Optimales Raumklima: Dieser Fehler beim Lüften führt zu hohen Heizkosten und verursacht Schimmel
Optimales Raumklima Dieser Fehler beim Lüften führt zu hohen Heizkosten und verursacht Schimmel
Service · Die Heizkosten steigen, aber die Wohnung riecht trotz Lüften muffig? Das liegt oft nicht an der Heizung, sondern am Lüften. Lesen Sie in diesem Artikel, wie sie energiesparend Lüften und Schimmel vorbeugen.
27.10.2026 , 12:54 Uhr
Falsches Lüften kann Schimmel begünstigen und kostet Energie. (Symbolbild)
Foto: dpa-tmn/Andrea Warnecke
Viele Menschen lüften im Winter, indem sie das Fenster dauerhaft kippen. Gerade, wenn die Außentemperaturen nicht extrem kalt sind oder in selten genutzten Räumen ist dies der Fall. Es klingt erst einmal sparsam, nur etwas warme Luft herauszulassen und gesund irgendwie auch.
Dennoch ist aber genau dieses Kipplüften einer der häufigsten Fehler, der den Geldbeutel schmälert und Schimmel begünstigt. Das Umweltbundesamt warnt, dass ständig angekippte Fenster den Energieverbrauch und die Heizkosten drastisch erhöhen. Wir zeigen, wie Sie Ihre Wohnung richtig lüften.
Warum Kipplüften teuer und gefährlich ist
Auf den ersten Blick wirkt die Rechnung logisch: aus einem gekippten Fenster entweicht weniger teuer beheizte Luft als wenn das Fenster komplett geöffnet ist. Aber Kipplüften hat ein Problem.
Ein gekipptes Fenster tauscht kaum Luft aus, kühlt aber die Fensterlaibung und die Wand daneben aus. Die ausgekühlte Wand wird zum Einfallstor für Schimmel: Warme, feuchte Raumluft kondensiert an der kalten Oberfläche.
Schimmel im Wohnungsinnern ist nicht nur ärgerlich und schädlich für die Bausubstanz, sondern kann zu allergischen Reaktionen, Asthma und Atemwegsbeschwerden führen.
So lüften Sie Ihre Wohnung richtig
Mit diesen fünf einfachen Schritten sorgen Sie für ein optimales Raumklima, ohne großen Aufwand.
- Fenster ganz öffnen statt kippen: Das Fenster sollte für kurze Zeit vollständig geöffnet sein. Im Winter reichen meist fünf bis zehn Minuten – das berühmte Stoßlüften also.
- Mehrmals täglich lüften: Im Winter genügen je nach Wetter meist zwei bis drei kräftige Lüftungen am Tag, um für frische Luft zu sorgen und feuchte Luft loszuwerden.
- Querlüften nutzen: Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung und lassen Sie die Tür dazwischen offen. Der Durchzug tauscht die Luft am schnellsten aus.
- Heizung nicht ganz abstellen: Zwar sollten Sie während des Stoßlüftens nicht die Heizung auf Stufe 5 laufen lassen und unnötig Energie aus der Wohnung herausblasen. Wohnräume sollten nach Empfehlung des Umweltbundesamts dennoch nicht unter etwa 19 bis 20 Grad fallen, das Schlafzimmer sollte mindestens 16 Grad warm sein. Sprich: halten Sie das Thermometer beim Stoßlüften im Auge.
- Luftfeuchte messen: Ein einfaches Hygrometer zeigt, ob die Luftfeuchte im Bereich von 40 bis 60 Prozent liegt. In schlecht gedämmten Wohnungen sollte sie im Winter möglichst unter 50 Prozent bleiben. Ab einer Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent steigt das Schimmelrisiko deutlich.
Die zwei am meisten verbreiteten Fehler beim Lüften und ihre Alternativen
Grundlegend lassen sich die Fehler, wenn Sie Ihre Wohnung lüften wollen, auf zwei Arten herunterbrechen:
- Fehler 1: Fenster dauerhaft gekippt halten (Kipplüften)
- Besser: Fenster kurz ganz öffnen, mehrmals täglich (Stoßlüften)
- Fehler 2: Heizung läuft weiter, während das Fenster offensteht
- Besser: Thermostat während des Lüftens herunterdrehen
Häufige Fragen zum Thema Lüften
Kann man im Winter zu viel lüften? Ja, wenn die Fenster zu lange offenstehen. Dann geht viel Wärme verloren und die Raumluft wird trocken. Fünf bis zehn Minuten reichen in der Regel.
Woran erkenne ich, dass ich zu wenig lüfte? Typische Anzeichen sind Kondenswasser an den Scheiben, muffiger Geruch und feuchte Ecken. Dann sollten Sie die Lüftungsroutine anpassen und die Luftfeuchte messen.