Oktoberfest-News 2026: Wiesnbesucher attackiert Polizisten – Verdächtiger nach sexuellem Übergriff identifiziert
Neben eigenen Recherchen verwenden wir für diesen Liveblog Material der Nachrichtenagentur dpa.
Wichtige Updates
Verdächtiger nach sexuellem Übergriff identifiziert
Wiesnbesucher attackiert Polizisten
"Hangover" nimmt Betrieb wieder auf
Polizisten erwischen Dealer in der Bräurosl
Mann filmt unter Dirndl – Wiesn-Besucher schreiten ein
Wiesnbesucher attackiert Polizisten
Ein 23 Jahre alter Münchner hatte am Dienstagabend offensichtlich so viel Druck auf der Blase, dass er es nicht mehr zur Toilette schaffte. Weil er deshalb im Paulaner-Zelt "öffentlich urinierte", wie es im Polizeibericht formuliert wurde, wollten ihn zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus dem Zelt begleiten. Dagegen wehrte sich der 23-Jährige: Einem Security-Mann schlug er mit der Faust ins Gesicht, den anderen biss er in den Unterarm. Auch gegen die hinzugerufenen Polizisten leistete der Münchner Widerstand: Als er gefesselt werden sollte, biss er einem Beamten in die Hand.
Da der Mann offensichtlich stark alkoholisiert war, wurde eine Blutentnahme vorgenommen – diese ergab einen Promillewert von 2,1. Anschließend wurde der 23-Jährige in Gewahrsam genommen und verbrachte die Nacht in der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.
Einen ähnlichen Vorfall am Dienstagabend meldete auch die Bundespolizei. An der S-Bahn-Station Hackerbrücke waren Beamte auf einen Mann aufmerksam gemacht worden, der gegen einen abfahrenden Zug gepinkelt hatte. Als die Polizisten die Personalien des Wildbieslers feststellen wollten, wurde dieser nicht nur aggressiv – er zog sich auch noch aus. Bei der Festnahme versuchte er dann, die Beamten zu treten und zu beißen; zudem beleidigte er sie mehrmals.
Die Einsatzkräfte brachten ihn zur Dienststelle der Bundespolizeiinspektion. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,6 Promille. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 72 Jahre alte Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck an seine Ehefrau übergeben. Ihn erwartet nun ein Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.
Krause verteilt Wiesn-Herzen an Ersthelfer
Per App werden sie alarmiert, wenn in ihrer Nähe jemand einen Herz-Kreislauf-Stillstand hat: Seit fünf Jahren sind geschulte Ersthelfer der Initiative "München rettet Leben" schnell zur Stelle, wenn es ernst wird. Noch bevor der Rettungswagen eintrifft, können sie bei einem Notfall mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Mehr als 2750 Menschen machen bei der Initiative mit. Als Dank für ihr Engagement haben Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grünen) und Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek auf der Wiesn-Wache auf dem Oktoberfest nun Wiesn-Herzen an die Helfer verteilt.
Wer bei "München rettet Leben" als Helfer mitmachen möchte, braucht fundierte Kenntnisse in Erster Hilfe und muss regelmäßig an Schulungen für Herz-Lungen-Wiederbelebung teilnehmen. Nach Angaben der Stadt kommen dafür etwa Rettungsdienstmitarbeiter, Ärztinnen, Krankenpfleger oder Medizin-Studierende infrage.
Tägliches Highlight: die Brauereikutschen
Die Brauereikutschen, die täglich über das Festgelände fahren, sind ein Besuchermagnet: Einheimische wie ausländische Gäste posieren mit den – selbstverständlich längst leeren – Fässern und den imposanten Pferden. Aber Achtung, die ziehen auch eine beachtliche Menge an Pferdeäpfeln hinter sich her!
Rechtsanwältin mit Koks auf der Wiesn
Bei der Kontrolle einer 35 Jahre alten Deutschen im Schützenfestzelt fanden Polizisten am Dienstagabend gegen 21.10 Uhr eine geringe Menge von weißem Pulver in der Handtasche, das sich nach ersten Ermittlungen als Kokain herausstellte. Das Pulver wurde sichergestellt, die Frau vorläufig festgenommen und zur Wiesnwache gebracht. Dort wurde sie wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt. Weil die als Rechtsanwältin tätige Frau nicht in Deutschland lebt, musste sie eine Sicherheitsleistung in Höhe von 15 000 Euro hinterlegen.
Verdächtiger nach sexuellem Übergriff identifiziert
Vorbildlich reagiert haben am Dienstag zwei Schwestern aus München, von denen eine auf dem Weg zur U-Bahn Opfer eines sexuellen Übergriffs wurde. Gegen 18.20 Uhr griff ein Mann der jüngeren der beiden Frauen, einer 20-Jährigen, unvermittelt über der Kleidung in den Intimbereich. Ihre 23 Jahre alte Schwester konfrontierte den Mann daraufhin mit seinem Verhalten; nach kurzem Gespräch entfernte sich dieser mit einem Begleiter.
Die Schwestern begaben sich anschließend zum Safe Space auf dem Festgelände und verständigten die Polizei. Dabei konnten sie auch Fotos des Tatverdächtigen liefern, die die 23-Jährige mit ihrem Handy gemacht hatte. Außerdem sicherte die Polizei umgehend Videoaufnahmen aus dem Bereich des Festgeländes, in dem sich der Übergriff ereignet hatte. Anhand des Bildmaterials sowie weiterer polizeilicher Erkenntnisse konnte der Tatverdächtige identifiziert werden. Er muss nun mit einem baldigen Besuch der Polizei rechnen.
Kellnerinnen retten Wiesnbesucher
Zwei Kellnerinnen haben einen Besucher auf dem Oktoberfest wiederbelebt. Der 78-Jährige war nach Angaben des Rettungsdienstes am Dienstagnachmittag im Biergarten des Augustiner-Festzelts zusammengebrochen. Sofort verständigten die Frauen den Notruf und begannen mit einer Herzdruckmassage. Gleichzeitig schirmten Schankkellner den Notfallort mit Decken ab. Der Rettungsdienst übernahm anschließend die Versorgung.
Dank der frühen Herzdruckmassage durch die Bedienungen und der Zusammenarbeit mit den Rettungskräften habe man den 78-Jährigen nach zehn Minuten wiederbeleben können. Er wurde anschließend in eine Münchner Klinik gebracht. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen umstehenden Helfern und ausdrücklich bei den Bedienungen Daria und Frieda für ihr schnelles und beherztes Handeln in dieser Notlage“, sagte ein beteiligter Arzt laut Mitteilung.
Hier können Sie lesen, wie der Rettungsdienst auf der Wiesn arbeitet.
Die SZ berichtet von der Wiesn
- Frauenfiguren und ein neuer Upskirting-Skandal: Das Teufelsrad stand vor Beginn der Wiesn im Fokus. Hat das Auswirkungen auf den diesjährigen Ablauf im Fahrgeschäft? Und was sagen eigentlich die Wiesn-Besucherinnen?
- Nach dem tödlichen Unfall eines Mitarbeiters an einem Freefall-Tower auf dem Oktoberfest ist die Betroffenheit groß – der Betrieb des Fahrgeschäfts geht aber weiter. Doch alle fragen sich: Wie konnte es dazu kommen?
- Wer auf der Wiesn im Käfer-Zelt oder im Marstall feiert, muss mit Gisela Schober rechnen. Das erlebt die Society-Fotografin in den Oktoberfest-Wochen.
"Hangover" nimmt Betrieb wieder auf
Den ganzen Tag über haben sich Besucherinnen und Besucher immer wieder vergeblich am Kassenhäuschen des Freefall-Towers "Hangover" angestellt, die von dem tödlichen Unfall vom Montagabend offenbar nichts mitbekommen hatten. Dann, am Dienstnachmittag, macht das Fahrgeschäft wieder auf und startet damit mit einiger Verspätung in den Familientag mit ermäßigten Preisen.
Von der Betreiberfamilie Schneider heißt es dazu in einer Pressemitteilung: Der TÜV und das Ordnungsamt hätten alle Funktionen "äußerst sorgfältig und gewissenhaft" geprüft, es seien keine technischen Mängel festgestellt worden. Für Besucherinnen und Besucher bestehe demnach "keinerlei Gefahr". "Wir sind noch immer geschockt von dem tragischen Ereignis gestern Abend", so ein Sprecher. Nach so einem "schrecklichen Unglück" wieder zum Normalbetrieb überzugehen, falle ihnen nicht leicht. "Unsere Gedanken sind auch weiterhin bei der Familie und den Freunden des Verstorbenen."
Wenn Sie interessiert, wie Politik und Schausteller auf den Unfall reagiert haben, lesen Sie hier mehr:
Streit im Schottenhamel-Zelt eskaliert
Am Montagabend ist im Schottenhamel-Zelt ein Streit zwischen drei Oktoberfest-Besuchern eskaliert. Dabei schlugen zunächst zwei Mexikaner, 37 und 33 Jahre alt, mit bloßen Händen auf einen 41-Jährigen aus dem Landkreis Schweinfurt ein. Dieser wehrte sich mithilfe eines Masskrugs, den er gegen seine Kontrahenten einsetzte. Alle drei wurden leicht verletzt, nach ambulanter medizinischer Behandlung zur Wiesnwache gebracht und dort erkennungsdienstlichen Maßnahmen unterzogen. Bei allen wurde eine Alkoholisierung zwischen 0,9 und 1,1 Promille festgestellt, gegen alle wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der ältere der beiden Mexikaner musste eine Sicherheitsleistung hinterlegen, der jüngere mangels Barmitteln zumindest einen Bevollmächtigten benennen, an dessen Anschrift Bescheide und andere Schreiben zugestellt werden können.
Polizisten erwischen Dealer in der Bräurosl
Auch am Montag registrierte die Polizei auf dem Oktoberfest wieder mindestens zwei Fälle, in denen Kokain eine Rolle spielte. In der Bräurosl bot am frühen Abend ein 21-Jähriger aus München einem 32 Jahre alten Touristen aus Österreich Kokain zum Kauf an. Der Österreicher informierte den Sicherheitsdienst des Zeltes, der den Dealer festhielt. Die hinzugerufene Polizei fand anschließend mehrere abgepackte Portionen des Pulvers, außerdem ein Pfefferspray. Gegen den einschlägig bekannten Mann wird nun ein weiteres Mal wegen des Verdachts des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln ermittelt.
Kurz vor Mitternacht kontrollierten Beamte dann im Käferzelt einen 49-jährigen Gastronomen, bei dem sie ebenfalls ein weißes Pulver sicherstellten, das sich nach ersten Erkenntnissen als Kokain herausstellte. Der Deutsche wurde festgenommen. Weil er hierzulande keinen festen Wohnsitz hat, musste er eine Kaution in Höhe von 20 000 Euro hinterlegen.
Mann filmt unter Dirndl – Wiesn-Besucher schreiten ein
Ein 45-Jähriger soll auf der Wiesn mit seinem Mobiltelefon unter das Dirndl einer Frau gefilmt haben. Eine Zeugin beobachtete den Mann am Montagabend im Armbrustschützenzelt und machte lautstark auf die Situation aufmerksam, wie die Polizei mitteilte. Ein weiterer Besucher und ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hielten den Mann fest, bis die Polizei vor Ort war.
Auf seinem Mobiltelefon fanden die Beamten eine entsprechende Videoaufnahme und stellten das Gerät sicher. Der 45-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Gegen ihn wird wegen Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen ermittelt. Nach Zahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 5000 Euro wurde der aus der Schweiz stammende Mann wieder entlassen.
Ermittlungen der Kripo am "Hangover" abgeschlossen
Die für Betriebsunfälle zuständigen Ermittler der Münchner Kripo haben ihre Arbeit am "Hangover"-Fahrgeschäft, dem Schauplatz des tödlichen Unfalls vom Montagabend, inzwischen abgeschlossen. Sie überprüfen routinemäßig, ob ein technischer Defekt vorliegt oder ein Fremdverschulden, also ob zum Beispiel jemand beim Bedienen des Fahrgeschäfts einen Fehler gemacht hat. Nach den bisherigen Erkenntnissen gehe die Münchner Polizei allerdings von einem tragischen Unfallgeschehen aus, sagte ihr Sprecher Thomas Schelshorn am Dienstagmittag.
Seinen Angaben zufolge waren Polizisten in der Nähe, als der Unfall gegen 21.50 Uhr geschah. Dabei sei ein 52 Jahre alter Security-Mitarbeiter des Unternehmens unter der Gondel eingeklemmt worden, als diese nach unten gefahren sei. Die Beamten hätten sofort mit Rettungs- und Reanimationsmaßnahmen begonnen, bis Rettungsdienst und Notarzt eintrafen. Warum sich der Mitarbeiter genau in diesem Moment unter der Gondel aufhielt, als diese sich wieder dem Boden näherte, sei Gegenstand der Ermittlungen.
Schaustellerfamilie: "geschockt und entsetzt" über den Vorfall
Persönlich möchte sich die Familie Schneider, die das "Hangover" betreibt, nicht zu dem tödlichen Vorfall eines ihrer Mitarbeiter äußern, in einer Pressemitteilung heißt es jedoch, das ganze Team sei "geschockt und entsetzt", der Vorfall sei bislang einmalig und man werde mit Polizei und Staatsanwaltschaft klären, wie es dazu kommen konnte.
Schausteller-Sprecherin Yvonne Heckl ist am frühen Dienstagmorgen selbst vor Ort, am Vorabend sei sie über die Behörden informiert worden. Auch sie bestätigt, dass man zum jetzigen Zeitpunkt von keinem technischen Versagen ausgehe. Ob und wann der Freefall-Tower den Betrieb wieder aufnehmen wird, vermag sie dennoch nicht zu sagen. Nur so viel ist sicher: Der Vorfall sei tragisch, am Donnerstag beim Schaustellergottesdienst soll des 52-Jährigen gedacht werden.
Familientag auf dem Oktoberfest – Wie Eltern auf der Wiesn Geld sparen können
Der Dienstag ist traditionell der Familientag auf der Wiesn. Besonders bei den Fahrgeschäften kann dabei gespart werden: Am Familientag sind die Fahrpreise bis 19 Uhr reduziert. Zahlreiche Schausteller und Imbisse bieten Sonderpreise für Kinder und Familien an, in den großen Festzelten gibt es Kindergerichte und Kindermenüs zu Sonderpreisen.
Immer ein guter Ort, vor allem, wenn man mit kleineren Kindern unterwegs ist, ist die Oide Wiesn. Für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren kostet der Eintritt zur Oidn Wiesn vier Euro bis 21 Uhr, danach nichts mehr. Kinder zahlen ganztägig keinen Eintritt. Die Fahrgeschäfte von Kinderkarussell bis Kettenflieger kosten nur 1,50 Euro. Im Museumszelt kann man alte Oktoberfestexponate bewundern. In und vor dem Museumszelt gibt es ein eigenes Kinderprogramm – immer dienstags und donnerstags von 11 bis 15 Uhr – und Kinderschminken jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 18 Uhr.
TÜV prüft Fahrgeschäft nach Unfall
Ob der Freefall-Tower "Hangover" am Tag nach dem tödlichen Unfall eines Mitarbeiters an diesem Dienstag regulär öffnen wird, ist am Vormittag noch unklar. Derzeit prüfen Mitarbeiter des TÜV das Fahrgeschäft. Sie und auch die Mitarbeitenden sowie der Betreiber des Fahrgeschäfts wollen sich zum weiteren Verlauf auf Nachfrage nicht äußern.
Die Betreiberin eines Lebkuchenstands am Eingang zum Paulaner-Biergarten legt am Kassenhäuschen vom "Hangover" eine rote Rose nieder, um ihr Beileid zu bekunden. Fragt man bei umliegenden Schaustellern nach, ob sie etwas von dem tragischen Unglück mitbekommen haben, sagen alle nein: Sie seien die Frühschicht.
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