt Sebastian Wollny. Der Ortsvorsteher von Okarben ist seit seinem 16. Lebensjahr ehrenamtlich tätig – erst nur im Verein, dann politisch. Etwas für die Allgemeinheit ist genau das, was ein Ortsvorsteher tut; er ist das Sprachrohr für die kleinen und großen Wehwehchen.
Viel ist in Wollnys erster Amtszeit passiert. „Allen voran der Bikepark.“ Den Plan hätte es schon lange gegeben. „Ich bin froh, dass er umgesetzt wurde und schön geworden ist.“ Auch der Glasfaserausbau ist in sein erstes Jahr als Ortsvorsteher gefallen. „Ich bin sehr stolz, dass im Rahmen des Ausbaus alle Bürgersteige neu gemacht wurden“, sagt Wollny. „Das macht einiges für das Ortsbild her.“
Bürgerhaus als zentraler Treffpunkt
Ein weiteres großes Thema ist das Okarbener Bürgerhaus. „Ich bin froh, was in den vergangenen Jahren gemacht wurde.“ Vorplatz, Restaurant, Lüftung, Technik – viel ist im Bürgerhaus passiert, um es zu modernisieren. Auch stärkere Brandschutzwände wurden verbaut. „Vieles liegt im Verborgenen.“ Wichtig sind die Sanierungen, da das Bürgerhaus ein „zentraler Bestandteil des Dorflebens“ ist. Es sei eines der meistgenutzten.
Auf den Erfolgen will sich Wollny aber nicht ausruhen. Sein großes Ziel für die kommenden Jahre ist die Renaturierung der Nidda in Okarben. „Das ist mein persönlich größtes Projekt.“ Noch konnte es nicht umgesetzt werden, da es viele kleine Parzellen entlang der Nidda gibt. Zwei Effekte erhofft sich Wollny durch die Renaturierung: dass man an einigen Stellen wieder in die Nidda kann und dass der Damm höher wird.
„Früher haben die Okärber in der Nidda schwimmen gelernt“, sagt Wollny, dem von älteren Mitbürgern davon erzählt wurde. Nahe der Niddabrücke gibt es eine Biegung, an der geschwommen werden konnte. Unweit davon steht eine Bank. Wollny kann sich vorstellen, dass die Okarbener nach der Renaturierung mit ihren Hunden dort hinuntergehen oder einfach die Füße ins Wasser halten könnten. Derzeit ist der Hang zu steil.
Höherer Damm durch Renaturierung
Durch die Renaturierung würde zudem der Damm auf Okarbener Seite höher. „Extremwetterereignisse werden mehr. Der Damm würde zwar nur 50 Zentimeter höher, aber die können entscheidend sein.“ Da ihm das Projekt am Herzen liegt, würde es Wollny freuen, „wenn ich Ortsvorsteher bleiben könnte, bis es umgesetzt ist“.
In den kommenden Jahren kommt auf Okarben zudem der S-Bahn-Ausbau zu. „Das werden wir sehr aufmerksam begleiten.“ Denn die Umbauarbeiten werden die Anwohner direkt betreffen. Es könne dazu kommen, dass die Zufahrten über Grundstücke erfolgen müssen, und die Arbeiten werden nicht nur für einen erhöhten Lärmpegel sorgen, sondern auch für Vibrationen.
Erfreulicher dürfte der geplante Fernradweg sein, der wahrscheinlich durch Okarben führt. Ob der Ausbau in dieser Legislaturperiode kommt, stehe jedoch noch nicht fest. „Ich fände es toll, wenn es klappen würde.“
Zugleich Vorsitzender des TV Okarben
Neben seiner Rolle als Ortsvorsteher ist Wollny auch Vorsitzender des TV Okarben. Daher gibt es eine Veranstaltung, die in seinem Kalender nicht fehlen darf: das Vatertagsfest. „Ich könnte aber noch viele andere Veranstaltungen aufzählen.“ So sei die Kerb ein Highlight für den gesamten Ort, aber auch die Faschingsveranstaltungen locken viele Okarbener – und auch Menschen aus anderen Stadtteilen – aus ihren Häusern.
Dass sein Stadtteil so aktiv ist, macht für Wollny Okarben zum besten Karbener Stadtteil. Nicht nur die Infrastruktur mit der S-Bahn sei gut, es gebe auch ein großes Vereinsangebot mit dem Sportverein, aber auch Fasching und Theater. „Es macht Spaß, in Okarben zu leben und zu sein.“
Sebastian Wollny
Sebastian Wollny lebt seit seinem ersten Lebensjahr in Okarben. „Ich bin nicht ganz gebürtiger Okärber, kann mich an die Zeit davor aber nicht erinnern.“ Der 37-Jährige hat Elektrotechnik und Informationstechnik studiert, promoviert und ist Teamleiter am Leibnizinstitut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Seit 15 Jahren ist er im geschäftsführenden Vorstand des TV Okarben. Bevor er Ortsvorsteher von Okarben wurde, war er fünf Jahre Stadtrat. Als Stadtrat durfte er auch einmal Bürgermeister Guido Rahn bei einer Bürgermeisterdienstversammlung vertreten. Wollny war zudem im Vorstand der Jungen Union, 2014 ist er in die CDU eingetreten. Als Teil der Stadtverordnetenversammlung hat er zudem für die kommende Amtszeit die Leitung des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur übernommen. Mit seiner Freundin gärtnert er gerne oder unternimmt Ausflüge.